Neiße Filmfestival
: „Auf der Kippe“ – was die Menschen 30 Jahre nach dem Ende der DDR bewegt

Nach dem Dok.fest München ist vor dem Neiße Filmfestival im Landkreis Görlitz. Zumindest, was den Film „Auf der Kippe“ betrifft. So mancher Akteur aus der Region findet sich auf der Leinwand wieder.
Von
Regina Weiß
Weißwasser
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Kommunalpolitiker stehen Rede und Antwort - ein Ausschnitt aus dem Film "Auf der Kippe".

PR Neiße Filmfestival

Vom 23. bis 28. Mai geht das Neiße Filmfestival in seine 20. Auflage. Auch in diesem Jahr bietet das Filmfest im Dreiländereck an der Neiße ein volles Programm mit rund 100 Filmen in diversen Filmreihen sowie Ausstellungen, Konzerten und mehr.

Auch die Hafenstube im Soziokulturellen Zentrum Telux in Weißwasser gehört in diesem Jahr wieder zu den Spielorten des Filmfestivals, teilt Michael Lippold vom Marketing mit.

Am Mittwoch, 24. Mai 2023, wird dort um 19 Uhr der Dokumentarfilm „Auf der Kippe“ von Britt Beyer aus der Reihe „Regianalia“ gezeigt. Der Film zeigt, was die Menschen über 30 Jahre nach dem Ende der DDR bewegt. Zwischen Widerstand und aktiver Mitbestimmung geht es um nicht weniger als um die Zukunft einer ganzen Region sowie kommender Generationen. Mit dem Ausstieg aus der Braunkohle steht diese sprichwörtlich auf der Kippe. Seit über 100 Jahren prägt der Braunkohleabbau die Lausitz und ihre Bewohner. Doch der beschlossene Ausstieg aus dieser Förderung rückt immer näher. „Strukturwandel“ ist seitdem ein häufig verwendeter Begriff hier, der zunehmend an Brisanz gewinnt. Doch was verbirgt sich dahinter und was bedeutet das für die Menschen, die hier leben? Der Film hatte beim 38. Dok.fest in München Premiere.

Mühlrose und seine Bewohner spielen Hauptrolle im Film

Im Vorfilm „Mühlrose – ein Sonntag auf dem Mond“ von Finn Ole Weigt erzählen drei Frauen über die bevorstehende Umsiedlung von Mühlrose, das wohl als letztes Dorf im Lausitzer Braunkohlerevier jemals abgebaggert wird. Im Anschluss an die Filmvorführung sind Regisseurin Britt Beyer, Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) und weitere Protagonist für ein Filmgespräch zu Gast.

Am Donnerstag, 25. Mai, ist dann um 19 Uhr aus dem Wettbewerb des Festivals der Dokumentarfilm „Vergiss Meyn nicht“ zu sehen. 2018 versuchte die Polizei im Hambacher Forst, mehr als 50 Baumhäuser von Umweltaktivisten abzureißen. Gerichte haben das später für illegal erklärt. Mitten in den Auseinandersetzungen stürzte der Filmstudent Steffen Meyn, der seit zwei Jahren die Ereignisse dokumentierte, bei einem tragischen Unfall von einem der Baumhäuser und starb. Der Film basiert auf den Aufnahmen seiner Helmkamera und zeigt sehr persönliche Einblicke in die Paradoxien und Härten des Lebens eines Aktivisten: politische Wirksamkeit und Selbstaufopferung, Polizeigewalt und Militanz, Idealismus und schmerzhafte Realität.

Mehr Infos unter www.neissefilmfestival.net.