Von Christian Köhler

Die Gerüchteküche in Weißwasser – man könnte sagen „wie üblich“ – brodelt. Nach dem ausgefallenen Stadtfest im vergangenen Jahr soll nun auch das Hexenbrennen und die Veranstaltungen rund um den 1. Mai in Weißwasser dem Rotstift zum Opfer fallen. „Das ist einfach Quatsch“, sind sich die Organisatoren um Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf und DGB-Ortsgruppenchef Frank Schuster einig. „Es findet statt! Nur eben anders!“, sagt Frank Schwarzkopf allen Unkenrufen zum Trotz und fügt an: „Wir machen so lange weiter, wie der Bedarf und die Nachfrage besteht.“

Dennoch räumen die Organisatoren von Stadtverein und Gewerkschaften ein, dass Veränderungen ins Haus stehen. „Gerade die finanzielle Lage macht es nötig, dass wir in diesem Jahr auf das Festzelt verzichten müssen“, erläutert Frank Schuster. Das aber hindere nicht daran, die bereits seit Jahren etablierten Events rund um den Tag der Arbeit beizubehalten – nur eben dass nicht alles am selben Ort stattfinden wird.

Hexenbrennen auf dem Freizeitpark

Das Hexenbrennen aber soll samt Lampionumzug wie gewohnt auf dem Freizeitpark Gäste aus Nah und Fern anziehen. „Wir treffen uns zum Umzug mit dem Spielmannszug aus Komptendorf wie gewohnt um 20 Uhr vor dem Stadion der Kraftwerker“, erklärt Reinhard Baumbach von der Industriegewekrschaft BCE. Trifft der Umzug dann am Freizeitpark ein, wird das Feuer entzündet. „Wir haben eine Genehmigung für die Veranstaltung bis 1 Uhr“, erklärt Heinrich Mosmann von der Gewerkschaft. Die Versorgung und auch der Rummel ist bereits vertraglich abgesichert. „Der Rummel und die Fahrgeschäfte sind bereits ab dem 25. April und bleiben bis zum 3. Mai“, erklärt Frank Schwarzkopf.

Weil das Festzelt eben nicht aufgebaut wird, wird die Jugendveranstaltung „Ding Dong die Hex’ ist tot“ kurzerhand in das Soziokulturelle Zentrum Telux (SKZ) verlegt, wie Timo Schutza vom Verein Mobile Jugendarbeit und Sozikultur bestätigt. „Das Programm für den Abend des 27. April werden wir noch nachreichen“, erklärt er.

Seniorentanz im Tanzstudio Weisse

Für den Seniorentanz am Sonntag, dem 28. April, dagegen ist schon alles in trockenen Tüchern. „Frau Anke Weisse hat uns kostenfrei ihr Tanzstudio am Sorauer Platz für den siebten Seniorentanz in Weißwasser zur Verfügung gestellt“, erklärt Robert Seidel vom Sozialen Netzwerk Lausitz (SNL). Dem Netzwerk sei es gelungen, auch wieder einen Gast für die beliebte Veranstaltung zu gewinnen: „Wir freuen uns sehr, dass Rainer Garden für Unterhaltung sorgen wird“, berichtet Seidel. Garden, dessen Frau Antje Garden aus dem DDR-Fernsehen bekannt ist, wird bekannte Lieder zum Besten geben aber auch eigene Stücke vortragen.

Mai-Kundgebung im SKZ Telux

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet dann die 1. Mai-Kundgebung, die ebenfalls im SKZ angesiedelt sein wird. Zwischen 10 und 14 Uhr wird es nicht nur Zünftiges geben, sondern auch eine Mai-Ansprache sowie Parteistände in gewohnter Weise geben.

Seit 2011 ist der Stadtverein bei den Events rund um den 1. Mai mit im Boot. Schwarzkopf betont, dass alles im Ehrenamt organisiert werde. „Insgesamt sind seither 256 000 Euro für eingenommen und ausgegeben worden“, sagt er. Das zeige, „dass man sich für Stadt und die Einwohner einsetze“, so der Stadtvereinschef.