Dass das Hotel Kristall in Weißwasser ursprünglich als Arbeiterwohnheim für das nahegelegene Kraftwerk Boxberg gebaut wurde, wissen heute noch die Wenigsten. Schnell aber wurde Ende der 70er Jahre klar, dass es als Wohnheim wohl nicht gebraucht werden würde. „Es wurde im Mai 1979 als Bettenhaus eröffnet“, erinnert sich die heutige Inhaberin Christina Piche. Seinerzeit hatte sie ihre Diplomarbeit über die Umnutzung des Wohnheims für den neuen Eigentümer „Handelsorganisation“ (HO) verfasst.

Seither ist Christina Picha mit dem Haus verbunden und hat immer schon – als Angestellte und als Besitzerin – aus dem etwas gemacht, was das Haus hergegeben hat. „Ein Umbau der Zimmer ist aufgrund der Plattenbauweise immer mit großem Aufwand verbunden“, weiß sie aus Erfahrung.

Glastradition war Namensgeber

Seit Mitte der 80er Jahre heißt das Haus Hotel „Kristall“ in Anlehnung an die Glastradition der Stadt. Dass es nach der Wende überhaupt in den Besitz der Weißwasseranerin gekommen war, ist schon ein kleines Ausrufungszeichen. „Ich habe eine Firma gegründet und mit viel Aufwand einen Pachtvertrag von der Treuhand bekommen“, erinnert sie sich, „immerhin bin ich eine Frau und dazu noch Ostdeutsche.“ 1993 hat Christina Piche das Haus für viel Geld gekauft.

Weitere Kosten für Sanierungsarbeiten und dem Anbau von Restaurant und Foyer sind später angefallen. „Durch ein Netzwerk von regionalen Firmen, dem Hotelverband Dehoga sowie zahllosen Gesprächen mit Banken sind wir in sichere Fahrwasser gekommen“, erzählt Christina Piche.

Und das liegt sicher auch daran, dass sie sich mit Sohn Daniel Piche weitere Geschäftszweige aufgebaut hat. Neben dem Stadtstrand im Außenbereich ist das Catering-Geschäft inzwischen ein weiteres Standbein. Auch die zwölf Service-Appartements, die das Hotel, vermietet, tragen zur wirtschaftlichen Stärke bei.

Ein Blick in die Zukunft

Nun gehe es darum, sich für die Zukunft aufzustellen. Neben Digitalisierung und der Hotelbuchung sowie -nutzung mit dem Smartphone bleibt auch die Mitarbeitergewinnung ein Thema. „Wir sind 18 Mitarbeiter und zwei Azubis“, sagt Christina Piche. Und alle wollen am Samstag, 9. November, die Weißwasseraner einladen. Neben allerlei Historischem dürfen die Gäste zwischen 11 und 17 Uhr in die Hotelzimmerschauen, Produkte verkosten, sich Dekorationsideen ansehen und natürlich mit den Inhabern ins Gespräch kommen.