Um die 53 Züge passieren täglich die Bahntrasse zwischen Hoyerswerda-Knappenrode und der deutsch-polnischen Grenze bei Horka. Allerdings ist die Strecke für bis zu 150 Güter- und 20 Personenzüge in 24 Stunden ausgelegt. „Diese Verkehre wurden bislang nicht erreicht“, erklärt Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost. Indes laufe der Zugverkehr wie erwartet. „Mehr Züge sind allerdings herzlich willkommen“, ergänzt Poschke-Frost. Allerdings müsse die Vollendung der neuen Trasse noch mehr bekannt werden. Dann stiege auch die Nutzung der insgesamt 55 Kilometer langen Trasse.

Indes laufen trotz des Zugverkehrs die Bauarbeiten weiter. Mehr noch: Die Bahn hat sogar eine neue Planfeststellung in die Wege geleitet. Denn in den Jahren von 2021 bis 2023 müssen ergänzende Maßnahmen zum Brand- und Katastrophenschutz umgesetzt werden. Das beinhaltet unter anderem neue Wege an die Bahnanlage für Rettungskräfte. Dafür sind weitere Grundstücke erforderlich.

Indes laufen in Niesky die Bauarbeiten bereits auf Hochtouren. Derzeit erfolgt der Neubau der Brücke der B 115 über die Bahn. Dieser befindet sich laut Erika Poschke-Frost im Zeitplan. „Die angekündigte Wiedereröffnung im August 2019 streben wir weiter an“, sagt die Sprecherin. Eine weitere Baustelle ist der Bahnhof Niesky. Gleis eins soll Ende Oktober in Betrieb gehen. Der Hausbahnsteig folgt zum Fahrplanwechsel im Dezember.

Indes bewährt sich der entlang der Neubaustrecke installierte Lärmschutz. Nach Angaben der Bahn liegen bislang keine Beschwerden oder Hinweise von Anwohnern vor. Stattdessen gebe es Anerkennung für die entsprechenden Vorrichtungen. Denn der heutige Zustand sei mit den Verhältnissen an der alten Strecke nicht vergleichbar. Allerdings, so schränkt Erika Poschke-Frost ein, werden die Lärmschutzwände nicht selten von Bahnübergängen unterbrochen. Dort können die Zuggeräusche durchaus in die jeweiligen Orte einstrahlen. Der entsprechende Lärm lasse sich an diesen Stellen nicht komplett vermeiden. „Allerdings wurde das Phänomen bereits bei der Dimensionierung von passiven Maßnahmen, beispielsweise Schallschutzfenstern, berücksichtigt“, erklärt Poschke-Frost.

Die Bahntrasse zwischen Knappenrode und dem Grenzübergang bei Horka wurde in den Jahren von 2012 bis 2018 komplett neu gebaut. Nach rund 70 Jahren erhielt die wichtige West-Ost-Trasse ihr zweites Gleis zurück und wurde elektrifiziert. Am 9. Dezember 2018 erfolgte die Inbetriebnahme der 55 Kilometer langen Strecke. Seitdem verkehren wieder Personenzüge zwischen Hoyerswerda und Görlitz. Zuvor wurde die Strecke zwischen der Elsterstadt und dem Bahnhof Horka mit Bussen bedient. In Horka stiegen die Reisenden in den Zug nach Görlitz um. Darüber hinaus besitzt die Trasse als Teil der Verbindung Leipzig - Breslau- Krakau - Lemberg - Kiew für den Güterverkehr zwischen Deutschen, Polen und der Ukraine eine wichtige Bedeutung.