Sonnenfinsternis 2026: So erleben die Menschen in Weißwasser das Himmelsspektakel

Sonnenuntergang nach der Finsternis über dem Leag Braunkohleabbaugebiet am Rand von Weißwasser vom Turm am Schweren Berg blickend. Mit dem Andrang rund um das rahmenbildende Familienfest, hat selbst das Orga-Team der Station für Technik, Naturwissenschaften und Kunst nicht gerechnet.
Aline Nickel- Rund 1500 Menschen besuchten am Schweren Berg in Weißwasser ein Familienfest zur Finsternis.
- Die Station für Technik, Naturwissenschaften und Kunst lud zu „Sonne, Licht und Schatten“ ein.
- Ab 18 Uhr gab es 500 kostenlose Schutzbrillen des DZA – sie waren nach 20 Minuten vergriffen.
- Lausitzer Sterngucker erklärten das Phänomen, ein Teleskop lieferte Bilder für einen Zeitrafferfilm.
- Band Aepnoia spielte ab 20.30 Uhr, unterstützt wurde das Fest von DZA, MINOS, Leag und „Partnerschaft für Demokratie“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bratwurst, Softeis und Sonnenfinsternis-Brillen: Am Turm am Schweren Berg in Weißwasser dreht sich am Mittwochabend, 12. August 2026, alles um Sonne, Mond und Sterne. Die Station für Technik, Naturwissenschaften und Kunst aus Weißwasser hatte wegen der partiellen Sonnenfinsternis zum Familienfest „Sonne, Licht und Schatten“ eingeladen - und damit offenbar einen Nerv bei den Menschen getroffen. Rund 1500 Besucher kamen im Laufe des Abends auf das Gelände am Tagebaurand.
Schon zur Eröffnung füllte sich der Platz. Familien informierten sich an den Ständen, probierten Mitmachangebote aus oder kühlten sich mit Softeis ab. Auch der Verein Lausitzer Sterngucker hatte sich auf der ersten Plattform des Turms eingerichtet.
Dort erklärte Vereinsmitglied Rüdiger Mönch unter anderem, wie ein Spektrograf funktioniert. Das Gerät zerlegt das Sonnenlicht in seine Spektralfarben. Anhand dunkler Linien kann erkannt werden, welche chemischen Elemente in der Sonne vorkommen.
Aussichtsturm in Weißwasser bei Sonnenfinsternis sehr begehrt
Das Interesse an der Sonnenfinsternis war groß - entsprechend begehrt waren Schutzbrillen. „Alle Brillen der Region aufgekauft“, habe man für das Fest, berichtete Bernd Frommelt, der Leiter der Station. Rund 500 kostenlose Brillen des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) wurden ab 18 Uhr ausgegeben. Innerhalb von 20 Minuten waren sie vergriffen. Wer mochte, konnte einen Obolus in die Spendenbox werfen, womit die Kosten für die Beschaffung idealerweise gedeckt wurden.
Auch die Aussichtsplattformen des Turms wurden zum begehrten Beobachtungsplatz. Frommelt hatte bereits bei der Eröffnung angekündigt, bei großem Andrang notfalls Bändchen zu verteilen - was jedoch nicht nötig war. Viele Besucher suchten sich auch rund um den Turm einen geeigneten Platz mit freiem Blick auf den Himmel.
Zu den Schaulustigen auf dem Turm gehörte Familie Dietrich/Hentschel. Eigentlich waren die Eltern mit ihren beiden acht und neun Jahre alten Söhnen eher zufällig auf das Fest aufmerksam geworden. „Wir haben von der Veranstaltung im WhatsApp-Status erfahren, sonst wären wir jetzt nicht hier“, erzählt Mama Hentschel.
Sie und ihr Partner können sich noch an die totale Sonnenfinsternis von 1999 erinnern. Besonders für die beiden Jungen sei das aktuelle Ereignis „spannend“. Gleichzeitig nutzte die Familie die Gelegenheit, erstmals auf die oberste Plattform des Turms zu steigen und den Blick über den Tagebau schweifen zu lassen.
Als sich gegen 19.07 Uhr der Mond langsam vor die Sonne schob, wurde es auf dem Gelände merklich voller. Noch währenddessen erklärten die Lausitzer Sterngucker, was am Himmel zu beobachten war. Vereinsmitglied Horst Deckwerth aus Spremberg hatte zudem ein Teleskop mit spezieller Kamera aufgebaut. Rund 2000 Fotos nimmt der Hobbyastronom während des Finsternisverlaufs auf, um daraus später einen Zeitrafferfilm zu erstellen.
Auch die vier Freundinnen Mone, Simone, Sophie und Monika aus Weißwasser und Weißkeißel waren direkt nach Feierabend zum Schweren Berg „gerannt“. Vom Fest hatten auch sie eher zufällig über Bekannte erfahren. „Aber toll, wie die das gemacht haben und dass auch so viele gekommen sind“, sagte Simone.

Die Freundinnen Mone (v.l.), Simone, Sophie und Monika aus Weißwasser und Weißkeißel sind sofort nach Feierabend „hergerannt“ für das Spektakel zwischen Erde, Mond und Sonne.
Aline NickelNeben der Beobachtung der Sonnenfinsternis bot das Fest deshalb reichlich Gelegenheit, sich mit Astronomie und Naturwissenschaften zu beschäftigen. Besucher konnten unter anderem ein Radioteleskop selbst bauen. Zudem gab es zahlreiche Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen zu begutachten, die im Wettbewerb „Sonne, Licht und Schatten“ der Station ihre Vorstellungen vom Universum kreativ umgesetzt hatten - und so Wissenschaft und Kunst miteinander verbanden.
Nach der Sonnenfinsternis gibt's noch eine Aftershow-Party
Mit zunehmender Verdunkelung veränderten sich schließlich nicht nur die Stimmung, sondern auch das Wettergefühl. Innerhalb von etwa einer halben Stunde sanken die Temperaturen auf rund 20 Grad Celsius. Während sich die ersten Besucher bereits auf den Heimweg machten, blieben andere zur Aftershow-Party.
Oberbürgermeisterin Katja Dietrich, die bereits zur Eröffnung einige Worte gesprochen hatte, kam noch einmal zurück und mischte sich unter die Besucher. „Ich finde das super, dass so viele hergekommen sind“, freute sie sich sichtlich und genoss die Atmosphäre. Ab 20.30 Uhr sorgte die Band Aepnoia aus Bad Muskau noch für Live-Musik.
Die Station junger Techniker und Naturforscher bedankt sich abschließend bei allen Projektpartnern und Unterstützern, die das Familienfest möglich gemacht haben. Neben dem DZA unterstützt die MINTMachRegion Ostsachsen (MINOS) schon lange die Station. Die Leag habe außerdem den Veranstaltungsort mit dem Turm für das Fest freigegeben. Finanziell wurde die Veranstaltung vor allem über das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ getragen, das lokale Projekte für demokratische Beteiligung, Zusammenhalt und ein vielfältiges Miteinander fördert.















