Muskauer Park
: Carl Graebs Ansichten von Pücklers Kleinod sollen in Berlin punkten

Der Landschaftsmaler Carl Graeb hat vor 168 Jahren den Zauber des Muskauer Parks in Farbe eingefangen. Nun wollen die Bad Muskau genau damit Berlin verzaubern. Es ist der Vorguck auf eine große Ausstellung in Bad Muskau.
Von
Regina Weiß
Bad Muskau/Berlin
Jetzt in der App anhören

„Blick von der Moosgalerie“ ist ein Aquarell, was Carl Graeb in Muskau geschaffen hat. Auch dieses Bild wird in Berlin gezeigt.

Regina Weiß

In der Millionenstadt Berlin heutzutage aufzufallen, das ist gar nicht so einfach, findet zumindest Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst–Pückler–Park Bad Muskau. Wie einfach hatte es da noch Fürst Pückler. Wenn er vor seiner Wohnung Unter den Linden 5 in Berlin 1820 die weißen Hirsche anspannen ließ. „Da wusste jeder, Muskau ist in Berlin“, erzählt Panning.

Die Stiftung setzt aktuell nicht auf weiße Hirsche, sondern Aquarelle. Auch die sind schließlich besonders. Sie entstammen der Arbeit des erfolgreichen Architektur– und Landschaftsmalers Carl Graeb (1816—1884). Ab 1855 war er mehrfach in Muskau vor Ort und malte Bilder, die dem Betrachter heute noch Verzückung bereiten.

14 Bilder reisen von Bad Muskau nach Berlin

Die 2018 im Zuge eine Ausstellungsvorbereitung entdeckten Arbeiten sind seit 2022 wieder zu Hause im Muskauer Schloss. Sie wurden in einer großen Gemeinschaftsaktion angekauft.

14 von ihnen reisen nun nach Berlin. Sie werden noch im März unter dem Titel „Muskauer Ansichten“ im Studiensaal des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt. Das Projekt ist in Zusammenarbeit von Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Sächsischen Staatskanzlei und der Muskauer Stiftung entstanden.

Rund 300 Gäste haben sich für die Präsentation angemeldet. „Das sind alles Multiplikatoren für uns“, sagt Panning. Der damit schon die Werbetrommel für die große Carl–Graeb–Ausstellung im Jahr 2024 in Bad Muskau schlägt. Die 74 Aquarelle sollen voraussichtlich ab dem 6. April 2024 in Bad Muskau gezeigt werden. Dann können die Besucher quasi durch eine historische Gartenanlage im 19. Jahrhundert „spazieren“.