Von Regina Weiß

Antonias Kleid glitzert Sonntagvormittag nicht nur mit der Sonne um die Wette. Auch so mancher Oldtimer macht einen strahlenden Eindruck. Den vier- und zweirädrigen Gefährten sind ihre 40, 50 Jahre nicht anzusehen. Blau lackierte Trabi-Cabrios, Ford Mustang, Chevrolet Corvette, Porsche 356, SR 2 und Co präsentieren sich den hunderten Gästen.

Das 16. Oldtimertreffen im Rahmen des 55. Park- und Blütenfestes in Kromlau findet seine Fans aus nah und fern. Kein Wunder, das Fotos über Fotos entstehen. Gern auch mit der neuen Blütenkönigin. Sie ist ein bisschen mehr in ihrem Amt angekommen als am Tag zuvor. Im vollen Festzelt war ihr von Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) die Schärpe angelegt worden. Quasi die Krönung der 7. Blütenkönigin von Kromlau.

Kromlaus Blütenkönigin und ihre „Prinzessin in Ausbildung“

Bei ihrer Eröffnungsrede war die Stimme noch etwas zittrig. Kein Wunder, muss die Abiturientin doch jetzt aus dem „Schatten“ von Stefanie Engler hervortreten. Zwei Jahre waren beide bei Auftritten bei Festen oder Messen ein Paar gewesen. Die 6. Blütenkönigin Stefanie und ihre „Prinzessin in Ausbildung“ Antonia.

Die 18-Jährige hatte die Blütenkönigin angesprochen, weil sie sich selbst so ein Amt auch für sich vorstellen könne. Am Tag ihrer Krönung ist die Freude sehr groß, aber auch sie findet es schade, Stefanie loslassen zu müssen. „Es hätte gern noch so weitergehen können.“ Und sie weiß auch, dass ihre Vorgängerin die Messlatte sehr hoch gelegt hat.

Dass wird bei deren Verabschiedung im Festzelt am Samstagnachmittag mehrfach deutlich. Die Emotionen sind geradezu greifbar und dann sichtbar. Es wird viel gelacht, gejubelt und auch geweint.

Blütenkönigin Stefanie hält Abschiedsrede in Kromlau

Übrigens nicht nur von der scheidenden Blütenkönigin. Diese wird von den Gasthoheiten mit sehr lieben Worten bedacht und gleich mehrfach überrascht. Aber der Auftritt einer Person berührt sie ganz besonders. Die fünfjährige Emilia kommt, um Stefanie zu umarmen.

Das schwerkranke Mädchen hatten Stefanie und Antonia im September vergangenen Jahres für den Verein Herzenswünsche Oberlausitz überrascht. Die Mission Prinzessin für einen Tag zu sein, war voll gelungen...

„Es war ein Traum, jetzt ist es eine Erinnerung“, sagt die scheidende Blütenkönigin bei ihrer Abschiedsrede. Dort sagt sie allen danke, die ihr bei der Erfüllung ihres Ehrenamtes beigestanden haben.

Das fängt bei ihren Eltern an, die ihr schon mal mit dem Motorrad hinterher gereist sind, weil Majestät ihre Schärpe vergessen hatte. Das geht weiter über die Gemeinde Gablenz, den Heimatverein Gablenz oder ihren königlichen Betreuer Dirk Thorausch. Wenn sie gemeinsam früh in der Heimat gestartet waren, dann konnte sich die Königin im Auto „entknittern“.

„Ich bin stolz, dass ich dieses Ehrenamt ausführen durfte“, so Stefanie Engler. Mit Blick auf ihre Nachfolgerin ist sie sich sicher, dass diese den Park auch im Herzen tragen wird. „Sie wird es anders machen, aber genauso gut.“

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Bildergalerie 55. Park- und Blütenfest: Ohne Worte