Einen solchen Fang machen Zoll und Bundespolizei auch nicht jeden Tag. In Krauschwitz verhindern sie am Mittwoch den Schmuggel von Rohtabak. 1,5 Tonnen wurden sichergestellt.

Am frühen Morgen des 10. Juni beobachtete eine gemeinsame Streife von Zoll und Bundespolizei einen aus Polen kommenden Mann in Wathose, der den Wildabwehrzaun öffnete. Danach verschwand er wieder in Richtung des Flusses, teilt das Hauptzollamt Dresden mit.
Nur Minuten später näherte sich auf deutscher Seite ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit und fuhr direkt durch den geöffneten Wildzaun bis ans Neißeufer. Als die Beamten wenig später an dieser Stelle eintrafen, stand der geöffnete Opel mit polnischen Kennzeichen am Ufer. Der Fahrer war verschwunden. Allerdings befanden sich am polnischen Ufer fünf Personen und ein Quad mit großem Anhänger. Aus dem Opel waren unmittelbar zuvor vier in Folie verpackte Pakete ans Neißeufer geworfen worden. Im Fahrzeug befanden sich weitere Pakete dieser Art. Eines dieser Bündel war beschädigt und es waren Ballen mit Rohtabak erkennbar.

Steuerschaden entsteht erst bei Zigarettenschmuggel nach Deutschland

Aufgrund der Umstände und der Menge ist davon auszugehen, dass der Rohtabak nach Polen verbracht und dann zur illegalen Herstellung verbrauchsteuerpflichtiger Tabakwaren verwendet werden sollte. „Erst wenn die Zigaretten nach Deutschland eingeführt werden, kann man einen Steuerschaden ermitteln“, so Pressesprecherin Heike Wilsdorf.
Die Beamten stellten den Tabak und das Transportfahrzeug sicher. Insgesamt wurden im Anschluss 52 Ballen mit einem Gesamtgewicht von 1500 Kilogramm gewogen. Die Route der Schmuggler der Rohware über Deutschland nach Polen sei nicht ungewöhnlich. Der Tabak stamme oft aus Bulgarien.