Im Stadtrat von Bad Muskau gibt es immer mal wieder Berichte zu den verschiedensten Themen. Meist geht es dabei um die Tochtergesellschaften der Stadt oder die Beteiligungen. Dass allerdings der Präsident des Elferrates dort spricht, das war jüngst eine Premiere. Stefan Schmalenberg, der seit zwölf Jahren im Verein aktiv ist, trägt seit zwei Jahren die Chefkappe im Bad Muskauer Elferrat (EBM). Die gehen in ihre 65. Saison, wie Schmalenberg berichten kann. Von Renteneintritt kann allerdings keine Rede sein, wie die Stadträte erfahren.

Einer der größten Vereine in Bad Muskau

Seit 1954 gibt es Bad Muskauer, die sich in den Dienst des närrischen Frohsinns gestellt haben. „Nach Rot-Weiß Bad Muskau sind wir der zweitgrößte Verein.“ In sieben Abteilungen ist der Karnevalsverein organisiert. Das reicht von der Kinder- und Minifunkengarde bis hin zum Elferrat. Längst gehen die Aktivitäten des Vereins über die fünfte Jahreszeit hinaus. Das reicht vom Auftritt beim Weihnachtsmarkt und diversen Geburtstagen bis hin zu Angeboten am Männertag und 3. Oktober. Dort wird der Lindenhof, den der Verein seit zwölf Jahren in seiner Verantwortung gepachtet hat, zur Ausschankstation. Gerade mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit, kann Schmalenberg erklären, dass dieses Angebot, das einst bei der Schmiede Klenner und unter Regie des Männergesangvereins entstanden ist, am Lindenhof wieder ins Leben gerufen wurde. „Und die Bad Muskauer nehmen es an.“, freut sich der Präsident.

Frauenpower animiert Männer

122 Mitglieder sind im Verein engagiert dabei. Allein 40 Mitglieder zählt der Elferrat, dazu zählen 16 Frauen. 18 Mädchen bilden die Funkengarde. 16 Mädchen und ein Junge die Prinzengarde. Bei den Kinder- und Minifunken ist mit 30 Tänzerinnen die höchste Zahl am Start. Außerdem gibt es zwei Tanzmariechen. „Eine Frauenquote brauchen wir nicht, das machen wir selbst“, kann Stefan Schmalenberg lächelnd einschätzen. Im Gegenteil, so viel Frauenpower auf der Bühne, animiert die Männer. Das Muskauer Männerballett kann sich sehen lassen.

„Vorwärts in die Vergangenheit, der EBM reist durch Raum und Zeit“ lautet das Motto der Jubiläumssaison. Dafür laufen die Vorbereitungen bereits. Nach dem Jahreswechsel wird noch mal eine Schippe drauf gelegt. Schließlich steht am 18. Januar der Hofball an. Am 22. Februar gibt es dann den Karnevalsumzug plus großem Karneval.

Ein Alleinstellungsmerkmal in der Reihe der Veranstaltungen der Muskauer Narren ist der Fasching für Menschen mit Behinderung. Für die nächste Veranstaltung gibt es Anfragen bis aus Görlitz. „Es ist unser ehrlichsten Publikum“, verrät Stefan Schmalenberg. Neben den Darbietungen der Bad Muskauer bereichern die Gäste an diesem Tag dann das Programm auch selbst.

Narrendomizil braucht Zuwendung

Nur gut, dass 2020 ein Schaltjahr ist. Den zusätzlichen Tag – 29. Februar – nutzen die Bad Muskauer, um Gastgeber für die Werkstatt der Mitglieder des Karneval Verbandes Lausitz (KVL) zu sein. Sie wird zum 25. Mal durchgeführt. Dann treffen sich Karnevalisten aus 44 Vereinen zum Erfahrungsaustausch im Lindenhof. Das Narrenschloss dürfte dafür genug Platz bieten.

Diesen versucht der Verein so gut es geht zu erhalten. Kleine Reparaturen übernimmt man dabei auch selbst, aber beim Bauen und Sanieren ist man auf die Stadt angewiesen. Gerade eben konnte man den Fußboden in der Gaststätte erneuern. Er war bereits ein Kritikpunkt bei den Gästen gewesen. Nicht ohne, wenn man weiß, dass der Verein auch von den Einnahmen der Vermietung für Privatfeiern verdient.

Doch die Außentreppe kann der Verein nicht alleine stemmen. Diese muss dringend ausgebessert werden. Das nicht nur aus Schönheitsgründen. Die Treppe ist nicht nur Aufgang, sondern auch Fluchtweg für den Galeriebereich des Lindenhofes. „Sollte sie gesperrt werden, müssten wir teilweise den Betrieb einstellen“, kündigt Schmalenberg etwas an, was keiner gern möchte.

Funken haben sich beworben


Für die Fernsehsendung „So steppt der Adler“ des RBB haben sich die Bad Muskauer Funken mit einem Video für den Auftritt beworben. Nun heißt es abwarten, ob die Parkstädter ins Programm passen.

Stadträtin Heidi Knoop (die Linke) lobt das Engagement, was die Karnevalisten an den Tag legen. Sie macht es an den Funken fest. Das wird nicht nur eifrig für die Tänze geprobt, sondern auch eifrig an den Kostümen genäht.