Tagebau Nochten: Diese drei Jubiläen stehen 2026 in Tzschelln an der Spree an

Seit der Jahrtausendwende gibt es die Ortserinnerungsstätte für Tzschelln zwischen Spreestraße und Spree. Alljährlich im August findet seitdem dort ein Picknick statt.
Torsten Richter-Zippack- Dreifachjubiläum in Tzschelln: ein freudiges Ereignis und zwei traurige Erinnerungen.
- Seit einem Vierteljahrhundert besteht die Ortserinnerungsstätte an der Spree.
- Vor 50 Jahren wurde Tzschelln wegen des Tagebaus Nochten umgesiedelt – 195 Menschen zogen fort.
- Der Ortsname wurde vor 90 Jahren in Nelkenberg geändert, 1947 erfolgte die Rückbenennung.
- Picknick der ehemaligen Einwohner findet 2026 am 8. August ab 15 Uhr an der Gedenkstätte statt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich gibt es in Tzschelln in diesem Jahr ein Dreifachjubiläum. Ein freudiges und zwei traurige. Das Freudige zuerst: Denn seit nunmehr einem Vierteljahrhundert existiert die Ortsreinigungsstätte an der Spree. Diese war im Jahr 2001 entstanden. Zwei Jahre später hatte dort der Tag der abgebaggerten sorbischen Dörfer, organisiert vom sorbischen Dachverband Domowina, stattgefunden. Bis heute gibt es diesen Ort inmitten der Lausitzer Heide, auch wenn dieser mittlerweile seit etlichen Jahren zum Truppenübungsplatz Oberlausitz der Bundeswehr gehört.
Dann gibt es das schmerzhafte Jubiläum. Wer auf den Tzschellner Gedenkstein schaut, weiß sofort, warum. Mittlerweile sind 50 Jahre ins Land gegangen, als das Dorf an der Spree seine Umsiedlung erfuhr. Nach Angaben des Buchautors Frank Förster mussten 195 Menschen ihre Heimat für immer verlassen. Die meisten zogen nach Boxberg und nach Weißwasser sowie in weitere Orte der Umgebung.
Tzschelln hieß elf Jahre lang Nelkenberg
Grund für den Abriss bildete der fortschreitende Tagebau Nochten. Allerdings wurden längst nicht sämtliche Tzschellner Flure überbaggert. Die einstige Streusiedlung verschwand zwar auch, doch deren Boden blieb von den Baggern unangetastet. Wo einst Familie Schillack ihr Gehöft hatte, befindet sich heute die Ortserinnerungsstätte.
Und dann gibt es ein weiteres trauriges Jubiläum. Denn vor nunmehr 90 Jahren sollte der Name Tzschelln für immer von den Landkarten und aus den Köpfen der Menschen verschwinden. Denn nach Ansicht der Nationalsozialisten klang er nicht deutsch genug. Aus Tzschelln wurde Nelkenberg. 1947 erfolgte die Rückbenennung.
Tzschelln war in der forstlich geprägten Region zwischen Weißwasser und Hoyerswerda immer etwas Besonderes. Schon allein die idyllische Lage am grünen Strand der Spree sorgte für Ausflugsgäste. Seit mehr als 100 Jahren steuern die Kanuten der SG Einheit Spremberg den Ort jedes Jahr am Gründonnerstag im Rahmen ihrer Oster-Tzschelln-Fahrt (Otefa) an.
Wann 2026 das Picknick der Tzschellner stattfindet
Anno 2026 findet das traditionelle Picknick der ehemaligen Einwohner an der Ortserinnerungsstätte am Sonnabend, dem 8. August, statt. Das teilt die Vorsitzende des Heimatvereins, Christina Wolsch, mit. Los geht es um 15 Uhr. „Hauptsächlich möchten wir in diesem Jahr daran erinnern, dass vor 50 Jahren unser Heimatdorf von der Landkarte verschwand. Kein Grund zum Feiern, aber zum Gedenken“, sagt Wolsch.
Für den kulinarischen Rahmen sorge wie gewohnt Henry Hubatsch aus Nochten mit seinem Partyservice. Die Ortserinnerungsstätte ist über die Spreestraße K8481 Boxberg – Neustadt erreichbar. Die entsprechende Einfahrt wird gekennzeichnet. Von dort sind es noch mehrere 100 Meter bis zum Gedenkstein. Eingeladen sind alle ehemaligen Einwohner sowie weitere Freunde und Interessenten des Dorfes.

