Die höhere Zahl illegaler Einreisen hält auch die Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf auf Trab. Ein aktueller Fall hat es in sich.
Es ist der 9. November, gegen 1 Uhr – Einsatzkräfte der Bundespolizei beabsichtigen die Kontrolle eines roten Mercedes-Vito in Hagenwerder. „Nachdem das Fahrzeug angehalten wurde, flüchteten mehrere Personen in verschiedene Richtungen“, beschreibt Michael Engler, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion. Durch weitere Kräfte und den Einsatz eines Polizeihubschraubers konnten schließlich 13 unerlaubt eingereiste iranische Staatsangehörige in Gewahrsam genommen und zur Dienststelle verbracht werden.

Bad Muskau/Podrosche/Ludwigsdorf

Schleuser würgt Bundespolizisten

Der noch vor Ort befindliche Fahrer leistete bei der vorläufigen Festnahme erheblichen Widerstand. So würgte er einen Beamten. Einem zweiten Beamten gelang es, den Widerstand zu brechen und den Kollegen zu befreien. Diese Situation nutzte der Fahrer, um in das Fahrzeug zu gelangen und zu flüchten. Um den Fluchtversuch zu unterbinden, gab ein Beamter zunächst zwei Warnschüsse ab.
Da diese ohne Wirkung blieben, wurden weitere Schüsse auf die Reifen des Fahrzeugs abgegeben und dabei einer der Vorderreifen beschädigt. Dem Schleuser gelang mit defektem Reifen dennoch die Flucht.

Fahndung in Polen erfolgreich

Die Bundespolizei hatte noch am Mittwoch eine Fahndung ausgelöst. Am 10. November kann Pressesprecher Michael Engler verkünden, dass aufgrund der guten internationalen Zusammenarbeit mit den polnischen Partnern der gesuchte Mann auf polnischer Seite bei Legnica (Liegnitz) gefunden wurde.
Der 43-jährige Ukrainer warte nun im Gewahrsam der polnischen Polizei auf die Auslieferung nach Deutschland. Im Vorfeld war von der Staatsanwaltschaft Görlitz ein europäischer Haftbefehl beantragt worden.