Von Regina Weiß

Im eigens aufgestellten Wettbewerb mit der Bundeshauptstadt Berlin liegt Schleife gut im Rennen. Es geht um das Bauvorhaben Deutsch-Sorbischer Schulkomplex versus Hauptstadtflughafen BER. Diesen Wettkampfgedanken hatte Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) bei der Grundsteinlegung für das Millionen-Projekt am Rande des Dorfes im September 2017 ausgesprochen. Mittlerweile wächst das Bauvorhaben zusehends, mehr als die Hälfte der Bauzeit ist vorbei. „Wir liegen richtig gut“, kann Bauamtsleiter Steffen Seidlich gegenüber der RUNDSCHAU einschätzen. Und damit meint er nicht nur den Zeitfaktor, sondern auch den Kostenrahmen.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn auf der Baustelle in Schleife nur wenige Tage wirklich Feiertagsruhe herrschte. „Die ersten Baubetriebe waren am 2. Januar wieder da“, weiß Seidlich. Ein Großteil der Arbeiten ist von außen gar nicht mehr zu sehen. So werden im künftigen Grundschulbereich, der per Dieselaggregat auf die entsprechende Temperatur gebracht wird, durch die Maler die Wände verspachtelt, Leitungen durch Elektriker verlegt und Fliesen an die Wand gebracht. Gleiches soll ab Januar auch im Oberschulbereich passieren. Die Fassade dort ist bereits geschlossen, bis auf ein spezielles Brandschutzfenster zum Turnhallenflachdach. Die Bereiche Heizung und Lüftung stehen dann als Nächstes an. Die Handwerker geben sich quasi in der künftigen Bildungseinrichtung die Klinke in die Hand.

Und auch im Außenbereich ist in den letzten Wochen viel geworden. Bei den Sportanlagen ist bereits sichtbar, wo sich künftige Schüler auf der 400-Meter-Bahn abmühen werden. Straßenentwässerungsanlagen „verschwinden“ in der Erde. Borde kommen auf dieselbe, um die Parkflächen abzugrenzen. „Das Tempo muss auch so weitergehen“, stellt Steffen Seidlich klar. Nicht nur im Hinblick auf Berlin, sondern auf das Zeitfenster, was sich die Schleifer selbst gesetzt haben.

So sind die Monate November, Dezember 2019 allein für die Bauabnahmen dieses Komplexes gedacht. Und auch der Umzug in den Winterferien 2020 ist bereits mehr als nur ein Gedankenspiel. Als Erstes sind die Lehrer angesprochen worden, um sich zu überlegen, welches Inventar für ihren Fachbereich aus der alten Schule mit muss. „Wir müssen zeitnah anfangen. Das alles ist nicht zu unterschätzen.“ Nicht nur, weil zwei Wochen Winterferien nun nicht so viel Zeit lassen, sondern auch weil an Tausende Dinge gedacht werden muss. Mit einem Wohnungswechsel ist das absolut nicht zu vergleichen. Deshalb ist für Steffen Seidlich klar, da sind Profis gefordert.

Aber zurück zum Baugeschehen. Dieser bisher positive Verlauf wäre ohne den Oberbauleiter und die Firmen so nicht denkbar. Da laufen die Abstimmungen gut und gibt es Hinweise zur rechten Zeit. Steffen Seidlich verweist dabei zum Beispiel auf die zu öffnenden Fensterflügel, die die entsprechende Sicherheitsverglasung haben müssen. Die Fensterbaufirma aus Forst wusste von der entsprechenden Richtlinie und gab ihr Wissen gleich weiter.

Von 42 Einzellosen für das Bauvorhaben mussten 80 Prozent der Bauleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Als Nächstes steht das Lospaket 7 zur Vergabe an. Da geht es um solche Dinge wie den Sportboden oder die Tribüne, Rollos zur Verdunklung oder die Begrünung rund um die neuen Gebäude. Es wird Thema in der Ratssitzung am 8. Januar sein. Geplant ist, dass die Räte den Bürgermeister ermächtigen, den Auftrag an den wirtschaftlichsten Bieter zu erteilen. Denn die Submission ist erst nach der Ratssitzung. „Und wir wollen nun mal keine Zeit verlieren“, unterstreicht Steffen Seidlich noch einmal.

Apropos Zeit. 2008 begann die Planung für das Neubauvorhaben. 2011 lag die Baugenehmigung vor. Es wurde geplant, es wurde angepasst. „Ich kann nicht nur ein Buch schreiben“, blickt der Bauamtsleiter auf das Bauende voraus und die Erfahrungen, die zwischenzeitlich im Bauamt Schleife in Bezug auf diesen Komplex gewachsen sind.

Übrigens hat Bürgermeister Reinhard Bork die Gelegenheit jüngst genutzt und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zur Besichtigung der Großbaustelle eingeladen. Der MP soll den Termin selbst benennen.