Kürbiswiegen in Ludwigsdorf
: Wird der Rekord geknackt? Darum ist das schwer zu sagen

Das Kürbiswiegen in Ludwigsdorf ist eine beliebte Veranstaltung. Das können Besucher erleben und so stehen die Chancen, dass der Rekord geknackt wird.
Von
Willy Klein
Weißwasser
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Im letzten Jahr hat Andreas Baumert beim Kürbiswiegen in Ludwigsdorf einen neuen Rekord aufgestellt. Kann er ihn in diesem Jahr nochmal toppen?

2024 hat Andreas Baumert beim Kürbiswiegen in Ludwigsdorf mit 936 Kilogramm einen neuen Rekord aufgestellt. Kann er ihn 2025 nochmal toppen?

Mario Conrad (Heimatverein Ludwigsdorf/Ober-Neundorf)
  • Kürbiswiegen in Ludwigsdorf: Sächsische Meisterschaft zieht Züchter aus ganz Sachsen und Brandenburg an.
  • Rekord 2024: Andreas Baumerts Kürbis wog 936,30 kg – schaffte er 2025 eine neue Bestmarke?
  • Veranstaltungs-Highlight: Besucher erwartet Kürbisgerichte, Kinderunterhaltung und Siegerehrung.
  • Dorftradition: Über 40 Kürbisfiguren schmücken Ludwigsdorfs Vorgärten mit kreativen Motiven.
  • Wettbewerb: Strenge Regeln – Schäden, Mäusebefall oder Schmutz führen zum Ausschluss.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer in diesen Tagen durch Ludwigsdorf/Ober-Neundorf, dem nördlichsten Teil der Stadt Görlitz, fährt, dem dürften die vielen Kürbisfiguren aufgefallen sein, die hier die Vorgärten schmücken. Über 40 Stück sind es über das gesamte Dorf verteilt. Klassiker wie Hexen oder Schweine sind zu sehen. Es gibt aber auch Figuren mit Bezug zu aktuellen Themen. Ein Beispiel: KI – die Kürbis Intelligenz.

Touristen oder Menschen, die nur selten dort entlang fahren, wundern sich eventuell darüber. Ortsansässige und Kürbis-Fans hingegen wissen ganz genau, was es damit auf sich hat. Denn nicht zum ersten Mal findet hier die Sächsische Meisterschaft im Kürbiswiegen statt. Bereits zum 17. Mal wird sie am Sonntag, dem 21. September, nicht nur die größten Kürbisse, sondern auch Züchterinnen und Züchter aus ganz Sachsen, Brandenburg und womöglich sogar darüber hinaus in das idyllische Neißetal locken.

Sächsischer Kürbis-Rekord bei Görlitz gebrochen

2024 hatte Lokalmatador Andreas Baumert seinen Rekord aus dem Jahr 2019 (738,64 Kilogramm) noch einmal übertroffen. Sein Kürbis der Sorte Atlantic Giant, der wie die seiner Mitbewerber mit einem Radlader zur Waage transportiert werden musste, brachte sage und schreibe 936,30 Kilogramm auf die Wage.

Er ist es auch, der den Kürbis-Hype in Ludwigsdorf und Ober-Neundorf zu verantworten hat. Bei einem Familienbesuch 2007 in Bayern entdecke Baumert, der sich eigentlich nach einem Auto umschauen wollte, die Riesenkürbissorte Atlantic Giant und brachte sie mit in seine Heimat.

Ein Jahr später züchtete er seine erste eigene „Panzerbeere“ auf dem heimischen Komposthaufen. Die Menschen im Dorf waren begeistert und bei der Deutschen Meisterschaft in Ludwigsburg belegte Baumert mit seinem 286 Kilogramm schweren Kürbis immerhin den 15. Platz.

Das sauberste und östlichste Kürbiswiegen ist in Ludwigsdorf

Seitdem ist viel passiert in Ludwigsdorf. Mittlerweile ist die dort stattfindende sächsische Meisterschaft im Kürbiswiegen vom „Great Pumpkin Communwealth“ (GPC), dem führenden internationalen Riesenkürbiszüchter-Weltverband, zertifiziert. Zwar gäbe es in Deutschland noch größere Wettbewerbe, aber in Ludwigsdorf arbeite man am saubersten, ist sich Mit-Organisator Mario Conrad vom Heimatverein sicher. Denn Dreck bringe schließlich mehr Gewicht und einen unfairen Wettbewerbsvorteil mit sich.

Ob Rekordhalter Andreas Baumert oder ein anderer Teilnehmer den sensationellen Bestwert aus dem letzten Jahr noch toppen kann, weiß Mario Conrad nicht. „Er pokert noch. Aber ich denke schon, dass er sich wieder anmeldet“, meint Conrad.

Wird der Kürbis-Rekord in Ludwigsdorf geknackt?

Ob es nun ein gutes Kürbisjahr war oder nicht, darüber scheiden sich auch im Dorf die Geister. Für viele der professionelleren Züchter spiele das Wetter sowieso nur eine untergeordnete Rolle. Sie züchten in Gewächshäusern und lassen sich bis zum Wettbewerb nicht in die Karten beziehungsweise auf den Kürbis schauen.

Doch selbst wenn ein Kürbis groß wie ein Kleinwagen im heimischen Garten liegt, kann immer noch viel schiefgehen. Wenn sich beispielsweise Mäuse in dem Fruchtgemüse breit gemacht haben, wird es nicht zum Wettkampf zugelassen. Auch Schäden beim Transport können zum Ausschluss führen.

Da das alles auch nach einer Menge Arbeit klingt, ist es gut, dass sich Besucher des Ludwigsdorfer Kürbiswiegens auch angemessen stärken können – natürlich mit Kürbis in allen Variationen. Neben der klassischen Suppe werden auch Eis, Nudeln, Marmeladen und sogar Sekt und Schnaps daraus hergestellt. Doch auch Menschen, die lediglich die optischen Ausmaße der Kürbisse schätzen, kommen kulinarisch auf ihre Kosten.

Programm der 17. Offenen Sächsische Meisterschaft im Kürbiswiegen

Ort: Ludwigsdorf am Vereins- und Seminarhaus „Alter Konsum“ des Heimatverein auf der Neißetalstraße

  • 10-12 Uhr Annahme der Kürbisse und Gemüsesorten
  • ab 10 Uhr Frühschoppen
  • ab 11 Uhr Mittagstisch mit leckeren Suppen und Gebratenem vom Grill sowie Kaffee und Kuchen
  • 12-13 Uhr Bewertung und Zulassung
  • ab 13 Uhr Wiegebeginn
  • ab 14:30 Uhr Kinderunterhaltung (u. a. Hüpfburg, Schminken), Kaffee und Kuchen
  • ca. 16:30 Uhr Siegerehrung
  • ca. 18 Uhr Ausklang der Veranstaltung