Tagebau Nochten
: Wie Anwohner mit dem Kohleabbau leben – eine Umfrage, drei Länder

Kohleausstieg 2030 oder doch 2038 – immer wieder werden verschiedene Szenarien aufgemacht. Doch wie geht es den Anwohnern des Tagebaus Nochten damit? Das ist Teil einer derzeit laufenden Umfrage.
Von
Regina Weiß
Weißwasser
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An der F 60 im Tagebau Nochten geht die Sonne auf.

Regina Weiß

Drei Länder, ein Fragebogen. Man kann auch sagen, drei Tagebauregionen in Polen, Tschechien und Deutschland und viele Fragen. In Deutschland ist es der Norden vom Landkreis Görlitz und konkret der Tagebau Nochten, der Forschungsobjekt ist. Obwohl es besser heißen müsste, dass es um die Menschen geht, die in der unmittelbaren Nähe wohnen. Ihre Meinung ist gefragt.

Hintergrund ist, der Fragebogen erkundet die Einstellungen der Einwohner zum Thema Kohleabbau und Energiewirtschaft und deren Auswirkungen auf das Leben der lokalen Bevölkerung. Das wollen die Palacký Universität Olomouc (Tschechische Republik) und das Unu‐Instituts für integriertes Materialfluss‐ und Ressourcenmanagement (Unu Flores, Deutschland/Weißwasser) wissen. Sie arbeiten gemeinsam am sogenannten Aeolus-Projekt.

Welche Empfindungen haben die Anwohner am Tagebau Nochten?

Franziska Stölzel von der Unu Flores sagt dazu: „Im Projekt geht es um die Befragung von Bürger und Bürgerinnen, die betroffen sind von der sogenannten ,Inbesitznahme von Land‘ durch die Kohleindustrie. Also eine Analyse von Menschen, die in Kohleregionen wohnen und wie sie es empfinden, dass Gemeinden umgesiedelt werden, Orte verschwinden oder wieder aufgebaut werden.“

Wobei es viel um Emotionen gehe. Aber auch um Gerechtigkeit. „Denken die Bürgerinnen und Bürger, dass es gerecht(-fertigt) ist, wenn Inbesitznahme für wirtschaftliche Zwecke genutzt wird oder gibt es im Zuge des Klimawandels auch Grenzen für weitere Inbesitznahme?“, nennt Franziska Stölzel weitere Felder.

Der Fragebogen ist anonymisiert und im Internet zu finden – forms.gle/KhEmoi7CbL51WNFKA – und kann dort ausgefüllt werden. Franziska Stölzel macht aber auch das Angebot, am 8. Dezember Interessierte in der Unu-Flores-Zweigstelle in Weißwasser am Markt zu begrüßen. Im Büro gibt es dann auch heiße Getränke und Infomaterial. Bestehe darüber hinaus Interesse, kann man sich direkt an Franziska Stölzel (0172/8339359 oder stoelzel@unu.edu) wenden.