Die Stadt Weißwasser hat in Zittau vom Amtschef des Staatsministeriums des Inneren einen mit 10 000 Euro dotierten Sonderpreis erhalten. Diesen hat Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak entgegengenommen. „Zwar ist eine Kundenkarte für den Handel auf den ersten Blick zunächst keine besonders innovative Idee. Es gelingt der Stadt Weißwasser jedoch in höchstem Maß, das Jahresmotto ‚Kreatives Handeln in Erlebnis wandeln’ durch eine geschickte Verbindung verschiedener standortspezifischer Aspekte abzubilden“, heißt es in der Jury-Begründung.

City-Manager Frank Lublow erklärt, was die Idee ist: „Im Grunde geht es darum, den Einzelhandel der Stadt zu stärken und das Ganze mit einer Tradition zu verbinden, die neu belebt wird.“ Vor vielen Jahren nämlich schon haben Glasarbeiter in Weißwasser eine Wertmarke bekommen, mit der sie in Weißwasser bestimmte Dinge erwerben konnten. Die Idee ist nun, eine solche Karte – dem Glas nachempfunden – wieder einzuführen. „Sie soll eine Art City-Gutschein sein, mit dem man nicht nur Einkaufen kann, sondern auch Einrichtungen der Stadt besuchen kann“, erklärt der City-Manager.

Karte mit Sammlerwert

Konkret soll auf der Karte ein QR-Code angebracht sein, mit dem man beispielsweise das Glasmuseum oder andere Einrichtungen der Stadt besuchen kann. Auf der anderen Seite könnten Inhaber der Acryl-Karte – „Die einen Sammlerwert haben soll“, wie Frank Lublow unterstreicht – aber eben auch einkaufen können. So etwa ließe sich das Geld in der Stadt halten und nicht etwa im Online-Handel verschwinden.

Die Glasindustrie, die für Weißwasser identitätsstiftend und für Touristen interessant ist, werde so Teil des Projektes zur Stärkung des Einzelhandels. „Durch die dargelegten Synergieeffekte entstehen aus Sicht der Jury interessante Anknüpfungspunkte für Folgeprojekte in den kommenden Jahren“, heißt es deshalb auch in der Begründung für den Preis.

Frank Lublow will den Einzelhandel stärken Rückkehrer managt Geschäfte von Weißwasser

Weißwasser

Nun, so Frank Libulow, müsse es darum gehen, so viel wie möglich Händler davon zu überzeugen, mitzumachen. Dazu soll am Boulevard ein „Stadtwerkstube“ eingerichtet werden. Dort soll nicht nur ein Treffpunkt für Einzelhändler der Stadt entstehen, sondern auch eine kleine Werkstatt für Bürger und Einwohner. „Es hat sehr lange gedauert, alle Genehmigungen zusammenzuhaben“, gibt der City-Manager zu. Allerdings soll im Dezember nun endlich der Startschuss dafür fallen.

Zustimmung vom Stadtrat fehlt

Allerdings müsste dafür der Stadtrat zustimmen. Der nämlich soll in der kommenden Stadtratssitzung am Donnerstag, 28. November ab 16 Uhr in der Stadtbibliothek, eine Sonderausgabe aus dem Haushalt genehmigen. Die ist nötig, um das Projekt Stärkung des Einzelhandels sowie die Einrichtung der Stadtwerkstatt auf den Weg zu bringen. Und immerhin, die Landesregierung und die Jury des Wettbewerbs „Innenstädte beleben“ hat die Idee so gut gefunden, dass es 10 000 Euro als Start gibt.