Das ehemalige Thälmann-Zimmer im Fema-Kulturhaus in Rietschen wartet nur darauf, von den Minis, Bambinis und Teenys gestürmt zu werden. Alle Kostüme, Galauniformen und Dreispitze hängen in Reih und Glied. Die Stühle sind beschriftet, damit die Mädchen und Jungen genau wissen, wo ihr Platz ist. Denn ein „bisschen“ Überblick ist schließlich hinter den Kulissen überlebenswichtig. Nur so ist der Programmablauf auch einzuhalten, wenn das Umzugsgewusel einsetzt.
Ob alles klappt, das üben die Rietschener auf der Bühne bei ihrer Generalprobe, bevor am 4. und 5. November das Programm möglichst viele Gäste unterhalten soll. Können es die Rietschener gar nicht erwarten, weil sie mit ihren Veranstaltungen den offiziellen Start in die fünfte Jahreszeit überholen?
Sicherlich: Nach zwei Jahren Corona-Pause ist die Freude groß, endlich wieder in Gemeinschaft zu feiern und auch befreundete Vereine zu treffen, wie Marco Holz vom Vorstand des Rietschener Karnevalclubs (RKC) betont. Doch das Ganze ist auch eine Abstimmungsfrage, um sich mit den Terminen der anderen Vereine nicht ins Gehege zu kommen. Nur so hat man auch mal die Möglichkeit, sich gegenseitig zu besuchen.

Feiern in Rietschen: Karten gibt es an der Abendkasse

Wer nach Rietschen kommt – Gäste können für ihre Karten die Abendkasse nutzen – den erwartet ein Besuch im Zirkus. Wer nun denkt, das ist ja das passende Thema zur Politik dieser Tage, der irrt. Zwar gibt es den einen oder anderen Aufhänger im Dorf, aber nicht die politische Keule. Lustig wird es trotzdem, denn die Rietschener haben viele Vögel zu füttern, wie der Blick auf die Kulissen verrät.
„Zirkus Katastrophale im Fema Saale“ lautet das Motto für das Programm. Dass der Verein auf das Thema Zirkus setzt, wurde mehrheitlich schon nach den Sommerferien entschieden. Den Feinschliff rund ums Programm übernahm die Gruppe P. „Wir bieten alles, was es in einem Zirkus sonst auch gibt“, deutet Marco Holz an. Wobei natürlich die Tänze der vier Garden sowie der Männer die besonderen Aushängeschilder sind. Dafür wird seit Wochen fleißig geübt.
Und wer ist der Dompteur, Vereinschef Matthias Mönich? Der schüttelt nur lachend den Kopf. Der domptiert sozusagen im Vorfeld genug. Seit zwei Wochen laufe der Aufbau im Saal. Gefühlt sei es wie Fasching 2.0 - „die Vereinsmitglieder müssen zum Teil wieder motiviert werden“, sagt Mönich und benennt damit die Nachwehen der Pandemie-Zeit.

Rietschener Karnevalsverein will keine Preiserhöhungen

Doch es ist längst nicht das einzige Problem, mit dem sich der Verein herumschlägt. Stichwort Preiserhöhung an allen Enden. Dem folgt der RKC bewusst nicht. Der Eintritt kostet weiter zwölf Euro und das Bier drei Euro – wie vor Corona. Damit geht der Verein natürlich ins Risiko. Und hofft, dass es honoriert wird. Vielleicht wird ja so das eine oder andere Bier mehr getrunken. Das macht am Ende die Hüften lockerer und führt zu einer vollen Tanzfläche.
Übrigens hat der RKC einen Wunsch für seinen karnevalistischen Neustart: Gerade die Rietschener Gäste könnten bei der Kostümierung eine Schippe drauflegen. „Das Thema Zirkus bietet ja die vielfältigsten Möglichkeiten“, findet Marco Holz.

68. Karnevalssaison

Die Rietschener starten mit ihren Veranstaltungen am 4. und 5. November in die 68. Karnevalssaison.
Los geht es an beiden Abenden um 20 Uhr mit dem Einmarsch des Vereins.
Das neue Prinzenpaar wird dann am 17. Februar vorgestellt. Gefeiert wird auch am 18. und 19. Februar 2023. Bei letztgenanntem Termin findet der Kinderfasching statt.
Die Frühlingsnacht 2023 ist für den 20. Mai geplant.