Der Bundesgerichtshof hat die Revision eines 35-Jährigen aus Görlitz gegen das Urteil des Landgerichts Görlitz abgelehnt. Er ist wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe im vergangenen Jahr verurteilt worden. Das Urteil steht nunmehr fest, informiert das Landgericht.

Görlitzer tötet Seniorin in ihrer Wohnung

Der inzwischen 35-jährige Dreher hat im Sommer 2018 mehrfach in Ostsachsen älteren Damen Handtaschen weggenommen. Teilweise wurden sie dabei erheblich verletzt. In einem Fall gelang es ihm auf diese Weise auch, sich in den Besitz des Wohnungsschlüssels einer 90-jährigen Frau aus Görlitz-Königshufen zu bringen. Die Seniorin bemerkte allerdings den Verlust des Schlüssels nicht. Mit diesem verschaffte sich der Angeklagte in der Nacht zum 15. August 2018 Zutritt zur die Wohnung seines alleinstehenden Opfers. Als sie aus dem Schlaf erwachte, klebte er ihr Mund und Nase mit dem mitgebrachten „Panzertape“ zu und kniete sich auf ihren Brustkorb. Wie sich durch die spätere Obduktion des Opfers herausstellte, sind dabei elf Rippen gebrochen. Sein Opfer erstickte, was dem Angeklagten egal war. Der nun Verurteilte beseitigte die Spuren der Tat und legte die alte Dame ins Bett, damit es aussehe, als sei sie im Schlaf verstorben. Weil er mit der erbeuteten Geldkarte kein Geld abheben konnte, beging er noch am selben Tag den nächsten Handtaschenraub.
Die Hausärztin seines Opfers stellte einen natürlichen Tod fest. Erst als ihrer Enkelin zufällig bekannt wurde, dass noch nach dem Tod versucht worden war, Geld vom Konto abzuheben, wurden Ermittlungen aufgenommen. Bei den Abhebeversuchen waren von Überwachungskameras Aufnahmen gefertigt worden. Deren Veröffentlichung erbrachte Hinweise auf den späteren Angeklagten.

Angeklagter ist des Raubes überführt

Die folgenden Ermittlungen haben ergeben, dass der Mann in mehr als 20 Fälle des Handtaschenraubes – nur sechs davon waren Gegenstand der Anklage – verwickelt war. Vor Gericht hatte er das Eindringen in die Wohnung der 90-Jährigen zugegeben, ihren Tod aber als Unfall dargestellt. Das Landgericht Görlitz hat ihn im Juli des vergangenen Jahres wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge, sechs Fällen des Raubes und weiterer Delikte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Es hat außerdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt, was bedeutet, dass nicht bereits nach 15 Jahren geprüft wird, ob der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Das Urteil ist nunmehr rechtskräftig.