Von Regina Weiß

Die Bank an der Bergschen Kirchruine ist, mal von Dauerregen und Schneetreiben abgesehen, ein idyllisches Plätzchen, um den Blick zwischen Neuem Schloss und Orangerie über das Neißetal schweifen zu lassen. Wer derzeit die Bank ansteuert, dem fällt sofort auf, das dort etwas fehlt. Es ist ein Stamm der „doppelten“ Linde. Dieser musste aus Sicherheitsgründen weichen, erklärt Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. „Uns tut das auch weh“, schickt er hinterher, noch dazu, wo der Baum sicherlich an die 200 Jahresringe haben dürfte. Übrigens ist es nicht der einzige Großbaum, der in dem Areal entfernt werden musste.

Vor allem die noch aus der Pückler-Zeit stammenden Buchen machen den Parkverantwortlichen Sorgen. Der Baumdoktor, mit dem die Bad Muskauer seit vielen Jahren zusammenarbeiten, spricht in dem Fall von einer komplexen Buchenkrankheit, bei der von Klima bis Schädlingen mehrere Faktoren eine Rolle spielen können. Hinzu kommt, dass der Baumbestand des Muskauer Parks noch immer an den Folgen des Zweiten Weltkrieges krankt. „Das war das Schlimmste, was den Bäumen je passieren konnte“, erklärt Cord Panning.

Nun soll im Bergpark aus der Not eine Tugend gemacht werden. Auch wenn dort weitere Bäume rausgenommen werden müssen – einige bleiben als Habitatbäume aus Gründen des Naturschutzes stehen – sollen neue nachkommen. Dabei geht es darum, Platz für die Naturverjüngung zu schaffen, aber auch neue Setzlinge einzupflanzen.

Bald 40 Jahre werde am Bergpark immer wieder Hand angelegt. „Er ist ja auch ein richtiges Kleinod. Viele Muskauer wissen das zu schätzen“, so Panning über den Bergpark. Denn auch das Gelände abseits von Schloss und Menschenströmen an Wochenenden oder Feiertagen bietet herrliche Aussichtspunkte und schöne Wege. „Da wechseln sich Flächen ab, die gestaltet wurden und andere, wo wir nicht wissen, ob dort je Bäume bewusst gesetzt wurden“, erklärt der Parkleiter.

Dass nicht nur Pückler Aktien am Muskauer Park hatte, sondern auch die nachfolgenden Standesherren (Prinz der Niederlande und die Familie von Arnim) hat man als Ausstellungsbesucher 2018 eindrucksvoll erleben können. Zwei besondere Schauen, die viel Arbeitet gekostet haben.

In diesem Jahr wird der Fokus auf Glas und Steinzeug liegen, kündigt Cord Panning an. Die Sammler und Jäger Siegfried Kohlschmidt und Richard Anger widmen sich dem Wirken von Friedrich Bundtzen. Muskauer Steinzeug kommt dann im August ins Neue Schloss. Muskau gehörte einst zu den Zentren der Steinzeugproduktion in Sachsen und darüber hinaus. Auch ein internationales Symposium ist in diesem Rahmen geplant.

Pläne werden auch im Hinblick auf das Kavalierhaus (ehemaliges Moorbad) geschmiedet. Während der Wettbewerb für das neue Besucherzentrum für den Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen aus Architektensicht vorbereitet wird, wird der künftige Inhalt des Hauses durchdacht. Das reicht vom Raumprogramm bis hin zu einzelnen, ansprechenden Ausstellungsstücken, wie einem Gletscher, der die Besucher in die Zeit der Entstehung des Faltenbogens zurückversetzen soll. Da qualmen manchmal die Köpfe, deutet Panning die Fachdiskussionen an. Klasse sei, dass 2018 der Durchbruch bei der Finanzierung dieses Vorhabens gelungen ist.

Die Basis in Höhe von bisher 20 Millionen Euro war im Haushaltsplan des Freistaates Sachsen verankert. „Im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens zur Aufstellung des Bundeshaushalts ergibt sich aktuell die Chance, das Vorhabenbudget um weitere 14 Millionen Euro zu erhöhen. Dadurch wird es möglich sein, die Attraktivität des Baus für die Besucher noch einmal erheblich zu steigern“, konnte im November Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verkünden. Auch wenn die Zeit des Bauens am Kavalierhaus noch nicht gleich ansteht, geht es mit den Gebäuden im Badepark und der Brauerei weiter voran.

Nicht zu vergessen, der gemeinsame Projektantrag mit der Stadt Bad Muskau, der ja auch noch mal zehn Millionen Euro schwer ist.

Die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau macht auch im Jahr 26 ihres Bestehens von sich reden.