Streik im Landkreis Görlitz
: Fahren die Busse in der Region Weißwasser oder nicht?

UPDATE 16.3.2026, 20 Uhr: Verdi hat zum Streik beim Busverkehr im Landkreis Görlitz aufgerufen. Die Omnibusverkehr Oberlausitz klagt. Das Gericht hat entschieden.
Von
Regina Weiß
Görlitz/Niesky
Jetzt in der App anhören
Mit der Marke "Ovo" - Omnibusverkehr Oberlausitz - wird Moveas ab 2023 im Nordkreis unterwegs sein.

Mit der Marke "Ovo" - Omnibusverkehr Oberlausitz - wird Moveas ab 2023 im Nordkreis unterwegs sein.

Der Omnibusverkehr Oberlausitz ist mit seinen Bussen ab 2023 im Landkreis unterwegs. Auch bei dem Unternehmen hat Verdi zum Streik aufgerufen.

Christian Köhler
  • Verdi ruft zu Warnstreiks im Busverkehr Görlitz/Bautzen auf, auch OVO betroffen.
  • OVO fährt in Niesky/Weißwasser; nicht tarifgebunden, lehnt Streik als unzulässig ab.
  • Dienstag (17. März 2026) drohen im Norden Görlitz erhebliche Einschränkungen.
  • OVO klagt beim Sächsischen OVG Bautzen; Entscheidung noch am Montag erwartet.
  • moVeas verweist auf Urteil 2025 in Erfurt; Fahrgäste sollen Echtzeit/Notfahrpläne prüfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer am Dienstag (17. März 2026) mit dem Bus in die Schule oder zur Arbeit will, muss aller Wahrscheinlichkeit nach mit erheblichen Einschnitten rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat zwar bereits vor Tagen die Beschäftigten der Busunternehmen in den Landkreisen Görlitz und Bautzen zu Warnstreiks aufgerufen.

Dazu zählt auch das Unternehmen Omnibusverkehr Oberlausitz (OVO). Das ist eine Marke der moVeas und im Landkreis Görlitz in den Regionen Niesky und Weißwasser für den regionalen Linienverkehr zuständig.

Geschäftsführer Knut Gräbedünkel ist aktiv geworden und geht mit seinem Rechtsanwalt gegen den Streikaufruf juristisch vor, bestätigt er.

Streik im Landkreis Görlitz: OVO ist nicht tarifgebunden

Hintergrund: Das Unternehmen ist nicht Mitglied des Arbeitgeberverbandes Nahverkehr und somit nicht tarifgebunden. „Ein Streik gegen die OVO wäre daher rechtlich unzulässig, da Tarifverhandlungen ausschließlich zwischen Verdi und dem AVN geführt werden“, sagt OVO-Geschäftsführer Knut Gräbedünkel.

Der Streikaufruf stelle somit einen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb dar, da er den ordnungsgemäßen Ablauf des Unternehmens erheblich stören und wirtschaftlich beeinträchtigen würde. Bereits 2025 habe Verdi unzulässigerweise zu einem Streik bei der OVO aufgerufen, was zu erheblichen betrieblichen Störungen und wirtschaftlichen Schäden geführt habe.

Die Klageschrift ist am Montag nach Bautzen geschickt worden. Die 6. Kammer des Arbeitsgerichts Bautzen hat nun entschieden. Danach dürfen sich auch Beschäftigte des Omnibusverkehrs Oberlausitz am Streik beteiligen. Das Gericht orientiere sich bei seiner Entscheidung an einer Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, nachdem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer grundsätzlich berechtigt seien, an einem sogenannten Partizipationsstreik teilzunehmen, sofern deren Arbeitsverträge eine dynamische Bezugnahmeklausel auf die einschlägigen Tarifverträge enthalten.

OVO-Geschäftsführung macht Busfahrern ein Angebot

Demnach darf die OVO also bestreikt werden, wovon der Linienverkehr, insbesondere der Schülerverkehr, betroffen sei. Auch deshalb hatte die Vorsitzende Richterin der 6. Kammer des Arbeitsgerichts Bautzen in dem Gerichtstermin eine vergleichsweise Beilegungsmöglichkeit angeregt, nach der der morgige Streik erst ab 9 Uhr beginnen könne, um sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler rechtzeitig zur Schule kommen können. Diese Lösung wurde von der OVO begrüßt, während Verdi den Vorschlag ablehnte, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.

Um die vertraglich zugesicherte Zuverlässigkeit gegenüber dem Landkreis Görlitz zu gewährleisten, hauptsächlich für den Schülerverkehr, setzt die OVO-Geschäftsführung nun ein besonderes Anreizmodell ein: „Wir müssen gewährleisten, dass der Linienverkehr- und der Schülerverkehr stabil bleiben. Deshalb sagen wir allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die an allen im Monat März geplanten Streiktagen fahren, mit der nächsten Lohnzahlung im März einen Tankgutschein über 50 Liter Treibstoff für den Privatgebrauch zu“, erläutert Knut Gräbedünkel. „Mit dieser Maßnahme wollen wir sicherstellen, dass die Fahrgäste, insbesondere die Schülerinnen und Schüler, zuverlässig befördert werden.“

Vor Fahrtantritt am Tag des Streiks informieren

Die OVO bedient im Auftrag des Landkreises Görlitz gemeinsam mit ihren Partnerunternehmen Teich-Trans & Teich-Touristik GmbH, Busbetrieb Kolchmeier GmbH und Taxi-Bus Galow GbR das Linienbündel „Nord“ sowie das Linienbündel „Görlitzer Umland“. Dies entspricht jährlich 3,45 Millionen Fahrplan-Kilometern.

Unabhängig von der richterlichen Auseinandersetzung bei der OVO rät die Kreisverwaltung, sich vor Fahrtantritt bei den Verkehrsunternehmen zu informieren. Diese würden auch an Notfallfahrplänen arbeiten.

Informationen gibt es unter www.ov-oberlausitz.de oder www.dbregiobus-ost.de.

Auch die Echtzeitauskunft des Zvon kann laut Kreisverwaltung helfen. Fahrten, die als Ausfall gekennzeichnet sind, fallen aus. Fahrten, die mit Echtzeit angezeigt werden (pünktlich oder verspätet), fahren. Touren, die nicht als Ausfall gekennzeichnet sind, aber keine Echtzeit hinterlegt haben, können ausfallen.