Jubiläen 2025 um Weißwasser
: Schlossbrand, Buche gefällt und tödliches Zugunglück

2025 hält in der Region zahlreiche traurige und freudige Jahrestage parat. Besonders im Fokus stehen dramatische Jubiläen in Bad Muskau. Eine Übersicht.
Von
Torsten Richter-Zippack
Weißwasser
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Das Neue Schloss Bad Muskau vom Bergpark aus gesehen. Vor 80 Jahren brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern ab. Warum genau, ist bis heute nicht richtig klar.

Das Neue Schloss Bad Muskau vom Bergpark aus gesehen. Vor 80 Jahren brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern ab. Warum genau, ist bis heute nicht richtig klar. Der Brand ist eines der Jubiläen 2025 rund um Weißwasser.

Torsten Richter-Zippack
  • 2025 jähren sich in Weißwasser 80 Jahre seit dem Schlossbrand und 35 Jahre seit der Wiedervereinigung.
  • Bad Muskau war 1945 stark betroffen, zwei Drittel des Parks sind nun polnisch.
  • 2010 musste eine über 200 Jahre alte Blutbuche im Muskauer Park gefällt werden.
  • Vor 120 Jahren ereignete sich ein Zugunglück bei Schleife, 19 Tote.
  • 80. Jahrestag der Zerstörung der Muskauer Kirche, die 1959 endgültig abgerissen wurde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Ereignisse der jüngeren und jüngsten deutschen Geschichte jähren sich anno 2025 zum 80. und zum 35. Mal. Zum einen das Ende des Zweiten Weltkrieges, zum anderen die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

Die Jahre 1945 und 1990 bildeten auch in der Region Weißwasser eine Zäsur. Besonders betroffen war Bad Muskau und sein weltberühmter Landschaftspark. Denn dieser erfuhr vor 80 Jahren seine Teilung in den westlichen, deutsch verbliebenen Teil und in den östlichen, nunmehr polnischen Teil. Etwa zwei Drittel des Ensembles zwischen den Neißehängen befanden sich fortan im Ausland.

Darüber hinaus brachte das Kriegsende 1945 weitere extreme Einschnitte für die Muskauer. Nach Angaben der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ verlief im Frühjahr 1945 die Frontlinie zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee über Wochen inmitten des örtlichen Neißetals. Mehr als zwei Drittel des Städtchens, sämtliche Neißebrücken sowie das Alte Schloss sind zerstört worden.

Unterschiedliche Daten zum Schlossbrand 1945

Das Neue Schloss war zu jenem Zeitpunkt noch weitgehend intakt. Allerdings soll es laut der Stiftung am 30. April, die Stadt Bad Muskau spricht von „wenigen Tagen nach Kriegsende“, komplett niedergebrannt sein. Vermutet wird Brandstiftung. Zweifelsfrei geklärt ist das aber wohl bis heute nicht. Über viele Jahrzehnte erinnerte die Brandruine im Schlosspark an das furchtbare Kriegsende.

60 Jahre sind anno 2025 seit dem Beginn der Arbeiten zum Wiederaufbau des Alten Schlosses vergangen. Und 1995 erfolgte der Stiftungsbeschluss, das Neue Schloss wieder aufzubauen. Die Vollendung erfolgte schließlich im Jahr 2013.

2010 – Blutbuche muss gefällt werden

Darüber hinaus jährt sich ein kleines Detail im Muskauer Park zum 15. Mal. Denn 2010 musste die über 200 Jahre alte Blutbuche an der Schlossrampe gefällt werden. Dafür wurde aber ein junger Baum in den verbliebenen Rest des Baumstamms eingepflanzt.

2005 – Tag der Sachsen in Weißwasser

In Weißwasser jährt sich die Verleihung des Stadtrechtes zum 90. Mal. Am 28. August 1935 wurde aus der größten Industriegemeinde des damaligen Kreises Rothenburg (Oberlausitz) dessen größte Stadt. Damals zählte der Ort knapp 14.000 Einwohner. Heute sind es rund 15.000 Menschen. Inzwischen 20 Jahre sind seit dem wohl größten Volksfest vergangen, dass Weißwasser je erlebt hat. Denn vom 2. bis 4. September 2005 fand in der Glasmacherstadt die 14. Auflage des Tages der Sachsen statt.

Luftbild Weißwasser: Auf der Luftbildaufnahme von Weißwasser ist im Hintergrund der Tagebau Nochten und das Kraftwerk Boxberg zu sehen. In beiden Bereichen werden Arbeitsplätze in den nächsten Jahren verloren gehen.

Luftbild Weißwasser: Vor 90 Jahren erhielt die Glasmachergemeinde das Stadtrecht. Die Einwohnerzahl bewegt sich heute in etwa auf dem gleichen Niveau wie 1935.

Christian Köhler

1400 – erste urkundliche Erwähnung von Krauschwitz

Vor 625 Jahren wurde das Dorf Krauschwitz erstmals urkundlich in den Bautzener Ratsakten erwähnt. Sein Name kommt aus dem Sorbischen und bedeutet sowie wie Birnbaumdorf. Vor 30 Jahren wurde die neue Straßenbrücke zwischen dem Krauschwitzer Ortsteil Podrosche und dem polnischen Priebus (Przewóz) in Betrieb genommen.

Genau anderthalb Jahrhunderte sind ins Land gegangen, als der Begründer des Kromlauer Parks, Friedrich Herrmann Rötschke (1805-1893) Dorf und Parkensemble mit der berühmten Rakotzbrücke aufgab. Er zog sich nach Bärwalde an der Spree zurück, wo ebenfalls ein Landschaftspark mit mehreren Basaltgrotten entstand.

Wer für das Zugunglück 1905 bei Schleife verantwortlich war

Ein trauriges Jubiläum steht 2025 unweit von Schleife an. Denn am 7. August wird es genau 120 Jahre her sein, dass auf der Bahntrasse zwischen Spremberg und Schleife zwei Züge frontal zusammengestoßen waren. 19 Menschen fanden den Tod. Ursache war ein Fehler des betrunkenen Fahrdienstleiters im Spremberger Bahnhof.

Vor 35 Jahren wurde nicht nur die deutsche Einheit vollzogen. Denn die Klittener protestierten erfolgreich für den Erhalt ihres Dorfes. Es sollte nach DDR-Plänen dem Tagebau Bärwalde weichen. Letztendlich nahm die Kohle nur den Ortsteil Jasua in Anspruch. Im Jahr 1992 endete die Grube vorzeitig. Und der Tagebau wandelte sich in den Jahren von 1997 bis 2008 zum Bärwalder See.

Seit 1870 – Gläser aus Rietschen

Vor 155 Jahren nahm die Glasindustrie in Rietschen ihren Anfang. Denn anno 1870 hatten die Gebrüder Schober die erste Glashütte gegründet. Fünf Jahre später übernahm die Familie Greiner den Betrieb. Und 1885 ging eine weitere Glashütte an den Start. Vor nunmehr 30 Jahren endete die Glasproduktion in Rietschen vorerst.

1987 erste Braunkohle aus Reichwalde

In diesem Jahr jährt sich die Erschließung des Tagebaus Reichwalde zum 45. Mal. Die erste Braunkohle wurde 1987 gefördert. Für die Grube musste vor 40 Jahren das Dorf Wunscha weichen. In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre wurden dann Altliebel, Mocholz, Viereichen und Zweibrücken ausgesiedelt.

Blick über den Tagebau Reichwalde auf das Kraftwerk in Boxberg.

Blick über den Tagebau Reichwalde auf das Krfatwerk in Boxberg.

Blick über den Tagebau Reichwalde auf das Kraftwerk in Boxberg. Vor 45 Jahren wurde die Grube aufgeschlossen. Sie soll noch lange Braunkohle für deren Verstromung im Kraftwerk liefern. Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien funktioniert dies zu jeder Jahreszeit reibungslos.

Regina Weiß

Allerdings stand der Tagebau zwischen 1999 und 2007 aus Rentabilitätsgründen still. So blieben die gewesenen Siedlungen noch jahrelang als Wüstungen erhalten. Seit zehn Jahren verbindet eine 13,5 Kilometer lange Bandanlage zum Kohletransport den Tagebau mit dem Kraftwerk Boxberg.

Als die Muskauer Kirche in Schutt und Asche fiel

  • Im Zuge der Kämpfe am Ende des Zweiten Weltkrieges ist auch die Muskauer Stadtkirche bis auf ihre Umfassungsmauern abgebrannt.
  • Dieses Ereignis jährt sich im April 2025 zum 80. Mal. Nach der Zerstörung stellte sich die Frage nach dem Wiederaufbau.
  • Allerdings lösten sich aus der Ruine immer wieder Steine und bildeten somit ein Sicherheitsrisiko inmitten der Stadt.
  • Die Kirche selbst besaß keine ausreichenden Mittel, um ihr Gotteshaus wiederherzustellen, heißt es vom Internetforum „Kirchensprengung und -abriss in der Deutschen Demokratischen Republik“.
  • Letztlich erfolgte die endgültige Zerstörung durch vier Sprengungen im Jahr 1959.
  • Anfang 1960, vor nunmehr 65 Jahren, erfolgte die Einplanierung des Kirchplatzes. Dieser hat seinen Namen bis heute behalten.
  • Eine Gedenkstätte erinnert an das verlorene Gotteshaus.