Der 1. Mai 2003 war ein strahlend schöner und warmer Frühlingstag. Unzählige Menschen kannten an jenem Donnerstag nur ein Ziel, und zwar das einstmals stille Heidedorf Nochten. Selbst von Weißwasser verkehrten Sonderbusse dorthin und weiter zum Tag der offenen Tür ins benachbarte Kraftwerk Boxberg. Inzwischen sind 20 Jahre seit der Eröffnung des Lausitzer Findlingsparks Nochten vergangen.
Der geistige Vater der einst zehn und heute 20 Hektar großen Anlage, Geologe und Hobbybotaniker Dr. Hans Ulbrich, hatte seine Vision schon viele Jahre zuvor in kleinerem Maßstab in seinem eigenen Garten umgesetzt. Schon lange trug er den Gedanken in sich, einen Teil der Bergbaufolgelandschaft auf diese Weise besonders attraktiv zu gestalten, erinnert sich der Vater des Findlingsparks. Buchstäblich jeden der Steine im Park habe er gesetzt. Heute können dort 7000 Findlinge in sieben Themenbereichen auf fünf Kilometer Wanderwegen entdeckt werden.

Wie das Jubiläum in Nochten begangen werden soll

Nach Angaben der Geschäftsführerin des Förderverein Lausitzer Findlingspark Nochten, Anita Schwitalla, soll das Jubiläum am 1. Mai 2023 im Rahmen eines bunten Festes begangen werden. Höhepunkte sind ein Frühlings- und Pflanzenmarkt sowie die große Festveranstaltung am Nachmittag, moderiert vom Oberlausitzer Entertainer Heiko Harig und künstlerisch umrahmt von Sängerin Linda Feller. Die Jubiläumsfeierlichkeiten sollen sich aber nicht nur auf diesen einen Tag beschränken. So sei geplant, den neuen Erlebnispfad zu präsentieren. Darüber hinaus solle es Veranstaltungen mit verschiedenen Fachleuten geben.
Nochten gehört zur Gemeinde Boxberg. Dort gab es bereits am 1. Januar ein Jubiläum. Denn seit genau einem Vierteljahrhundert gehört der Ortsteil Bärwalde zu Boxberg. Der Ort war Anfang 1998 von der Gemeinde Lohsa im damaligen Landkreis Kamenz nach Boxberg in den Niederschlesischen Oberlausitzkreis (heute Landkreis Görlitz) gewechselt. Schließlich sind die Wege, geografisch gesehen, nach Boxberg viel kürzer als nach Lohsa.

Glasherstellung und Josef Schweig in Weißwasser

In Weißwasser darf 2023 das Jubiläum 150 Jahre Glasherstellung gefeiert werden. Denn ohne die Glasindustrie wäre die Stadt wohl ein recht unbedeutendes Örtchen an der Berlin-Görlitzer Bahn geblieben. Die erste Glasschmelze erfolgte am 10. Februar 1873 in der ein Jahr zuvor gegründeten ersten Glashütte Zwahr, Neubauer & Co. Das Unternehmen ging allerdings schon 1876 pleite. Ein Jahr später übernahm Glasfabrikant Wilhelm Gelsdorf den Betrieb.
Am 1. September 2023 werden genau 100 Jahre ins Land gegangen sein, als der Glasindustrieelle und Politiker Josef Schweig verstarb. Er hatte mit seinem Bruder anno 1889 die Oberlausitzer Glaswerke J. Schweig & Co gegründet, aus denen später die Vereinigten Lausitzer Glaswerke hervorgingen. Heute produziert dort die Stölzle Lausitz GmbH Glasprodukte.
Seit 110 Jahren gibt es eines der bekanntesten Gebäude in Weißwasser. Denn am 25. April 1913 war das Rathaus am Marktplatz eingeweiht worden. Am 23. August 2023 wird die moderne Eisarena in Weißwasser genau zehn Jahre alt.

Als der Muskauer Park im Wasser verschwand

Eine Katastrophe jährt sich 2023 zum 65. Mal. Denn am 6. Juli 1958 brach das Unheil über den Muskauer Park herein. Teile des Schloss- und Badeparks wurden beim größten Hochwasser seit 1897 überflutet. Die Schäden waren enorm. Vorausgegangen waren starke Regenfälle im Neiße-Gebiet.
Vor 75 Jahren wurde der Kromlauer Park zum Naturschutzgebiet erklärt. Erst knapp 20 Jahre später, 1966, wurden erste zielgerichtete Pflege- und Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt. 160 Jahre sind ins Land gegangen, als der Baubeginn für die weltberühmte Rakotzbrücke stattfand. Sie wurde erst 1882 vollendet.

Gemeinde Krauschwitz, 625 Jahre Pechern und Schulkomplex Schleife

Vor 85 Jahren erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Krauschwitz und Keula zur Gemeinde Krauschwitz. Keula war damals zwar größer, doch Krauschwitz durch seine Töpferprodukte bekannter.
625 Jahre sind seit der urkundlichen Ersterwähnung von Pechern vergangen. Der Ort war 1398 als Pechaw in einem Görlitzer Gerichtsbuch genannt worden.
Vor 55 Jahren begann der Aufbau des Schulkomplexes in Schleife. Dieser hatte eine Kapazität für rund 700 Schüler. Die Übergabe erfolgte in zwei Bauabschnitten in den Jahren 1971 und 1972. Seit wenigen Jahren gibt es nun die neue Grundschule Dr. Marja Grollmuß am Ortsausgang in Richtung Spremberg.

15 Jahre Landkreis Görlitz

Am 1. August 2008, vor genau anderthalb Jahrzehnten, entstand der Landkreis Görlitz in seiner heutigen Ausdehnung. Damals waren die vormaligen Landkreise Niederschlesische Oberlausitz und Löbau-Zittau sowie die bis dato kreisfreie Stadt Görlitz miteinander fusioniert. Seitdem umfasst der Landkreis eine Fläche von 2111 Quadratkilometern. Es handelt sich um den östlichsten Landkreis Deutschlands. Das „Ostkap“ befindet sich bei Zentendorf. Es handelt sich um den Landkreis mit der größten Nord-Süd-Ausdehnung in Sachsen. Zusammengefasst sind die Altkreise Görlitz-Stadt und Land, Niesky, Weißwasser, Löbau und Zittau. Im Kreisgebiet leben rund 248 000 Menschen.