Seinen neuen Spitznamen hat Dieter Platzk jetzt weg. Er ist der „Graf Callenberg der Neuzeit“. Den Namen hat der Gablenzer nicht von ungefähr „verliehen“ bekommen. Unter Graf Callenberg ist damals die Trinitatiskirche in Gablenz errichtet worden. Sie feiert deshalb in diesen Tagen ihr 260. Kirchweihjubiläum. Dieter Platz hat sich im Auftrag des Gemeindekirchenrates der Sanierung des ersten Bauabschnitts – konkret dem Kirchturm – verschrieben. Zeit, Engagement, Wissen und Ideen habe er dafür eingebracht. Der so Gelobte tut das ab, er steht gar nicht gern im Mittelpunkt.

Gablenz

Er ist Teil eines Gemeinschaftswerkes, findet er. Und freut sich beim Dankesgottesdienst vom ganzen Herzen, dass der erste Abschnitt so gut gelungen ist. Dass man im Zeitrahmen und auch fast im Kostenrahmen geblieben ist. Noch sind nicht alle Rechnungen komplett durch. Doch rund 220 000 Euro sind in die Bauarbeiten geflossen. Dabei hat vor allem die Holzkonstruktion die Bauleute vor Herausforderungen gestellt. Holz, das auf den ersten Blick noch gut aussah, stellte sich als stark geschädigt heraus. Mehr als 50 Prozent mussten erneuert werden. „Dass der Turm überhaupt noch steht, ist eigentlich ein Wunder“, erklärt Dieter Platzk. Der Echte Hausschwamm hatte über die Jahre ganze Arbeit leisten können und das Holz regelrecht zerfressen. Die Baufirmen hatten in luftiger Höhe oder in den beengten Räumlichkeiten des Turms alle Hände voll zu tun. Als Dankeschön für ihre gute Arbeit werden sie von der Gablenzer Kirchgemeinde mit metallenen Zunftzeichen geehrt. Architekt Klaas Fiedler ist beim Abschluss für den ersten Bauabschnitt fast schon ein bisschen wehmütig. Die Zusammenarbeit habe ihm vor Ort immer viel Spaß gemacht, vor allem weil lösungsorientiert gearbeitet worden ist.

2021 soll weitergebaut werden

So kann es gern weitergehen. Allerdings nicht gleich und sofort. Der zweite Bauabschnitt – das Kirchenschiff – muss noch etwas warten. Ohne Fördermittel lässt sich das Vorhaben nicht umsetzen. Diese sollen 2020 beantragt werden, sodass ab 2021 gebaut werden kann.

Die Dachkonstruktion hat dieselben Probleme wie der Turm. Deshalb tut auch dort Erneuerung Not. „Wollen wir hoffen, dass es noch so lange hält“, so Dieter Platzk. Hinzu kommen Fassade und Fenster. „Alles wie beim Turm, nur eben umfangreichen.“. Auf rund 260 000 Euro belaufen sich die Kostenschätzungen.

„An der Kirche haben Generationen gebaut und umgebaut. Was man lieb hat, das hegt und pflegt man auch“, findet Pfarrerin Miriam Arndt.