Neues Schloss in Bad Muskau
: Warum Bäume im Muskauer Park Namen tragen

Der Muskauer Park in Bad Muskau hat viel zu bieten. Doch Natur ist vergänglich. Warum nun Eichen-Stars im Neuen Schloss zur Saisoneröffnung 2026 wieder aufleben können.
Von
Regina Weiß
Bad Muskau
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Blick über das Neue Schloss hinaus auf die Schlosswiese und den endlos scheinenden Muskauer Park.

Blick über das Neue Schloss hinaus auf die Schlosswiese und den endlos scheinenden Park. Vom Neißefluss ist nichts zu sehen.

Blick über das Neue Schloss hinaus auf die Schlosswiese und den endlos scheinenden Muskauer Park. Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau lebt von seinen Sichtachsen und seinem stattlichen Baumbestand. Besondere Bäume schaffen es nun ins Neue Schloss.

Regina Weiß
  • Im Neuen Schloss eröffnet zur Saison 2026 die Schau „Odin, Thor, Hermann – Generation 500+“.
  • Gezeigt werden 30 Aquarelle von Inka Lumer zu allen bekannten Uralteichen des Muskauer Parks.
  • Die Bilder verbinden aktuelle Fotos und historische Ansichten – auch verlorene Eichen werden sichtbar.
  • Ausstellung: 3. April bis 17. Mai 2026, täglich 10 bis 18 Uhr, zusätzlich öffnen weitere Parkangebote.
  • Begleitprogramm mit Führungen, Spaziergängen und Kursen; Anmeldung im Tourismuszentrum erforderlich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fans des Muskauer Parks sagen, er ist zu jeder Jahreszeit schön. Wobei man nicht verhehlen möchte, dass er noch mehr hermacht, wenn die Bäume ihr Dress „übergeworfen“ haben. Auf das Grün des Frühlings freuen sich alle. Aber auch das bunte Herbstlaub hat seinen Reiz.

Die von Menschenhand geformte Landschaft, die nicht aussehen soll, als sei sie von Menschenhand geformt worden, lebt von ihren Sichtachsen und dem stattlichen Baumbestand. Dabei gibt es auch in diesem besondere Bäume.

Neben den Blutbuchen sind es vor allem die Eichen, die schon lange vor Fürst Pückler und seinen Parkambitionen da waren. Diese Bäume sind so besonders, dass sie sogar Namen tragen.

Besondere Bäume im alten Schloss im Muskauer Park

„Mit größter Liebe pflegte und schonte Pückler die herrlichen Bäume, die seine Herrschaft schmückten […]. Manchen der schönsten gab er besondere Namen. Die ‚Hermannseiche‘ trägt seinen eigenen Namen, ein uralter Baum von einem Umfang, wie man deren selten findet, sowohl was den Stamm als das ungeheure Blätterdach anbelangt, das allein schon einen schwebenden Wald bildet. […] Zwei Eichen, die nebeneinanderstehend, gewissermaßen ein natürliches Thor bildeten, nannte er ‚die Thoreichen‘, einmal, weil sie wie ein Thor aussahen, zweitens, weil sie an den alten Gott Thor erinnerten, dem hier in der Vorzeit geopfert wurde, und endlich, weil, wie er humoristisch hinzusetzte, ‚ich so ein großer Thor bin, all mein Geld für Muskau auszugeben!“ Das schreibt Ludmila Assing 1873 in dem Buch „Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Eine Biographie“.

Die Bäume erfahren unterschiedliche Schicksale. So die Hermannseiche, die sich auf der polnischen Seite des Muskauer Parks befindet. Was für ein mächtiger Baum könnte sie heute noch sein, wäre sie nicht 1987 durch Brandstiftung vernichtet worden. Auf historischen Darstellungen lässt sich ein Bild vom mächtigen Stamm und der weit ausladenden Krone gewinnen. Der junge Hermann, der im ausgebrannten Stamm steht,  ist schon zu einem stolzen Baum herangewachsen. Von seinem Vorfahr trennen ihn dennoch Jahrhunderte.

Bad Muskaus Uralteichen werden auf Aquarellen wiedergeboren

Passend zum Saisonstart 2026 im Muskauer Park wird im neuen Schloss die Sonderausstellung „Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+“, Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer eröffnet. Wie Pressesprecherin Sophie Geisler berichtet, ermöglicht diese Schau einen außergewöhnlichen Spaziergang jenseits von Raum und Zeit: Insgesamt dreißig Aquarelle zeigen alle bislang bekannten Muskauer Uralteichen, ob noch vorhanden, bereits abgestorben oder gänzlich verloren, jeweils in ihrer schönsten Pracht.

Als Grundlage für die 2024/25 entstandenen Porträts dienten aktuelle Fotos und historische Ansichten, mit deren Hilfe es gelang, die einstige Fülle und Vielfalt dieser einzigartigen Baumpersönlichkeiten zu rekonstruieren und in stilistisch einheitlicher Form auf dem Papier zum Leben zu erwecken.

Die Ausstellungsbesucher wechseln beim Betrachten der Bilder unmerklich zwischen den Jahrhunderten und erleben wie einst Pückler die mystische Aura der jahrhundertealten Zeitzeugen, die den Fürsten zu besonderen Namensgebungen und zur Gestaltung eigenständiger Parkszenerien inspiriert haben. Kurze begleitende Texte erläutern den gedanklichen Spaziergang und die individuelle Biografie jeder einzelnen Eiche.

Nach der Ausstellungseröffnung mit geladenen Gästen, ist die Schau vom 3. April bis 17. Mai 2026  täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neben der Sonderausstellung im Neuen Schloss haben ab der Saisoneröffnung (1. April) die Pückler- und Ananasausstellung samt Schlossgärtnerei sowie der Kuppelpavillon im Badepark geöffnet.

Umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung im Neuen Schloss in Bad Muskau

Zur neuen Sonderausstellung hat sich die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau ein Begleitprogramm einfallen lassen. Folgende Angebote sind geplant:

17. April, 15 Uhr: Literarische Wanderung zu den Uralteichen am Petzoldweg und im östlichen Teil des Muskauer Parks, mit Astrid Roscher, Josefine Salomo und Bernd Witzmann (Dauer rund drei Stunden).

24. April, 16 Uhr: Spaziergang zu den Uralteichen im Muskauer Neißetal mit Erläuterungen zu deren Erhaltung, mit Astrid Roscher und Bernd Witzmann (Dauer 1,5 Stunden).

9. Mai, 10 Uhr: Meditativer Spaziergang zur Hermannseiche mit Arielle Kohlschmidt (Dauer zwischen 1,5 und zwei Stunden).

10. Mai, 11 Uhr: Ausstellungsführung mit der Künstlerin Inka Lumer, Treffpunkt Sonderausstellungsräume im Neuen Schloss (rund eine Stunde).

10. Mai, 14 Uhr: Aquarellmalkurs mit der Künstlerin Inka Lumer, Teilnahmegebühr 75 Euro. Die Abrechnung erfolgt über die Künstlerin selbst, der Kurs findet im Freien (Bereich Petzoldweg) statt, bei Regen im Foyer Nordflügel, Neues Schloss (Dauer rund vier Stunden).

13. Mai, 16 Uhr: Parkführung „Botanische Vielfalt der Eichenarten und -sorten im Muskauer Park“, mit Cord Panning (Dauer zwei Stunden).

Bei allen Führungen wird um Voranmeldung im Tourismuszentrum des Neuen Schlosses gebeten. Möglich ist das per Mail an info@muskauer-park.de oder telefonisch unter 035771/ 63 100.

Bei den Führungen in der Natur ist der Treffpunkt im Schlossinnenhof. Sie kosten sechs Euro (ermäßigt vier Euro), teilt die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau mit.