Hilfe für Nepal: Wie eine Pflegerin aus Weißwasser den Menschen hilft

Simone Awater steht inmitten einer Gruppe von Menschen in Nepal. Hier hat sie viele soziale Projekte angestoßen und hilft Menschen zu einem besseren Leben.
Simone Awater- Simone Awater hilft seit 2014 in Nepal, unterstützt soziale Projekte und gründete ein Obdachlosenheim.
- Sie kauft lokal Lebensmittel und Ziegen für bedürftige Familien, welche diese nachhaltig nutzen.
- Finanzierungen erfolgen durch Trödelmarktverkäufe und Patenschaften für Schulgelder.
- Awater arbeitet Überstunden, um jährlich zwei Monate in Nepal zu helfen.
- Sie plant keine Organisation, um bürokratischen Aufwand zu vermeiden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Simone Awater bricht 2014 erstmals nach Nepal auf, um Freiwilligenarbeit zu leisten. Was die Altenpflegerin dort erlebt, wird sie nicht mehr loslassen und dazu bewegen, immer wieder in den Himalaya-Staat zu fliegen.
Bei ihrem ersten Besuch wundert sie sich, warum einige obdachlose Menschen so dicht an der viel befahrenen Hauptstraße liegen. Die Antwort verblüfft und schockiert aus europäischer Perspektive. „Sie glauben an die Wiedergeburt und warten darauf, von einem Lkw überfahren zu werden“, erfährt sie schließlich von Einheimischen. Starker Tobak, doch die Lebensrealität der Menschen in Nepal ist eine komplett andere als die in Deutschland.
Das ist nur eines der Beispiele, die Simone Awater zum Nachdenken gebracht haben. Auch die Kinder, die ständig weinen, weil sie Hunger haben und Menschen mit Behinderungen, um die sich keiner kümmert, berühren sie sehr. Deshalb startet die heute 56-Jährige, sich in verschiedenen kleinen und großen Projekten zu engagieren.
So hilft Simone Awater den Menschen in Nepal
Simone Awater ist es wichtig, vor Ort zu sein. Nur so könne sie einschätzen, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. „Ich sehe das Ergebnis und weiß, dass das Geld auch wirklich ankommt“, sagt sie. Außerdem kauft Simone Awater Lebensmittel, Baumaterialien und sonstige Dinge, die benötigt werden, vor Ort bei lokalen Händlern, um so die dortige Wertschöpfung zu unterstützen.
In einem anderen Projekt wird für besonders bedürftige Familien eine Ziege gekauft. Diese kostet 80 bis 120 Euro, was in Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, für viele Menschen unerschwinglich ist. Die Familien bekommen so Milch, Butter, Fleisch und, wenn es gut läuft, auch Nachwuchs. Sie verpflichten sich dann, ein Zicklein an eine andere Familie abzugeben. Das sei besonders nachhaltig, weil sich die Menschen so untereinander helfen und Netzwerke entstehen.

Simone Awater unterstützt Menschen aus Nepal, indem sie armen Familien eine Ziege kauft.
Simone AwaterAlle Projekte, in denen sich die Weißwasseranerin engagiert, wären ohne die Hilfe der Bevölkerung vor Ort nicht umsetzbar. Deshalb wolle sie sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern das Engagement der Menschen vor Ort, das oft vergessen werde, hervorheben.
Frau aus Weißwasser gründet Obdachlosenheim in Nepal
Eines der größten Projekte von Simone Awater ist ein Obdachlosenheim, das sie gemeinsam mit Einheimischen in Nepal aufgebaut hat. Ein extra dafür angemietetes Haus musste zunächst saniert werden. Gemeinsam mit einigen freiwilligen Helfern wurde das Dach abgedichtet, die Wände von Schimmel befreit und die kaputten Matratzen ersetzt.
Etwa 200 verschiedene Personen haben bereits in dem Obdachlosenheim gelebt. „Es ist uns bereits gelungen, einige Menschen wieder in ihre Familien einzugliedern“, freut sich Simone Awater. Andere hatten nicht so viel Glück.
Auch die lokale Bevölkerung ist mittlerweile mit an Bord und unterstützt die Einrichtung mit den nötigsten Grundnahrungsmitteln – Reis und Linsen. Den Menschen vor Ort beizubringen, wie solche Einrichtungen betrieben werden können, ist ebenfalls ein Anliegen des Projektes. Nur so könne die Arbeit auch langfristig weitergeführt werden.
Vorarbeiten für die lange Reise nach Nepal
Um auch jedes Jahr zwei Monate in das Himalaya-Gebirge reisen zu können, arbeitet Simone Awater vor. Sie fängt bereits jetzt an, Überstunden zu machen, die sie im Oktober und November, wenn sie in Nepal ist, abbummeln kann. Bei ihrer sowieso schon nicht einfachen Arbeit im Kursana-Pflegeheim in Bad Muskau ist das ein zusätzlicher Kraftakt.
Daran, einen Verein oder sogar eine Hilfsorganisation zu gründen, denkt Simone Awater gar nicht. Zu groß sei der bürokratische Aufwand. Sie will lieber anpacken. Das geht in Nepal auch relativ einfach. Während in Deutschland, wo sie sich ebenfalls ehrenamtlich engagiert, oft Zertifikate und Urkunden für bestimmte Tätigkeiten verlangt werden, zählt im Himalaya-Staat das reine Können. So kann Simone Awater auch medizinische Kenntnisse aus der Pflege an Menschen vor Ort vermitteln. Auch eine befreundete Physiotherapeutin begleitete sie bereits auf einer Reise.
So finanziert Simone Awater ihre Aktionen in Nepal
Geld benötigt sie für ihre Aktionen trotzdem. Einige Bekannte übernehmen Patenschaften für das+ Schulgeld von Mädchen, die im Vergleich zu Jungen noch immer benachteiligt werden. Dabei geht es um 150 bis 220 Euro im Jahr. „Das ist für viele Menschen dort unerschwinglich. Für uns in Deutschland ist es nur ein größerer Einkauf“, sagt sie.
Ein großer Teil ihres Budgets generiert sich aber durch Verkäufe auf dem Trödelmarkt in Bad Muskau. Dort bietet sie Dinge an, die sie und ihre Bekannten nicht mehr brauchen. Hier kann man auch mit Simone Awater in Kontakt kommen und ihr Projekt in Nepal unterstützen. Daran, nach zehn Jahren etwas kürzerzutreten, denke sie nicht. „Solange ich es kann, werde ich weiter machen“, sagt sie.



