Es sind nicht mal 500 Meter Luftlinie und doch war dem Zeitgenossen scheinbar der Weg zu weit. So landete Sperrmüll im Straßengraben. Ein Fangkorb eines Rasenmähers, eine Kühltasche aus Plastik, Farbeimer sowie anderer Abfall „zieren“ seit einigen Tagen den Graben an der Straße zwischen Grüner Fichte und Gablenz – eben ganz unweit des Wertstoffhofes vor Weißwasser.
Kein Einzelfall, wie der Landkreis Görlitz auf Anfrage der Rundschau bestätigt. Die Müllhalden in den Wäldern sind in dieser Woche gewachsen. Mit zu den größten gehört sicherlich die in Reichwalde, wo auf 150 Meter Länge Grünschnitt und mehr illegal verkippt worden.

Schlachtabfälle und Textilien landen im Wald

Der Landkreis Görlitz beräumt neben Grünschnitt auch Abfälle aller Couleur. Darunter zählen Sperrmüll, Bau- und Abbruchabfälle, Alttextilien, Altreifen, Elektroaltgeräte oder auch mal Schlachtabfälle. „Fundorte sind meist unmittelbar an Straßen grenzende Waldstücke beziehungsweise gut erreichbare Plätze in den Wäldern. Zur Menge im Vergleich zu den Vorjahren können wir jedoch keine Auskunft geben, da uns die Vergleichszahlen aus den Vorjahren nicht vorliegen“, so Julia Bjar von der Öffentlichkeitsarbeit.
In einem anderen Punkt kann die Kreisverwaltung mit konkreten Zahlen aufwarten. Denn auch das Müllaufkommen hat in den letzten Wochen zugenommen, wie der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft registrieren musste.

Beim Restabfall landet mehr in der Tonne

Im Vergleich zum März und April des Jahres 2019 wurden in denselben Monaten des Jahres 2020 rund 100 Tonnen Restabfall pro Monat mehr gesammelt. Die Ursache dafür sei klar in der Pandemie zu sehen. Unter anderem die Kinderbetreuung zu Hause, das Homeoffice und die Kurzarbeit sorgten für den Mehranfall. Beim Bioabfall gab es keine signifikanten Mengenveränderungen.
Beim Sperrmüll wurden trotz des im März 2020 reduzierten Angebotes im Vergleich zum Vorjahr rund 50 Tonnen mehr gesammelt. Im April ist der Unterschied zum Vorjahr noch deutlicher. Hier waren es 80 Tonnen mehr als im Vorjahresmonat.
Auch bei Papier und Kartonagen zeichnet sich ein Anstieg der Mengen ab. Im März 2020 waren es zirka 80 Tonnen und im April sogar 135 Tonnen mehr. Ursache könnte hier die Schließung von Geschäften des Einzelhandels bei gleichzeitigem Anstieg des Onlinehandels sein, vermutet der Eigenbetrieb.