Zwischen dem Neuen Schloss Uhyst und dem 670-Einwohner-Dorf erstreckt sich auf rund zweieinhalb Hektar der Uhyster Landschaftspark aus dem 18. Jahrhundert. Markant sind seine teils über 300 Jahre alten Eichen. Diese Baumriesen sind in den vergangenen Jahren nach und nach freigestellt und damit wieder sichtbar gemacht worden.

Konzeption erstellt

Denn der Park hatte sich zuvor immer mehr in einen Wald verwandelt. Dieser natürlich ablaufende Prozess ist nunmehr umgekehrt worden, erklärt die Leipziger Landschaftsarchitektin Kathrin Franz. Ihr Unternehmen hat vor über zehn Jahren für den Schlosspark eine denkmalspflegerische Konzeption erstellt. Seitdem finden alljährlich im Herbst Parkseminare statt. An den Arbeitseinsätzen auf der gemeindeeigenen Fläche beteiligen sich in der Regel rund zwei Dutzend Uhyster.

Im Jahr 2019 steht der südöstliche Bereich des Schwanenteiches im Fokus. Der dortige Weg in Verlängerung der Parkgasse war über die Jahrzehnte zugewachsen und im üppigen Grün nur noch zu erahnen. Jetzt präsentiert sich die 2,50 Meter breite und geschätzte 40 Meter lange Trasse wieder wie ein standesgemäßer Weg. Um den Teich kümmern sich indes die Angler. Die im Gewässer befindliche Insel soll ein Naturrefugium bleiben.

Alles überwuchert

Darüber hinaus rücken die Männer und Frauen dem Efeu zu Leibe. Die Kletterpflanze rankt sich an den Stämmen der uralten Bäume nach oben. Ob die Gehölze davon tatsächlich geschädigt werden, gilt in der Wissenschaft als umstritten.

Nachweislich erhebliche Schäden verursacht hingegen der Japanische Knöterich an einem Graben unmittelbar neben der Schlosswiese. Die invasive Art überwuchert alles. Besonders gefährdet sind die alten Hortensiensträucher. „Dort mäht der Boxberger Bauhof regelmäßig“, erklärt der Uhyster Ortsvorsteher Frank Knobloch.

Ohnehin rät Expertin Kathrin Franz zur regelmäßigen Parkpflege. „Die Natur hat schier unglaubliche Kräfte. Ein, zwei Jahre nichts gemacht, und schon ist wieder alles zugewachsen. Besonders die hier und da störende Naturverjüngung des Spitzahorns muss immer wieder entfernt werden.“

Nach dem Dürresommer

Die beiden Dürresommer 2018 und 2019 hat der Uhyster Landschaftspark verhältnismäßig gut überstanden. „Die Wasserversorgung ist dort günstiger als anderswo in der Lausitz“, begründet Franz. Lediglich manche der empfindlichen Rotbuchen hätten Trockenschäden davongetragen. Jetzt gelte es, diese Bäume in den kommenden Jahren zu beobachten.

Buchen wird es dennoch auch zukünftig im Park geben. Denn jetzt im Herbst sind mehrere junge Exemplare gepflanzt worden. „Wir haben sie nicht etwa gekauft, sondern der Naturverjüngung vor Ort entnommen“, stellt Kathrin Franz klar. Darüber hinaus kommen auch Hainbuchen und Haselnusssträucher in den Boden, ebenso eine Eibe sowie ein Rhododendron. „Wenn alles gut läuft, könnte dieser bereits im kommenden Jahr blühen“, prognostiziert Kathrin Franz.

Winterhaus für Putten

Perspektivisch, so kündigt Helfer Karsten Kunaschk an, sollen die vier Sandsteinputten im Park saniert werden. Über die Gemeinde Boxberg müssen entsprechende Fördergelder herangeschafft werden. Um das Quartett auf der Schlosswiese zu schützen, ist eine atmungsaktive Einhausung über den kommenden Winter im Gespräch. Die Putten sind im 19. Jahrhundert in den Uhyster Park gekommen. Ursprünglich, so berichtet Kunaschk, sollen es einmal 40 Figuren gewesen sein. Wo diese abgeblieben sind, wisse niemand genau. Allerdings wird gemunkelt, dass sie sich im Fundament der Uhyster Schleiferei befinden könnten.

Für den Sommer 2020 ist nach der Schlosspark-Picknick-Premiere anno 2018 eine Neuauflage geplant. Als Termin nennt Ortsvorsteher Knobloch den 16. August. Vielleicht, so wünscht er sich, gebe es dann bereits einen Fahrplan, damit das Putten-Quartett wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.