Kirche in Schleife: Warum die Glocken länger läuten

Blick in die Glockenstube der Evangelischen Kirche Schleife.
Björn Sobota- Kirche Schleife ist ältestes Gebäude im Ort, stammt aus dem 14. Jahrhundert.
- Glocken wurden im Ersten Weltkrieg für Kriegszwecke entnommen.
- Zwei neue Eisenhartgussglocken seit 1925 im Einsatz.
- Am 17. Mai 2025 läuten die Glocken länger als gewöhnlich.
- Gottesdienst am 18. Mai 2025 erinnert an das Jubiläum.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Kirchengebäude in Schleife ist prägend für das Ortsbild und wichtig für die Dorfgeschichte. Aus dem 14. Jahrhundert stammend, ist der Sakralbau mittlerweile das älteste Gebäude im Dorf. Der älteste aus Feldsteinen erbaute Teil der Kirche ist der Altarraum, das Einzige in der Oberlausitz noch vorhandene Denkmal der Spätgotik. So steht es in der Dorfchronik von 1992 bis 1997 geschrieben.
Erhebliche Schäden musste die Kirche im Zuge des Zweiten Weltkriegs hinnehmen. Doch auch der Erste Weltkrieg hinterließ Spuren am Gebäude, vor allem die Glocken betreffend. Mit dem Ersten Weltkrieg wurden den Kirchengemeinden überall in Deutschland die wertvollen Bronze-Glocken für die Kriegsmaschinerie weggenommen. Das geschah auch so mit zwei der drei Glocken in Schleife.
Glücklicherweise wurde die alte kleine Glocke (damals die größte Glocke des Schleifer Geläutes) im Turm belassen. Für sie ist als erstes Geläut das Jahr um 1575 verbürgt. Das war vor 450 Jahren, erinnert Kantor Björn Sobota.
Kirche in Schleife – was ihr Geläut so besonders macht
Zwei Eisenhartgussglocken für 3323 Reichsmark – das entspricht heute rund 14.000 Euro – wurden von der Firma Schilling&Lattermann in Apolda-Morgenröthe gegossen. Im September 1925 erfolgte die feierliche Einholung der neuen Glocken vom Bahnhof Schleife. Am Buß- und Bettag konnten sie eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. Nun läuten sie seither ganze 100 Jahre.
Das Geläut der Evangelischen Kirche Schleife ist trotz der verschiedenen Materialien ein wohlklingendes und gut harmonisches Geläut. Es ist das tiefste und von der Masse her größte in der ganzen Region. Was Gewicht und Durchmesser anbetrifft, sind nur die Glocken der Peterskirche und der Kreuzkirche in Görlitz zu nennen, so Björn Sobota.
Am Sonnabend, dem 17. Mai 2025, werden deshalb in besonderer Weise die Glocken von Schleife zu hören sein. Das übliche Tageszeiten- beziehungsweise Gebetsläuten – 7, 12, 18 Uhr – wird mit fünf Minuten in seiner Länge verlängert zu hören sein. Und nicht nur das: Dem Morgen-Geläut mit der gewohnten einzelnen „kleinen“ Glocke wird zum Mittag die „mittlere“ Glocke hinzugeschaltet. Und am Abend wird dann das volle Geläut zu hören sein.
Im Gottesdienst am Sonntag, 18. Mai 2025, um 9.30 Uhr, wird in besonderer Weise dieses Jubiläums gedacht. „Wir wollen uns dazu mit der Gemeinde auf eine kleine Zeitreise begeben“, lädt Björn Sobota ein.

