Es wird geputzt und gewienert, geschraubt und aufgebaut: Auf dem Freizeitpark in Weißwasser soll nach langer Zeit wieder der Spaß für Besucher und Macher der Kirmes einkehren. „Wir kommen gerade aus Niesky und wollen jetzt in Weißwasser zwei Wochen lang für Familien und Kirmes-Fans Besonderes bieten“, berichtete Francies Probst.
Die Schausteller aus Forst können in der Tat einiges aufbieten, was die Weißwasseraner seit Ausbruch der Pandemie vermisst haben dürften: Ein Riesenrad mit 40 Meter Höhe, eine Riesenschaukel, die immerhin 21 Meter die Gäste in die Höhe hievt und eine neue Geisterbahn, die erst in diesem Jahr angeschafft worden ist.
„Wir haben auch unsere Juke-Box dabei, die das schnellste Karussell Deutschlands ist und ein einmaliges Fahrgeschäft, den Aqua-King, den es sonst nirgendwo gibt“, sagt Francies Probst. Bereits am Freitag, 13. Mai, können sich die Besucher hier nach Herzenslust austoben. Ab 21.30 Uhr ist freitags ein Höhenfeuerwerk vorgesehen. „Wir haben lediglich montags und dienstags Ruhetag, ansonsten sind die Fahrgeschäfte täglich ab 14 Uhr geöffnet“, sagt die Schwiegertochter des Chefs Marcus Sperlich.

Corona-Pandemie hinterlässt Spuren in der Branche

Für ihn und den Schaustell-Betrieb ist es „wunderbar, dass es endlich wieder losgeht“. Die Corona-Pandemie ist auch an ihrem Unternehmen nicht spurlos vorbeigegangen. „Wir haben die erste Zeit überhaupt nicht arbeiten dürfen“, erinnert sich Francies Probst. Dann habe nahezu jede Stadt eigene Regeln, habe man sich immer wieder mit den Gesundheitsämtern abstimmen müssen, Hygienekonzepte erarbeitet und das gesamte Areal einzäunen müssen. Das alles hat Mehrkosten und weniger Einnahmen verursacht, die nun mit dieser Sommersaison wieder ausgeglichen werden sollen.
Nach zwei Jahren blicken die Schausteller deutschlandweit optimistisch auf die neue Saison. „Es herrscht große Freude, dass es endlich wieder losgeht“, sagt auch der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), Albrecht Ritter. Nach dem Wegfall der meisten Corona-Schutzmaßnahmen erwartet der DSB – sofern das Wetter mitspielt – nun wieder ähnlich viele Volksfest-Besucher wie vor der Pandemie. Ritter hatte bereits angekündigt, dass Karussell- oder Achterbahnfahrten wegen der höheren Strom- und Benzinpreise teurer würden. „Unsere Betriebskosten sind natürlich gestiegen, da bleibt das nicht aus.“ Ein weiteres, aktuelles Problem seien fehlende Mitarbeiter. Während der Pandemie hätten sich zahlreiche Arbeitskräfte andere Jobs gesucht.
Aber: „Die Leute wollen raus, wollen wieder etwas erleben“, ist sich Francies Probst sicher, „und dazu bieten wir ihnen für zwei Wochen die Gelegenheit.“ Bis zum 22. Mai ist der Schaustell-Betrieb Sperlich in Weißwasser. Während mittwochs zudem eine Feuershow geboten wird, sind donnerstags die Preise für Familien an allen Ständen ermäßigt.