Die neuen Kunststoffbahnen im Stadion der Kraftwerker leuchten mit den Kinderaugen um die Wette. Die Mädchen und Jungen aus 13 Kitas im Altkreis Weißwasser sind megaaufgeregt und -motiviert. Gleich geht es los und die Kiswo – die Kindersportwoche im Landkreis Görlitz – startet endlich wieder unter freiem Himmel und nicht wie im vergangenen Jahr online. 2020 war in dieser Hinsicht ein Totalausfall gewesen.
Was passt besser, als mit den Kindern das frisch sanierte Stadion der Kraftwerker in Weißwasser zu eröffnen. „So eine Superanlage, ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass wir das noch hinbekommen in Weißwasser“, findet Madeleine Skubich von der Stadtverwaltung Weißwasser.
Sind tatsächlich alle Wünsche in Erfüllung gegangen? Vor allem an der vierten fehlenden 400-Meter-Bahn scheiden sich die Geister. Sie ist das Zünglein an der Waage, wenn es um Liga-Wettkämpfe in der Leichtathletik geht. Doch nach Rundschau-Informationen hätte diese vierte Tartanbahn allein 40.000 Euro mehr gekostet. Eine Frage der Finanzen.

Fördermittel für den Stadionumbau

Drei Tartanbahnen, die aufgrund des Wetters erst im Mai dieses Jahres fertiggestellt werden konnten, Veränderung bei den Traversen und neue Anlagen im Stadionrund sowie die vorausgegangene Planung, Vermessung und Baugrundgutachten haben in Summe 520.000 Euro gekostet. Davon hat die Stadt Weißwasser 449.958 Euro gefördert bekommen. Der Bund und der Freistaat sorgen für diese Zuwendung.
Die Firma Nadebor Tief- und Landeskulturbau GmbH aus Krauschwitz war die bauausführende Firma, nachdem der Stadtrat das im Juli 2021 beschlossen hatte.
Schön, dass es nun die Kinder sind, die die neuen Anlagen in Beschlag nehmen, finden Hans-Eckhard Rudoba, stellvertretender Bürgermeister von Weißwasser, und Stephan Meyer, Vorsitzender des Kreissportbundes, gleichermaßen. Nach dem dreifachen „Sport frei!“ und der Erwärmung gibt es dann auch kein Halten mehr. „Stella schneller“, rufen die 19 Trebendorfer Lutkis. Der Hindernislauf steht an und alle geben ihr Bestes. Mehrere Tage ist dafür trainiert worden, erzählt Heike Hubein. Und die Kinder waren gespannt wie ein Flitzebogen, sich endlich ins Zeugen legen zu können.

Kinder haben sich gut vorbereitet

Auch die Knirpse aus Gablenz haben geübt, wie Erzieherin Kathrin Penk berichtet. So wurde der Beachvolleyballplatz zur Weitsprunggrube. In Schleife haben die Pfiffikus-Kinder die Sporthalle zum Üben genutzt. Kein Wunder also, dass Fernando und Larissa beim 50-Meter-Sprint besonders schnell sind. Mit stolz tragen Erzieher oder Helfer die Ergebnisse in die Listen ein. Doch nur am Tisch sitzen, gilt nicht. Dorit Stettnich, Leiterin der Kita Milenka in Rohne, und Papa Sten Kowalick, sind beim Weitsprung auch gefordert. Klar, dass der Sprung vom Papa von Sohn Johan ganz unter die Lupe genommen wird. Der Nachwuchs-Kicker von Lok Schleife hat schließlich 2,50 Meter geschafft.
Dabei sein und bewegen, ist auch bei der Kiswo das Motto. „Der Nachholbedarf aus zwei Jahren Corona-Zeit ist defintiv da“, unterstreicht Marko Weber-Schönherr, Geschäftsführer des Oberlausitzer Kreissportbundes. Mit 1400 Mädchen und Jungen gibt es in diesem Jahr einen Teilnehmerrekord im Landkreis Görlitz. An fünf Tagen stellen sich Mädchen und Jungen aus 125 Kitas den fünf Wettkampfdisziplinen. In Weißwasser sind folgende Kitas am Start: Ulja, Sonnenschein, Waldwichtel, Zwergenland, St. Johannes (alle Weißwasser), Bummi Boxberg, Lutki Trebendorf, Pfiffikus Schleife, Reichwalder Kobolde, Knirpsenland Gablenz, Milenka Rohne, Storchennest Halbendorf und Feuerwehr Felicitas Weißkeißel.

Kreissportbund wertet Zahlen aus

Und wer ist nun die sportlichste Kita in Weißwasser beziehungsweise im Kreis Görlitz? Das wird erst nach Pfingsten feststehen, so der Kreissportbund. Anders als in Vorjahren gibt es 2022 kein Finale, sondern anhand der Einzelergebnisse wird ein Resultat ermittelt.
Bei der abschließenden Staffel hat zumindest die Kita Ulja die Nase vorn. Sie liegt mit 0,41 Minuten vor dem DRK-Kinderhaus Sonnenschein Weißwasser und der Kita Bummi aus Boxberg.

Die besten Einzelergebnisse

Die besten Ergebnisse bei den Mädchen: 50-Meter Ella Puchert (Kita Ulja); Hindernislauf Pauline Graetz (Lutki Trebendorf), Weitsprung Elise Schöbel (Kita Bummi Boxberg), Schlagball Hanna Nodolski (DRK Sonnenschein Weißwasser).
Die besten Ergebnisse bei den Jungen: 50 Meter, Weitsprung und Schlagball Paul Geißler (Kita Bummi), Hindernislauf Matti Hauschke (Kita St. Johannes Weißwasser).