Kraftwerk Boxberg
: Drei riesige Kühltürme erfolgreich gesprengt

UPDATE 6.12., 11:50 Uhr: Am Kraftwerk Boxberg sind drei alte Kühltürme gesprengt worden. Binnen Sekunden sind sie spektakulär zusammengefallen.
Von
Jürgen Scholz,
Jan Augustin,
Stephan Meyer
Boxberg
Jetzt in der App anhören
Die Kühltürme am Kraftwerk Boxberg sind erfolgreich gesprengt worden.

Die Kühltürme am Kraftwerk Boxberg sind erfolgreich gesprengt worden.

Jürgen Scholz
  • Drei Kühltürme des Boxberger Kraftwerks werden am 5. Dezember gesprengt.
  • Vorbereitung ab 10 Uhr, Sprengung gegen 11 Uhr.
  • Gelände zwischen 10 und 13 Uhr meiden, Absperrungen vor Ort.
  • Neue Wasserstoffkraftwerk H2Hub entsteht; Photovoltaikflächen bereits im Aufbau.
  • Beste Aussichtspunkte: Südwesten, Süden, Klittener und Uhyster Ufer des Bärwalder Sees.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Drei Kühltürme des alten Kraftwerks in Boxberg sind erfolgreich gesprengt worden. Sie machen Platz für das neue H2Hub, einem Kraftwerk auf Wasserstoffbasis mit Speichern.

Die Sprengung ist an diesem Freitag (6. Dezember) gegen 11 Uhr erfolgt. Nach ersten Erkenntnissen lief alles planmäßig. Etwa 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft haben das Spektakel verfolgt.

Gefahr für Schaulustige bei Sprengung in Boxberg

Die Leag hatte Schaulustige im Vorfeld darum gebeten, zwischen 10 und 13 Uhr das Kraftwerksgelände und dessen unmittelbares Umfeld zu meiden. Das Gelände wurde entsprechend abgesperrt, so ein Leag-Sprecher.

Riesige Keile sollen den Kühlturm nach der Sprengung der Stelzen in eine Richtung lenken - so wie ein Keil beim Baumfällen eingesetzt wird. Zu 80 Prozent sind die Vorbereitungen für die Sprengung abgeschlossen. Die Sprenglöcher sind bereits angebracht und verdeckt, damit sich dort keine Tiere einnisten.

Riesige Keile haben den Kühlturm nach der Sprengung der Stelzen in Boxberg in eine Richtung gelenkt – ähnlich wie ein Keil beim Baumfällen.

Jürgen Scholz

Der erste der vier Kühltürme war in den vergangenen Monaten Stück für Stück abgetragen worden, da er zu nahe an der Infrastruktur des neuen Kraftwerks lag. Parallel war die Sprengung der drei anderen Türme vorbereitet worden. Mit riesigen Kreissägen wurden überdimensionale Fällkeile in die Betonkonstruktionen geschnitten und Hunderte Löcher gebohrt für die Sprengladungen.

Sprengung der Türme am Kraftwerk Boxberg schafft Platz für Neues

An der Stelle wo die Türme standen soll ein Kraftwerk auf Wasserstoffbasis entstehen, dessen Speicher schrittweise ausgebaut werden können. Die geplante Höchstlast von MW ist aber abhängig von einer Wasserstoffzuleitung, die bislang noch nicht absehbar ist. Im Umfeld des Kraftwerks werden bereits Photovoltaikflächen im größeren Stil aufgebaut.

„Am heutigen Tag setzen wir ein sichtbares und hörbares Zeichen für den Wandel des traditionellen Energiestandortes Boxberg von der Braunkohlenverstromung, die heute noch eine wichtige Stütze der sicheren Stromversorgung in Deutschland ist, hin zu einem großen Zentrum für Zukunftsenergie. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen leisten wir hier einen weiteren Beitrag zum Gelingen der Energiewende“ kommentiert Leag-Vorstandsvorsitzende Adi Roesch die heutige Sprengung.

Auch von der Anhöhe im Findlingspark Nochten sind die dunkleren alten Kühltürme (im Hintergrund rechts) zu sehen.

Auch von der Anhöhe im Findlingspark Nochten sind die dunkleren alten Kühltürme (im Hintergrund rechts) zu sehen.

Jürgen Scholz

Staatssekretärin Barbara Meyer erklärte: „Die Geschichte der Kühltürme ist eine Geschichte der Menschen vor Ort. Sie stehen als Symbol für Ingenieurskunst, Weitsicht und die harte Arbeit einer ganzen Generation. Jahrzehntelang haben sie dazu beigetragen, Energie zu liefern. Mit einem lauten Knall wird nun Platz für die Energiegewinnung und -speicherung von Morgen geschaffen.“

Der erste Block der insgesamt sechs 210-MW-Kraftwerksblöcke im Werk II ging 1973 ans Netz. Im Juni 1996 wurde das Werk nach 23 Jahren Betrieb stillgelegt. Mit der heutigen Sprengung fielen die letzten drei Kühltürme. Ein vierter baugleicher Kühlturm wurde im Zeitraum von August bis November 2024 maschinell zurückgebaut, da eine Sprengung aufgrund benachbarter Anlagentechnik des aktiven Kraftwerksstandortes nicht möglich war.