Polizei in Niesky
: 22-Jähriger sticht Syrer auf Bahnhofstraße nieder

UPDATE, 28. September: Ein groß angelegter Polizeieinsatz hat am Dienstagabend für Aufsehen in Niesky gesorgt. Auf der Bahnhofstraße ist ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei sucht nun Zeugen des Vorfalls.
Von
Regina Weiß
Niesky
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Polizei und Rettungskräfte waren beim Einsatz in Niesky gefordert.

Regina Weiß

Niesky ist eine beschauliche Kleinstadt und kein Hotspot in Sachen Kriminalität. Doch in den zurückliegenden Tagen gibt es schon einige Schlagzeilen, die für Gesprächsstoff sorgen. Da will sich beispielsweise ein Schrottdieb auf dem Gelände des gerade mal wenige Tage geschlossenen Waggonbaus bedienen und dann gibt es Steinattacken auf Pkws mit erheblichem Sachschaden.

Doch was dann am Dienstagabend (26. September) passiert, ist noch mal eine ganz andere Nummer. Auf der Bahnhofstraße greift ein Mann einen anderen an und verletzt ihn schwer. Nach Informationen von LR.de mit einem Messer. Anschließend flüchtete der Angreifer zu Fuß.

Hubschrauber der Polizei kommt in Niesky zum Einsatz

Ersthelfer kümmern sich und wählen den Notruf. Hinzueilende Rettungskräfte versorgen den Verletzten und bringen ihn in ein Krankenhaus. Polizisten sperren den Tatort ab und fahnden nach dem Flüchtenden. Ein Polizeihubschrauber unterstützt sie dabei.

„Aufgrund von Zeugenhinweisen gelang es, den mutmaßlichen Täter ausfindig zu machen. Kräfte des Einsatzzuges der Polizeidirektion nahmen ihn in seiner Wohnung vorläufig fest“, teilt Pressesprecherin Anja Leuschner mit. Laut Polizeidirektion Görlitz handelt es sich um einen 22-jährigen deutschen Mann.

Kriminaltechniker übernehmen die Sicherung des Tatortes. Die Arbeiten dauern bis in die Nacht. Das Technische Hilfswerk unterstützt die Kriminalisten bei der Ausleuchtung des Tatortes.

Zwischenzeitlich kann die Identität des Geschädigten ermittelt werden. Es handelt sich um einen 26-jährigen syrischen Staatsangehörigen.

Polizeidirektion Görlitz kann fremdenfeindliches Motiv ausschließen

Die Hintergründe der Tat sind nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Ein fremdenfeindliches Motiv kann nach gegenwärtigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden, so Anja Leuschner. Der Tatverdächtige weise psychische Auffälligkeiten auf und habe sein Opfer offenkundig willkürlich ausgewählt. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Am Mittwochnachmittag (27. September) wurde der psychisch erkrankte Tatverdächtige dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Unterbringung in einem Fachkrankenhaus an, teilte die Polizeidirektion Görlitz mit.

Sie sucht nun Zeugen, die den Angriff eventuell gesehen haben. Hinweise nimmt das Führungs- und Lagezentrum unter der Rufnummer 03581 468 100 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.