Schloss Niederspree: Sommerferien-Angebote bei Rietschen trotz Bauarbeiten

Kleine Entdecker: Christian, Alfons, Will, Tim und Richard gehören zu den Kindern, die während der Sommerferien am Schloss Niederspree bei Rietschen viele Entdeckungen in der Natur machten - und sich auch ihre Hütten und einen Versammlungsplatz im Wald schufen.
Jürgen ScholzEin Ferien-Angebot nach dem anderen gibt es derzeit an der Naturschutzstation in Förstgen, aber auch an Schloss Niederspree. Dort sind aber auch Bauarbeiter zugange. Denn das Schloss wird mit Millionenaufwand über den Kohle-Fonds saniert - wieder zu einem Umweltbildungszentrum.
Das knapp 100 Jahre alte Jagdschloss ist nun von einem Graben umgeben. Die Arbeiter der Firma aus Spree haben die Außenmauern freigelegt und auch im Untergeschoss den Putz abgeklopft. Mit einem ersten Erfolg, wie Annett Hertweck feststellt. Der Muff ist weg. Die weiteren Arbeiten für die Trockenlegung beginnen diese Woche.

Rings um die Außenwände ist die Erde beseitigt worden - auch die Treppe am Haupteingang musste erst einmal weichen. Diese Woche beginnt die Trockenlegung.
Jürgen ScholzDie klamme Feuchtigkeit ist aus dem Untergeschoss verschwunden, seitdem die Außenmauern frei liegen und die Ziegelmauern wieder atmen können. Die Leiterin der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz ist hörbar erleichtert. Der Boden ist trocken und sandig.
Das macht vieles einfacher. Denn das von der Giebelseite ebenerdig erreichbare Untergeschoss soll auch die Wohnungen für Studenten aufnehmen, die die Fauna und Flora im Naturschutz-Gebiet erforschen. Dort sollen aber auch barrierefreie Unterkünfte entstehen. Weitere Unterkünfte für bis zu sind im Obergeschoss vorgesehen.

Im kleinen Saal hängen die Bauzeichnungen für das ehemalige Jagdschloss aus. Bis Ende 2025 solle die Sanierung abgeschlossen sein, verweist Annett Hertweck auf die zeitlichen Ziele der Bauleute. Bisher blieben alle Aufträge in der näheren Region.
Jürgen ScholzDie Zusammenarbeit mit Universitäten gehört ebenso zu Konzept wie die mit Schulen: Das neue Umweltbildungszentrum soll vollkommen neue Möglichkeiten bieten - vor allem mehrtägige Angebote. Das war zuletzt wegen des Zustandes des Gebäudes nicht mehr möglich, das eine wechselhafte Geschichte hatte. Die „Stasi-Sauna“ im Untergeschoss wird daran erinnern.

Die im Volksmund so genannte „Stasi-Sauna“ im Untergeschoss des Schlosses soll erhalten werden. Das ursprüngliche Jagdschloss hatte im Laufe der Jahrzehnte viele verschiedene Nutzer.
Jürgen ScholzSchon einmal war das einstige Jagdschloss ein Umweltbildungszentrum - nach der Wende. Dann zerschlugen sich andere Pläne, bis Annett Hertweck das Areal für den Trägerverein der Naturschutzstation erwarb. Damals noch ohne klare Finanzierung für den Ausbau.
Der wird nun möglich durch die Förderung über das Investitions-Gesetz Kohle (InvKG). Der mehr als 4,4 Millionen Euro kostende Umbau des Schlosses zum Umweltbildungszentrum wird als Strukturwandelprojekt mit 3,9 Millionen Euro gefördert. Den Rest muss der Verein selbst zusammenbringen - und sammelt dafür auch noch Spenden.
Man will für sächsisch-tschechische Umwelt-Projekte Interreg-Angebote machen, Universitäten und Schulen Angebote machen, Sommercamps anbieten über die sächsischen Ferien hinaus. Aber eines will man nicht: „Wir wollen kein Tourismuszentrum sein“, betont Annett Hertweck.
Ein Beispiel sind die trotz der Bauarbeiten laufenden Ferienangebote der Naturschutzstation an ihren zwei Standorten in Förstgen und an Schloss Niederspree. Möglich sind die auch durch einen Gewinn beim sächsischen Simul-pus-Wettbewerb, die Integration in das Angebot des Biosphärenreservats oder der Förderung der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.
Durch solche Unterstützung kann die Naturschutzstation in diesem Jahr elf Angebote unterbreiten, die zwischen 45 und 135 Euro kosten – für einige gibt es auch noch freite Plätze wir für ein dreitägiges Artenforscher-Camp für zwölf- bis 15-Jährige, die sich vor allem mit Fledermäusen befassen werden.

Einen Reisighaufen haben die Kinder auf der Wiese neben dem Schloss angelegt. Dort haben sich auch einige Eidechsen eingefunden. Wer genau hinschaut, entdeckt das Weibchen bei Lotta am oberen Ende des dunklen Stammes und den Kopf des Männchens bei Paul am unteren Ende des Stamms.
Jürgen ScholzWährend die Fledermaus-Forscher über Nacht bleiben und ihre Zelte mitbringen, waren die Teilnehmer des Ferienangebots für die Jüngeren nur über Tag da. Angebote gab es genug. Es wurden Nistkästen für Vögel und Fledermäuse gebaut sowie ein Igel-Unterschlupf, es wurde etwas abseits der Baustelle ein Reisghaufen für Eidechsen angelegt.
Die Jungs bauten sich ihr Hüttendof im Wald, einige Mädchen schufen ein gefilztes Schild für die Naturschutzstation - natürlich aus der Wolle der Förstgener Schafe. 20 Jahre alte Zäune wurden abgebaut und für eine spätere Verwendung eingelagert. Und ein Ausflug ins Senckenberg-Museum und zu einem Teichwirt gehörten auch dazu.

Katarina und Ella verarbeiten die Wolle aus Förstgen zu einem Filz-Teppich mit dem Namen der Naturschutzstation.
Jürgen ScholzDas Angebot ist gestaffelt. Es gibt Freizeiten für Jüngere, dann für Ältere, nach dem Angel-Kurs für Einsteiger Anfang Juli wird es in den Herbstferien einen Angelkurs für Fortgeschrittene in Förstgen geben. Nachdem sich Ende Juli die Schüler mit Fledermäusen im Teichgebiet Niederspree beschäftigen, wird es am 30. August 2024 auch eine Fledermaus-Exkursion für Ältere geben, bei der dieses Mal auch ein Floh-Experte mit dabei ist. Ein ähnliches Angebot gab es schon im Sommer 2023.
Zwei Naturschutzstationen machen Umweltbildungsangebote in der Region Weißwasser
Insgesamt elf Ferienangebote gibt es in diesem Jahr von der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz. Für einige gibt es auch noch freie Plätze, wie für das Artenforschercamp Ende Juli in Niederspree. Nähere Informationen und Anmeldungen sind möglich im Internet über www.naturschutzstation-oestliche-oberlausitz.de, wo auch weitere Termine aufgeführt sind.
Umweltbildungsangebote macht auch die Naturschutzstation Muskauer Heide, die bei der Station in Weißwasser angesiedelt ist.


