Streik im ÖPNV in Sachsen
: Massive Busausfälle angekündigt – auch Schulen sind betroffen

Für den öffentlichen Busverkehr in Sachsen sind erneut Warnstreiks angekündigt worden. Davon betroffen sind auch Schüler – in die Streikphase fallen auch Abitur-Prüfungen. Wie bereiten sich die Schulen darauf vor?
Von
Jürgen Scholz
Weißwasser
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Die Zentrale des Omnibusverkehr Oberlausitz (Ovo) im Bahnhof Niesky. Auch im nördlichen Bereich des Landkreises Görlitz kommt es vom 17. bis 21. April zu Ausfällen beim Busverkehr.

Jürgen Scholz

Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) hat vom Mittwoch, 17. April, bis einschließlich Sonntag, 21. April, zum Warnstreik aufgerufen. Vom Streik betroffen sind nach Angaben des Landkreises Görlitz auch die Nahverkehrsbetriebe des Arbeitgeberverbandes Nahverkehr (AVN) im Landkreis Görlitz. Dort geht man zwar davon aus, dass die Subunternehmer der Omnibusverkehr Oberlausitz (Ovo) und der DB Regio Bus Ost GmbH voraussichtlich nicht bestreikt werden. Trotzdem wird es zu massiven Ausfällen kommen.

Bei der Omnibusverkehr Oberlausitz, die im nördlichen Landkreis fährt, können laut Landkreis circa 50 Prozent der Fahrten teilweise oder durchgehend bedient werden.

Am Dienstagmittag wurden Streik-Fahrpläne veröffentlicht (Download-Link zu PDF-Datei), aus denen hervorgeht, welche Fahrten stattfinden – und wo auch Fahrten ausfallen, die für Schüler wichtig sind. Trotzdem muss weiterhin mit Einschränkungen bei Anschlüssen und Umstiegen gerechnet werden, sofern diese von DB Regio oder der Ovo bedient werden, warnt der Landkreis Görlitz, der neue Informationen regelmäßig im Internet aktualisieren will.

Doch dieses Mal fallen die Warnstreiks zusammen mit Abiturprüfungen. Das Bildungsministerium hat den Schulen bereits freigestellt, die Prüfungen später zu starten, wenn Schüler wegen des Streiks nicht rechtzeitig kommen können. Das betrifft vor allen die Englisch-LK-Prüfungen, die am Mittwoch und am Donnerstag stattfinden. Insgesamt 25 der 47 Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr am Landau-Gymnasium Abitur machen wollen, stellen sich den Prüfungen im Leistungskurs (LK) Englisch. Dabei wird man am Mittwoch noch relativ flexibel agieren können, so der Leiter des Landau-Gymnasiums in Weißwasser, Mike Brill.

In der Prüfung Englisch praktisch, die gestaffelt stattfindet, könnten Prüfungen nach hinten verschoben werden. Anders bei der schriftlichen Englisch-Prüfung, die am Donnerstag um 8 Uhr beginnen soll. Sollte es dort zu Problemen kommen, müssten alle Schüler später anfangen.

Schulleiter setzt auf Abstimmungen unter Schülern und Eltern

Brill setzt allerdings darauf, dass sich die Schüler darauf einstellen, gegebenenfalls auch die Eltern ihre Kinder bringen und dabei Fahrgemeinschaften gebildet werden. Der Mittwoch werde zeigen, wie gut das funktioniert, so Brill, der aber auch davon ausgeht, dass die Abstimmung untereinander via Internet gut funktioniert, dass die Schüler am Donnerstag um 7.30 Uhr, also eine halbe Stunde vor Prüfungsbeginn, vor Ort sind. Schließlich dürften auch alle ein Interesse daran haben, dass die Prüfungen möglichst ohne Verzögerung starten können. Ein bisschen „Kribbeln im Bauch“ gehöre schließlich zu jeder Prüfung dazu.