Zehn Männer aus der Ukraine und vier aus Moldau haben ihre Reisepläne ohne die Bundespolizei geschmiedet. Nun müssen sie zurück nach Polen.
So war bei Kodersdorf ein ukrainischer Reisebus von der Autobahn gelotst worden. Obwohl das Fahrzeug nur für neun Personen zugelassen ist, befanden sich zehn an Bord. Während neun Männer saßen, lag Nummer Zehn hinter der letzten Sitzreihe.

Frankreich oder doch Deutschland?

Abgesehen von dieser Ordnungswidrigkeit stellten die Beamten fest, dass alle Insassen unerlaubt eingereist waren. Die vermeintlichen Touristen verstrickten sich in immer mehr Widersprüche hinsichtlich Reiseziel und vor allem -zweck, schreibt Bundespolizeisprecher Michael Engler. Völlig unklar blieb, ob sie nun nach Belgien, Frankreich, Italien oder vielleicht Deutschland wollten. In jedem Fall wollten sie aber länger bleiben und durch Schwarzarbeit Geld verdienen. Die mutmaßlichen Schwarzarbeiter handelten letztlich strafbar im Sinne des Aufenthaltsgesetzes und wurden deshalb angezeigt.
Ähnlich verhält es sich bei einem 19-Jährigen, zwei 24-Jährigen sowie einem 54-Jährigen aus Moldau. Das Quartett wurde in Gegenwart eines Rumänen in dessen Auto angetroffen.

Hotelbuchung ist ein Fake

Das Auto war zuvor von Zollbeamten bei Kodersdorf angehalten worden. Den eigenen Angaben nach wollten die vier nach Amsterdam. Eine in diesem Zusammenhang vorgelegte Hotelbuchung erwies sich jedoch als Fake. Vielmehr hatten die Männer wohl Schwarzarbeit in Schleswig-Holstein im Visier.
Darauf deuteten verschiedene Unterlagen sowie mitgeführte Arbeitskleidung. Neben den ausländerrechtlichen Ermittlungen, die eingeleitet wurden, müssen sich zwei der unerlaubt Eingereisten wegen Urkundenfälschung verantworten. Unter der Einlegesohle im Schuh des 24-Jährigen und in einer Socke des 54-Jährigen hatten die Fahnder gefälschte rumänische Ausweise entdeckt und sichergestellt.