Yannik ist hin und weg von seiner kleinen Schwester. Gentlemen like übernimmt der Vierjährige die Vorstellung gegenüber Oberarzt Mariusz Mazurkiewicz und Bereichsleiterin Ramona Düring. So, als würden sie auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Baby machen. „Das ist meine Schwester Yuna“, sagt er ganz stolz. Er ist nun ein großer Bruder und sich dieser Aufgabe voll bewusst.
Seine Schwester, die den ersten offiziellen Fototermin ihres Lebens in ihrem Bettchen selig verschläft, lässt er bei allem nicht aus den Augen. Als das Baby den Zeigefinger des Bruders umfasst und ihn nicht mehr loslässt, wird das Familienglück der Familie Handrick aus Boxberg im wahrsten Wortsinn greifbar.

Erstes Baby 2023 im Kreiskrankenhaus Weißwasser ist ein Mädchen

Yuna ist das Baby, das den Kinderreigen der Geburtenstation Weißwasser, im Jahr 2023 eröffnet hat. Am 2. Januar um 7.21 Uhr ist sie auf die Welt gekommen. 3800 Gramm leicht und 55 Zentimeter klein ist das Mädchen bei ihrem Start.
Der sollte unbedingt im Kreißsaal Weißwasser stattfinden. Deswegen standen vor allem Andreas Handrick schon etwas die Schweißperlen auf der Stirn. Der werdende Vater machte sich am 2. Januar trotzdem auf dem Weg zu seiner Arbeit nach Mühlrose bei der Leag. Kaum dort, ging das Handy. Also Sachen in den Spind und zurück nach Boxberg. Gegen 5.30 Uhr machte sich der 35-Jährige mit seiner Frau Daniela (34) auf den Weg nach Weißwasser. „Zwischendurch habe ich schon ein bisschen Gas gegeben“, berichtet er. Denn die Wehen kamen in immer kürzeren Abständen.
Und mit ihnen die Erinnerung an die Geburt von Yannik. Die wurde in Cottbus eingeleitet. Aber dann ging es recht schnell. Und auch Yuna drückt auf die Tube. Es passt alles, die Hebamme ist rechtzeitig da.
Nach dem schnellen Start – es ist übrigens Yunas errechneter Geburtstermin und sie ist nach dem Check durch Kinderärztin Kathrin Handwerker gesund und munter – können Daniela und Andreas Handrick die Zeit nun im Familienzimmer auf der Geburtenstation genießen. Yannik macht derweilen „Ferien“ bei Oma und Opa in Weißwasser, bis es zu Viert in Häuschen nach Boxberg zurückgeht.

Zweites Baby im Kreiskrankenhaus Weißwasser ist ein Mädchen

Auch Lilly Marie Boas ist eine kleine Schlafmütze. Sie ist das zweite Baby für 2023 am Krankenhaus Weißwasser. Um 10.46 Uhr hat sie ebenfalls am 2. Januar ihren ersten Schrei getan. Da ist sie 51 Zentimeter klein und 2990 Gramm leicht. Mutti Mariana Boas nutzt den geplanten Kaiserschnitt, um sich gleich sterilisieren zu lassen. „Es tut nur noch ein bisschen weh“, sagt sie. Oberarzt Mariusz Mazurkiewicz hört das natürlich gern, spricht es doch für eine gut ausgeführte OP.
Neujahrsbabys 2023 in Weißwasser: Lilly Marie mit Mutti Mariana Boas, Bereichsleiterin Ramona Düring und Oberarzt Mariusz Mazurkiewicz.
Neujahrsbabys 2023 in Weißwasser: Lilly Marie mit Mutti Mariana Boas, Bereichsleiterin Ramona Düring und Oberarzt Mariusz Mazurkiewicz.
© Foto: Regina Weiß
„Ich fühle mich hier sehr wohl“, berichtet die 37-jährige Mutti, die in Skerbersdorf zu Hause ist. Zum Krankenhaus Weißwasser hat sie eine besondere Beziehung. Schließlich hat ihre Mutti – Rosita Boas – jahrelang in der Notaufnahme gearbeitet. „Außerdem bin ich im selben Zimmer wie bei der Geburt meiner Tochter Melina Sofia.“ Vier Jahre ist das schon her. Drittes Kind im Bunde ist der elfjährige Sohn Sebastian Erik. Doppelnamen haben bei Familie Boas Tradition. Wenn die Kaiserschnitt-Narbe weiterhin gut verheilt, ist die Familie am Freitag komplett zu Hause vereint.

Drittes Baby im Kreiskrankenhaus Weißwasser ist ein Mädchen

Übrigens gibt es auch am 3. Januar ein weiteres Baby in Weißwasser. Um 8.11 Uhr erblickt Hannah Wilhelmine das Licht der Welt. Drei Kinder in drei Tagen – so kann es nach Ansicht von Ramona Düring und Verwaltungsleiterin Manja Richter in diesem Jahr gern am Kreiskrankenhaus Weißwasser weitergehen.
2022 gab es übrigens 81 Geburten in Weißwasser. 40 Mädchen und 41 Jungen wurden geboren. Im Jahr 2021 waren es noch 150 Geburten gewesen.

Die Zukunft vom Krankenhaus Weißwasser

Im jüngsten Kreistag ist für die Liquiditätssicherung der Kreiskrankenhaus Weißwasser gGmbH die Gewährung eines Darlehens in maximaler Höhe von zehn Millionen Euro zugestimmt worden. Derzeit geht man bei der Kreisverwaltung davon aus, dass das Geld wohl eher einem Zuschuss gleichkommt.
Dieses Vorhaben ist vor der öffentlichen Kreistagssitzung den Mitarbeitern des Krankenhauses in Weißwasser kommuniziert worden, unterstreicht Verwaltungschefin Manja Richter. Auch wenn diese Entscheidung erstmal für Aufatmen sorgt, sind die Mitarbeiter schon verunsichert, wie die Zukunft des Hauses konkret aussehen wird.
Manja Richter unterstreicht, dass aktuell keine Schließung der Geburtenstation vorgenommen wird. „Entbindungen in unserem familiär gestalteten Kreißsaal sind weiterhin möglich.“ Fakt ist allerdings, dass mit drei Hebammen dieser nicht rund um die Uhr besetzt werden kann. Das sei leider kein Problem nur von Weißwasser, sondern eins, was bereits größere Kreis zieht.
Nach der Erkältungswelle zum Jahreswechsel sind die Stationen wieder normal geöffnet. Der Betrieb laufe planmäßig.