Die Polizei hat an mehreren Orten im Landkreis Görlitz Migranten festgestellt, die über die Balkanroute in die Oberlausitz gelangten. Eine entsprechend große Personengruppe wurde zunächst in Bad Muskau ergriffen.
Kleinere Gruppen sind später nochmals in Bad Muskau und in Sagar angetroffen worden, berichtet die Polizei. Bei den Aufgegriffenen handelt es sich um syrische und türkische Staatsangehörige.
Aber auch in Görlitz und Hagenwerder wurden Afghanen in Gewahrsam genommen. Zum Teil folgten die Einsatzkräfte dabei Bürgerhinweisen. So wurden letztlich insgesamt 23 Männer in die Dienststelle mitgenommen. Der überwiegende Teil dieser Männer hat die Diensträume inzwischen in Richtung Erstaufnahmeeinrichtung wieder verlassen.

Balkan-Route ist eine der aktivsten, um nach Europa zu kommen

Aktuell befinden sich drei Ägypter und ein Syrer in der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf. Die Beamten klären dabei, wie die vier nach Deutschland kamen.
Trotz neuer Zäune und umstrittener Kooperationen zur Abwehr von Migranten haben die illegalen Grenzübertritte in die Europäische Union 2022 deutlich zugenommen. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex registrierte in den ersten elf Monaten dieses Jahres rund 308.000 Versuche, ohne Erlaubnis in die EU zu kommen. Das sei ein Zuwachs um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Laut den Frontex-Zahlen gelangten bis November rund 140.000 Migranten illegal über den Balkan und Länder des ehemaligen Jugoslawien nach Mitteleuropa. Das waren zweieinhalbmal so viele wie 2021 und der höchste Wert seit der Flüchtlingskrise des Jahres 2015. Die Westbalkan-Route ist die aktivste für Flüchtlinge und Migranten in die EU.
Österreichs Regierungschef Karl Nehammer (ÖVP) behauptete, 75.000 Menschen seien bis nach Österreich gekommen, ohne registriert zu sein – einen genauen Zeitraum für die Angaben nannte er dabei nicht.