Mit Spannung schauen gleich mehrere Seiten auf den Stadtrat in Weißwasser. Dieser sollte ursprünglich am 27. September über das von Ex-Finanzer Rico Jung und Jörg-Manfrad Schönsee initiierte Bürgerbegehren entscheiden. Ziel des Begehrens ist es, den vom Stadtrat beschlossenen Beitritt der Stadt Weißwasser zum Wasserzeckverband „Mittlere Neiße-Schöps“ zu verhindern. Nun aber wird die Sitzung abgesagt.

Weißwasser

„Die laut Sitzungskalender, Amtsblatt und Einladung terminierte Stadtratssitzung am 27. September ab 16 Uhr in der Bruno-Bürgel-Oberschule-Turnhalle wird verschoben“, erklärt Stadtsprecher Wulf Stibenz. Der neue Termin für die Stadtratssitzung ist der 10. Oktober ab 16 Uhr. Ob die Versammlung ebenfalls in der Turnhalle stattfindet, sei noch in Klärung, hieß es weiter.

Was ist der Grund für die Verschiebung?

Hintergrund der Verschiebung sei, dass die Stadtwerke Weißwasser (SWW) kurzfristig die Stadtverwaltung informiert haben, dass es einen wichtigen Termin mit Vertretern der Landesregierung, mehrere Kommunen in Ostsachsen, Umweltbehörden des Landratsamtes Görlitz sowie der Sächsischen Aufbaubank (SAB) an jenem 27. September gebe. Dabei soll es um das derzeit größte Investitionsvorhaben im Sinne der künftigen Trinkwasserversorgung zwischen Südbrandenburg und Ostsachsen gehen. Da die Planung der Hauptversorgungsleitung – es geht um ein Strukturwandelvorhaben, für das Weißwasser 8,07 Millionen Euro erhalten hat – für die Stadt und mehrere Zweckverbände bis Bautzen, Hoyerswerda, Kamenz oder Boxberg essenziell für die Zukunftssicherung der ganzen Region ist, sei die Vertretung der Stadt referatsübergreifend und inklusive der Anwesenheit des Oberbürgermeisters unabdingbar.
Die Trennung der Doppelleitung zwischen Schwarze Pumpe und Weißwasser und der Erhalt des Fernleitungssystems soll Industrieansiedlungen überhaupt erst möglich machen. Ferner geht es um einen Ringschluss mehrere Leitungssysteme in Ostsachsen, die nach Rundschau-Informationen schon jetzt sehr Investitionskosten erfordern.