Toter Mann in Görlitz: Haftbefehl gegen 29-Jährigen – Polizei sucht weiterhin Zeugen

Ein Mann ist in Görlitz Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Nun ermittelt die Polizei gegen einen 29-Jährigen.
Daniel Karmann/Symbolbild/dpaNach dem Tod eines 28–Jährigen durch Messerstiche in Görlitz ist ein Haftbefehl gegen einen 29–Jährigen erlassen worden. Dem Tatverdächtigen werde vorgeworfen, den Bekannten im April in der Görlitzer Südstadt getötet zu haben, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Haftbefehl wurde am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Görlitz erlassen. Der Beschuldigte soll bereits am Tag nach der Tat in den Fokus der Ermittler geraten sein.
Demnach verdichteten Ermittlungen den bestehenden Tatverdacht zwar stetig. Der Mann soll mit dem Opfer am Tattag mehrfach und bis wenige Minuten vor einem Notruf, der zum Fund des Toten führte, Kontakt gehabt haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei Görlitz am Freitag (17. Mai) mitteilten. Allerdings lag bis Donnerstag (23. Mai) der für einen Haftbefehl nötigen dringenden Tatverdacht nicht vor. Nun sei ein relevanter Spurentreffer, der auf die Tat zurückführt, festgestellt worden.
Mit dem Erlass des Haftbefehls seien die Ermittlungen zum Verdacht des Totschlags aber noch längst nicht abgeschlossen, hieß es. Nach Angaben der Polizei fehlt weiterhin die Tatwaffe. Auch das Motiv für den mutmaßlichen Mord müsse noch ermittelt werden. Zudem werden diverse Speichermedien derzeit noch ausgewertet. Es werde außerdem überprüft, ob sich Mordmerkmale begründen lassen.
Totschlag ist mit Freiheitsstrafe von fünf bis zu fünfzehn Jahren, Mord oder Totschlag im besonders schweren Fall mit lebenslanger Freiheitsstrafe belegt.
Wer hat sich in der Nähe des Tatorts aufgehalten?
Die Ermittler konnten den Angaben zufolge mithilfe von Zeugen die Identität von zwei Menschen klären, die auf einem Video am Tatabend in der Nähe des Fundorts zu sehen waren. Auch konnten weitere Personen identifiziert werden, die sich in Bussen der Linien B und N im Zeitraum der Tat aufgehalten haben und in der Melanchthonstraße ausgestiegen waren, teilt die Polizei in Görlitz am Donnerstag (23. Mai) mit.
Die Ermittler bitten Zeugen, die Angaben zu Menschen in der Nähe des Fundorts (Melanchthonstraße 41) machen können, sich zu melden. Zudem werden Personen gebeten, sich zu melden, die am 15. April 2024 in der Zeit von 20 Uhr bis 22.30 Uhr auf der Melanchthonstraße zwischen Lutherstraße und Reichertstraße Fahrzeuge geparkt hatten, die mit einer Dashcam oder anderen Formen von Videoüberwachungstechnik ausgestattet sind.
Auch werden Zeugen gesucht, die Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, die sich in der Zeit zwischen 21.49 Uhr und 21.56 Uhr zwischen Lutherstraße und Reichertstraße aufhielten oder sich von dort entfernten. Gleiches gilt für Beobachtungen in der Zeit zwischen 21.56 Uhr und 22.45 Uhr im Bereich: Jauernicker Straße, Melanchthonstraße, Sattigstraße, Kunnerwitzer Straße und Reichertstraße.
Für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung der angezeigten Straftat und der rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen, lobt die Polizeidirektion Görlitz bis zu 7000 Euro aus. Bitte wenden Sie sich an die Polizeidirektion Görlitz unter der Telefonnummer 03581 468 5000 oder schriftlich an die Emailadresse emk.kpi.pdgr@ polizei.sachsen.de
Der 28–Jährige war am 15. April tot im Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses in der Görlitzer Melanchthonstraße 41 aufgefunden worden. Laut Obduktionsergebnis war er Opfer eines Gewaltverbrechens geworden und infolge von Stichverletzungen verblutet.

