Die Winterbühne im Muskauer Park war eigentlich schon alles. Sie wurde zur Sommer-, später zur Frühlingsbühne. Nur den Herbst hat man bisher ausgelassen.
Die Namensveränderungen und Verschiebungen im zeitlichen Jahreslauf waren der Corona-Not geschuldet. Jetzt ist die Winterbühne vom 3. bis 5. Februar 2023 wieder zurück und soll auch künftig Kultur in den winterlichen Park bringen.
Davon geht Isolde Matkey von tristan Production Dresden jedenfalls ganz fest aus. Im Gegenteil, sie sieht die Winterbühne sogar noch wachsen. Nämlich über die Neiße auf die polnische Seite. Dafür müssten allerdings noch die entsprechenden Kontakte und Fördertöpfe aufgetan werden.

Wagt die Winterbühne künftig den Sprung über die Neiße?

Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, sieht in Piotr Kuliniak, dem Bürgermeister von Łeknica, einen guten Ansprechpartner, der sich sicherlich darauf einlassen würde. Andreas Bänder, stellvertretender Vorsitzender des Park-Fördervereins, sieht in der Euroregion Neiße mögliche Unterstützungsmöglichkeiten.
Fakt ist, ohne finanzielle Unterstützung und Unterstützer könnte es solche Formate wie die Winterbühne im Muskauer Schloss nicht geben. Schließlich sollen sich die Gäste den Eintritt auch noch leisten können.
Doch weshalb sollen sie überhaupt Geld löhnen beziehungsweise was wird ihnen geboten? Zwölf Veranstaltungspunkte kann Isolde Matkey aufzählen. Dazu gehöre auch, dass die Winterbühne im Neuen Schloss neue Räume bespiele und auch die Schlossmauern verlasse. Denn die Jakobskirche in Bad Muskau wird erstmals bespielt. Darauf freut sich Pfarrerin Miriam Arndt sehr, noch dazu, weil sie selbst die Musik von Heinrich Schütz sehr toll findet. Schütz gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks. Er hat geistliche Chormusik verfasst, aber auch eine Oper.

Aus drei mach eins – das passiert bei der Winterbühne in Bad Muskau

Nur verliert sich das Schicksal von „Dafne“ in den Folgen des 30-jährigen Krieges oder etwa doch im Keller von Wolf-Dieter Gööck, dem Regisseur der Sekowitzer Volksoper? Es geht um die Partitur, die tatsächlich verschwunden ist. Seitdem geistere „Dafne“ durch die Musikwelt. Das klingt doch geradezu nach einer Steilvorlage, für die Serkowitzer, die schon immer gern den Spagat zwischen Respekt und Respektlosigkeit ausprobieren. Denn sie „verwurschten“ Schütz mit der Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“. Hinzu kommt, dass die Sängerinnen und Sänger lieber gern das „Weiße Rössl“ spielen möchten. Aus drei mach eins – das dürfte es in sich haben. „Und das Team hat eine absolute Spielwut“, kündigt Wolf-Dieter Gööck zudem an.
Neben Oper und Operette bedient die Winterbühne noch ganz andere Genres. Erstmals gibt es einen Chanson-Nachmittag – natürlich einen französischen. Die Lieder der bekannten Juliette Greco werden von Sängerin Julia Böhme vorgetragen.
Noch feuriger geht es mit „Fuego Blue“ und Flamencotänzerin Sabine Jordan zu. Sie wurde 1988 vom Film „Carmen“ geflasht, danach hat sie dieser Tanz nicht mehr losgelassen. „Weil man mit so viel Schmerz reingeht und fröhlich rausgeht“, sagt die Dresdenerin.

Schlosscafé in Bad Muskau wird zur Tangobühne

Wer selber tanzen will, der bekommt bei der Winterbühne auch ein Angebot. Allerdings betrifft es den Tango. Das Café im Neuen Schloss wird nämlich zum Milonga-Tanzpalast. „Man kann natürlich auch nur der Musik lauschen“, findet Isolde Matkey. Übrigens ist dieses Angebot auf Wunsch von Gästen aus dem vergangenen Jahr umgesetzt worden.
Und dann passiert noch etwas ganz Unmögliches. Richard Wagners Ring hat eine Spieldauer von rund 16 Stunden. Das geht auch deutlich kürzer. 60 Minuten werden in Bad Muskau anvisiert. Die Aufführung vom „Theater Fassungslos“ heißt deshalb auch „Ring der Niegelungen“. Übrigens ist auch das Publikum bei dieser Aufführung gefordert.
Mitmachen ist auch bei der „Verrückten Küche 2“ erforderlich, wobei hier vor allem die jüngsten Gäste angesprochen werden. Dieses besondere Konzert war auch 2022 schon gut angekommen.
Eine Premiere gibt es bei der Schlossillumination. Neben noch mehr Licht und Laser wird eine Wassermusik uraufgeführt. Diese ist extra für Bad Muskau komponiert worden.

Das Programm im Detail

Freitag, 3. Februar, ab 18.30 Uhr an der Rückseite vom Neuen Schloss – elektronische Wassermusik und Illumination. Der Eintritt ist frei
Ab 19 Uhr im Festsaal „Dafne auf Naxos“. Karten für 22 Euro (ermäßigt 16 Euro).
Samstag, 4. Februar, ab 16 Uhr in der Bibliothek „Der Himmel von Paris“. Eintritt 18 Euro (ermäßigt zwölf Euro).
Ab 19 Uhr im Festsaal „Fuego Blue“. Eintritt 20 Euro (ermäßigt 14 Euro).
Ab 19 Uhr in der Jakobskirche „Ich bin eine rufende Stimme“. Der Eintritt kostet 20 Euro (ermäßigt 14 Euro).
20 Uhr Milonga-Tanzpalast im Schlosscafé. Eintritt zwölf Euro fürs Paar 20 Euro.
21 Uhr ein Sonderprogramm mit Saxofonist Bertram Quosdorf im Kulturhotel.
Sonntag, 5. Februar, ab 11 Uhr in der Bibliothek „Die verrückte Küche 2“. Eintritt zwölf Euro (ermäßigt acht Euro).
11 und 14 Uhr im Nordflügel „Ringe der Niegelungen“. Eintritt zwölf Euro (ermäßigt acht Euro; bei der Vormittagsveranstaltung in Kombination mit dem Kindermitmachkonzert ist der Eintritt frei).
15 Uhr „Pücklers musikalische Reise“ in der Bibliothek vom Neuen Schloss.
16 Uhr im Festsaal „Dafne auf Naxos“. Karten für 22 Euro (ermäßigt 16 Euro).
18 Uhr Schlossinnenhof Abschluss mit Feuer-Performance. Der Eintritt ist frei.
Tickets sind an allen Vorverkaufsstellen oder im Netz über
Karten sind über www.reservix.de und bei der Bad Muskau Touristik GmbH (035771/50492) erhältlich.
Neu ist ein Tagesticket für 45 Euro (ermäßigt 35 Euro). Es berechtigt zum Besuch aller Veranstaltungen am Sonnabend beziehungsweise Sonntag.