Parkseminar in Kromlau
: Gemeinsam anpacken für Kromlaus grünes Juwel

Beim 24. Parkseminar wird der Rhododendronpark Kromlau fit für die Zukunft gemacht. Warum davon auch der Tourismus profitiert – und an welchen Stellen dieses Mal angepackt wird.
Von
Aline Nickel
Gablenz
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Seit 24 Jahren findet an einem Wochenende das Parkseminar im Kromlauer Park statt – ausschließlich mit freiwilligen Helfern und unter der Leitung professioneller Landschaftsgärtner.

Seit 24 Jahren findet an einem Wochenende das Parkseminar im Kromlauer Park statt – ausschließlich mit freiwilligen Helfern und unter der Leitung professioneller Landschaftsgärtner.

Aline Nickel
  • 24. Parkseminar in Kromlau: Freiwillige pflegen den Rhododendronpark für die Zukunft.
  • Einsatz am 9. und 10. Oktober, Treffpunkt ist das Kromlauer Schloss, Einstieg flexibel möglich.
  • Arbeiten: Wildwuchs beseitigen, Sichtachsen freistellen, Pflege an Rhododendren und Baumkronen.
  • Neu ist umfangreiche Baumpflege mit Baumkletterern, Leitung durch Thomas Dietze und Lutz Flöter.
  • Verpflegung, Werkzeug und Vortrag zu Muskauer Park inklusive – eigenes Werkzeug kann mitgebracht werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vor mehr als zwei Jahrzehnten waren es rund 100 Teilnehmer, die beim ersten Parkseminar im Kromlauer Park mit anpackten. Schon damals sollte der Einsatz nicht nur Fachleuten vorbehalten sein, sondern ausdrücklich auch interessierten Bürgern offenstehen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Am 9. und 10. Oktober findet das 24. Parkseminar in Kromlau statt – und wieder sind alle willkommen, die etwas für den Erhalt des Parks tun möchten.

Denn die größte Rhododendren-Freilandanlage Deutschlands ist zwar ein beliebtes Ausflugsziel, ihre Pflege aber eine dauerhafte Aufgabe. Ein historischer Landschaftspark wie Kromlau lebt von seinen alten Gehölzbeständen, seinen Sichtachsen und den einzigartigen Bauten. Damit diese Strukturen erhalten bleiben, muss regelmäßig gesägt, gepflegt, zurückgeschnitten und freigestellt werden.

Beim Parkseminar wird diese Arbeit für kurze Zeit auf viele Schultern verteilt. Freiwillige Helfer unterstützen die Verantwortlichen und können dabei selbst erleben, was hinter der Pflege einer solchen Anlage steckt. Dazu bedarf es keiner bestimmten körperlichen Voraussetzungen. Auch Fachwissen ist nicht nötig.

Parkseminar im Rhododendronpark: Mitmachen und anpacken

Wer körperlich bestimmte Arbeiten nicht leisten kann oder nicht auf dem Waldboden knien möchte, muss das auch nicht tun. Seminarleiter und Landschaftsgärtner Lutz Flöter stimmt mit den Teilnehmern vor Ort ab, welche Arbeitsgruppe für wen geeignet wäre.

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Allgemein gilt: Jeder ist willkommen. Mehr helfende Hände bedeuten entsprechend ein schnelleres Ende. In den vergangenen Jahren wurde die Beteiligung am Parkseminar eher weniger und im Durchschnitt auch älter. Mit alkoholfreien Getränken werden die Helfer selbstverständlich versorgt an beiden Tagen. Werkzeuge werden zur Verfügung gestellt und am Samstag gibt es ein warmes Mittag- und Abendessen für alle Helfer.

Nicht zuletzt ist die gemeinsame körperliche Aktivität wie ein Workout und auch zum Abschalten vom Alltag bestens geeignet. Außerdem geht man vielleicht mit einem anderen Blick beim nächsten Spaziergang durch die Anlage, wenn man schließlich selbst geholfen hat, diesen zu erhalten.

Was die Helfer beim 24. Parkseminar in Kromlau erwartet

Beim 24. Parkseminar geht es in erneut unter anderem dem Wildwuchs zwischen Rhododendren und Azaleen an den Kragen. Auch die Baumkronen an markanten Stellen des Parks stehen im Mittelpunkt.

Besonders in den Schluchten, am Inselteich und am Richterstuhl soll Wildwuchs entfernt werden. Dazu kommen Pflegearbeiten am Rhododendronbestand und an den Sichtachsen, unter anderem am Eichenhügel. Für Letztere bekommen die Helfer Unterstützung aus luftiger Höhe: Baumkletterer übernehmen Arbeiten in den Kronen. Geleitet wird dieser Bereich von Thomas Dietze, Mitarbeiter der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau.

Für Landschaftsgärtner Lutz Flöter, der den Ablauf des Parkseminars maßgeblich organisiert, ist das in dieser Form etwas Besonderes: „Baumpflege in dem Maße, wie wir es jetzt vorhaben, hatten wir noch nie.“

„Baumpflege in dem Maße, wie wir es jetzt vorhaben, hatten wir noch nie.“
Lutz Flöter
Landschaftsgärtner und Parkseminar-Leiter

Dass dieser Bedarf erkannt wurde, hat auch mit der Deutschen Meisterschaft im Baumklettern zu tun, die im Mai erstmals in Kromlau ausgetragen wurde. Dietze, der die Veranstaltung mit nach Kromlau geholt hatte und sich seit Jahren ehrenamtlich beim Parkseminar engagiert, kennt die professionelle Baumpflege aus seiner eigenen langjährigen Arbeit. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Meisterschaft rückten auch die markanten Baumkronen des Parks stärker in den Blick. Nun sollen sie an ausgewählten Stellen fachgerecht gepflegt und freigeschnitten werden.

Auch eigenes Werkzeug kann mitgebracht werden. Wer Gartenhandschuhe, eine Gartenschere oder einen Spaten zu Hause hat, darf diese gerne einpacken. Das Team sei zwar in Absprache mit der Gemeinde Gablenz immer gut ausgestattet, mit dem eigenen Werkzeug gehe manche Arbeit aber einfacher und schneller. „Ein Spaten ist immer dienlich, wenn jemand einen eigenen hat“, so Seminarleiter Lutz Flöter abschließend.

Ablauf 24. Parkseminar in Kromlau

Am Freitag, 9. Oktober, um 13 Uhr ist Treff am Kromlauer Schloss. Nach der Einweisung in die Arbeitsbereiche beginnt der Einsatz im Park mit Getränkeversorgung für die Helfer. Gearbeitet wird bis 17.30 Uhr. Es ist auch möglich, eher zu gehen oder später zu beginnen.

Um 19 Uhr spricht Cord Panning, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Park, im Rahmen eines öffentlichen Vortrags über den Muskauer Park. Dabei geht es unter anderem darum, welche Bereiche tatsächlich vom Fürsten selbst gestaltet wurden und welche nicht. Zugleich steht die heutige Pflege des Parks und die Frage im Mittelpunkt, welchen Herausforderungen historische Parkanlagen in der Gegenwart begegnen. Der Vortrag ist für alle Interessierten Helfer offen.

Am Samstag, 10. Oktober, beginnt der gemeinsame Arbeitseinsatz um 8 Uhr am Schloss mit der Arbeitsschutzbelehrung. Am Vormittag wird im Park gearbeitet, um 12 Uhr gibt es Mittagessen. Nach einer Kaffeepause zwischen 14.30 und 16 Uhr geht es noch einmal an die Arbeit. Ab 18 Uhr ist ein gemeinsamer Ausklang im Wintergarten des Kromlauer Schlosses geplant.

Für die Helfer ist das Wochenende damit noch nicht unbedingt vorbei: Am Sonntag besteht am Vormittag die Möglichkeit, mit dem Blütenexpress von Kromlau nach Bad Muskau zu fahren. Dort kann der Vortrag vom Vorabend praktisch weitergeführt werden. Parkdirektor Panning zeigt den Teilnehmern direkt vor Ort die Bereiche des Muskauer Parks, über deren Geschichte und Gestaltung er im Vortrag gesprochen hat.