Lang ist es her, dass man vor einer Telefonzelle noch Schlangen gestanden hat. Heute surft man mit dem Mobiltelefon oder schreibt eine WhatsApp. Nach und nach sind die Telefonzellen auch aus dem Stadtbild von Weißwasser verschwunden. In anderen Gemeinden – etwa in Weißkeißel oder Uhyst – hat man aus den einstigen Telefonzellen Bücher-Tausch-Börsen gemacht.
In Weißwasser gibt es noch zwei Telefonsäulen – am Marktplatz und an der Muskauer Straße. „Beide will die Deutsche Telekom zurückbauen“, berichtet jüngst Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Als Begründung nennt das Unternehmen, dass diese im vergangenen Jahr keinerlei Nutzung erfuhren hätten. Kein Wunder mag da ein genauer Beobachter sagen, denn an der Muskauer Straße fehlt an der Säule schon seit Monaten der Hörer. Im Ernstfall wäre es nicht möglich, von der „Notrufsäule“ Gebrauch zu machen.

Notrufsäulen werden nicht ersetzt

„Diese Daten sind nicht anzuzweifeln, wir haben als Stadt aber bislang immer die Position vertreten, dass ein Rückbau nicht auf unsere Veranlassung hin passieren wird. Sind die Notrufsäulen erst einmal weg, wird es keinen Ersatz dafür geben. Das war schon mit den Telefonhäuschen so“, sagt Torsten Pötzsch.
Und tatsächlich scheinen auf den ersten Blick die Säulen überflüssig zu sein. „Es bleibt jedoch die Frage, ob sie für die Kommunikation in Krisen- oder Ernstfällen nötig sein können, falls Handynetze zusammenbrechen und ein Festnetzapparat etwa für das Absetzen eines Notrufes nicht zur Verfügung steht“, argumentiert der Oberbürgermeister. Er verweist auf mögliche Notfallsituationen, in denen sich Bürger an Behörden wenden. „Wir haben festgelegt, dass wir den Abbauwunsch ablehnen“, sagt Torsten Pötzsch.