Jubiläen um Weißwasser
: Welterbe Muskau, Telux, Kromlauer Park – was 2024 ansteht

Das Jahr 2024 ist reich an Jubiläen. Vor 20 Jahren gab es die EU-Osterweiterung, vor 35 Jahren fiel die Mauer, und vor 75 Jahren wurden DDR und BRD gegründet. Auch in der Region Weißwasser kündigen sich runde Jahrestage an. So im Muskauer Park.
Von
Torsten Richter-Zippack
Weißwasser
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  • Seit 20 Jahren gehört der Muskauer Park zum Weltkulturerbe. Hier ein Blick über den Lucie-See hinüber zum Neuen Schloss.

    Seit 20 Jahren gehört der Muskauer Park zum Weltkulturerbe. Hier ein Blick über den Lucie-See hinüber zum Neuen Schloss.

    Richter-Zippack, Torsten
  • Seit anderthalb Jahrzehnten ist der Bärwalder See fertig geflutet.

    Seit anderthalb Jahrzehnten ist der Bärwalder See fertig geflutet.

    Regina Weiß
  • Das Glühlampenwerk in Weißwasser von Joseph Schweig in einer zeitgenössischen Darstellung. Das Werk war Bestandteil des Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG)-Konzerns. Heute befindet sich hier das Telux-Altwerk.

    Das Glühlampenwerk in Weißwasser von Joseph Schweig in einer zeitgenössischen Darstellung. Das Werk war Bestandteil des Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG)-Konzerns. Heute befindet sich hier das Telux-Altwerk.

    Telux Archivfoto
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209 Jahre sind vergangen, als der Muskauer Standesherr Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) mit der Anlage seines heute weltberühmten Landschaftsparks beiderseits der Lausitzer Neiße begann. Das ist zwar kein rundes Jubiläum. Doch von diesen gut zwei Jahrhunderten gehört der Muskauer Park erst 20 Jahre zum Unesco-Weltkulturerbe. Denn am 2. Juli 2004 kam es zur Aufnahme in die entsprechende Liste. Ein Jahr später erfolgte die Aufstellung des Gedenksteins an der Doppelbrücke. In Deutsch, Polnisch, Englisch und Französisch wird dort präsentiert, warum der Park den Unesco-Titel zu Recht trägt.

Darüber hinaus stehen in Bad Muskau weitere Jubiläen an. Denn vor 70 Jahren wurde nicht nur mit dem Wiederaufbau der Straßen- und der Eisenbahnbrücke über die Neiße begonnen, sondern auch erstmals Karneval gefeiert. Vor zehn Jahren wurde das Jubiläum unter dem Motto „Theater, Gaudi, Maskenball - 60 Jahre Karneval“ begangen, lässt der Verein Elferrat Bad Muskau wissen. Und vor genau einem halben Jahrhundert erfolgte die Gründung des Spielmannszuges der Pücklerstadt. Genau 15 Jahre werden im November 2024 ins Land gegangen sein, als das Vier-Sterne-Kulturhotel Fürst Pückler am Markt eröffnet wurde. Früher befand sich dort das Hotel „Stadt Berlin“.

Diese Jubiläen gibt es 2024 in Weißwasser

In Weißwasser können die Lausitzer Füchse feiern. Denn im November 1959, vor nunmehr 65 Jahren, wurde das Eisstadion eingeweiht. Vor 95 Jahren begannen die Arbeiten für das Jahnbad. Es entstand an einer wassergefüllten Kohlengrube. In Betrieb ging die Einrichtung im Jahr 1930.

125 Jahre Telux heißt es 2024 in Weißwasser. Denn am 6. Juli 1899 hatte Unternehmer Joseph Schweig die „Neuen Oberlausitzer Glashüttenwerke“ gegründet. Während der DDR-Zeit befand sich dort eines der bedeutendsten Glaswerke des Landes mit über 1000 Beschäftigten. Damals trug das Werk die Bezeichnung „Volkseigener Betrieb Spezialglaswerk Einheit“. Heute hat auf dem Telux-Gelände der Verein „Mobile Jugendarbeit und Soziokultur“ seinen Sitz. Seit wenigen Jahren findet auf dem Telux-Gelände der Weißwasseraner Weihnachtsmarkt statt.

Vor 30 Jahren verlor Weißwasser nach 42 Jahren seinen Kreissitz. Anlass war die Entstehung des Landkreises Niederschlesische Oberlausitz (NOL). Befand sich dessen Kreissitz anfangs in Görlitz, zog dieser später nach Niesky. Heute gibt es den NOL-Kreis nicht mehr. Er ist bereits anno 2008 im Landkreis Görlitz aufgegangen.

Die Schornstein-Katastrophe vor 40 Jahren

Vor genau einem halben Jahrhundert kam im Tagebau Nochten eine Abraumförderbrücke F60 zum Einsatz. Vor 45 Jahren erfolgte die Umsiedlung von Tzschelln wegen des fortschreitenden Tagebaus. Heute erinnert eine Gedenkstätte an das verschwundene Dorf. Vor 40 Jahren stürzte ein erst zwölf Monate zuvor in Betrieb gegangener, 150 Meter hoher Schornstein des Kraftwerkes Boxberg ein. Die Bruchstelle im minderwertigen Beton befand sich in gut 40 Meter Höhe. Und vor 15 Jahren erfolgte die Sprengung von zwei 300-Meter-Schornsteinen des Kraftwerkes. Der erste war bereits anno 2000 abgetragen worden, der vierte wurde 2012 gesprengt.

Am 12. Februar 2024 jährt sich die Ergänzung im Namen der Gemeinde Boxberg zum 25. Mal. Seit Anfang 1999 heißt sie nämlich Boxberg O.L. zur besseren Unterscheidung von Orten gleichlautenden Namens.

Als der Bärwalder See vollgelaufen war

Vor 15 Jahren endete die Flutung des Bärwalder Sees. Im April 2009 war erstmals die obere Staulamelle erreicht worden. Ursprünglich sollte dies bereits 2007 erfolgen. Allerdings stand nicht so viel Wasser aus der nahen Spree zur Verfügung. Die Flutung hatte bereits am 13. November 1997 begonnen. Heute ist der Bärwalder See mit einer Fläche von rund 1300 Hektar Sachsens größtes Gewässer.

Vor 110 Jahren begann der Bau der Kirche in Rietschen. Diese wurde jedoch als Tochterkirche von Daubitz gebaut. Die Grundsteinlegung war am 21. Mai 1914, die Einweihung am 6. Juli 1916, also inmitten des Ersten Weltkrieges.

Vor 30 Jahren wurde die Grenzbrücke über die Lausitzer Neiße zwischen Podrosche und Priebus (Przewóz) eröffnet. Durch die Abgelegenheit der Neißedörfer ist die Überführung verhältnismäßig gering frequentiert.

Welches Doppeljubiläum in Rohne gefeiert wird

Auch das Kirchspiel Schleife wartet 2024 mit einigen Jubiläen auf. So gibt es seit 25 Jahren den Njepila-Hof in Rohne sowie seit 60 Jahren die Schalmeienkapelle Rohne. Das Doppeljubiläum soll am 16. Juni groß gefeiert werden. Der Kindergarten in Schleife wird 70 Jahre. Bis vor 55 Jahren wurde im vor 75 Jahren aufgeschlossenen Tagebau Trebendorfer Felder Braunkohle abgebaut. Heute befindet sich dort unter anderem der Halbendorfer See.

Vor genau 50 Jahren war die Außenhalde Mulkwitz vollendet. Sie entstand aus den Abraummassen des nahen Tagebaus Nochten. Die rund 420 Hektar große Halde erhebt sich mehr als 30 Meter über ihrer Umgebung. Dort sorgen derzeit Pläne wegen der Waldabholzung aufgrund eines Solarparks für heiße Diskussionen.

Vor 180 Jahren schlug die Geburtsstunde des Kromlauer Parks

Im Jahr 1844 begann der Kromlauer Gutsbesitzer Friedrich Hermann Rötschke (1805-1893) mit den ersten Pflanzungen für den Kromlauer Park. Rötschke hatte etwa die Hälfte seiner Flächen, rund 200 Hektar, für das künftige Rhododendron-Ensemble zur Verfügung gestellt. Heute zählt der Kromlauer Park zu den schönsten Parkanlagen Deutschlands. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Restaurierungsarbeiten, beispielsweise an der berühmten Rakotzbrücke, stattgefunden. Alljährlich zu Pfingsten steigt das Kromlauer Parkfest. In diesem Jahr ist der Termin vom 17. bis zum 20. Mai.