(kw) Das Schlesische Museum zu Görlitz und die Kulturreferentin für Schlesien kündigen drei neue Ausstellungen an. Die Präsentationen sind in wenigen Wochen in der Stadt an verschiedenen Orten zu sehen: in der Annenkapelle und im Schlesischen Museum.

Der aus Niederschlesien stammende Emil Krebs (1867 bis 1930) gilt bis heute als einer der größten Sprachwunder der Menschheitsgeschichte. Er beherrschte mehr als  60 Sprachen und Dialekte, seine Bibliothek umfasste Bücher in über 100 Sprachen. Die deutsch-polnische Ausstellung, die ab Mai in Görlitz gezeigt wird, wurde von Eckhard Hoffmann, dem Großneffen von Emil Krebs, und der Miejska Biblioteka Publiczna w Świdnicy (Stadtbibliothek Schweidnitz) mit Unterstützung des Sprachendienstleiters des Auswärtigen Amtes Gunnar Hille und des Historikers Sobiesław Nowotny erarbeitet. Beide Experten werden zur Eröffnung erwartet.

„Emil Krebs. An den Grenzen
der Genialität“
Vinissage Donnerstag, 2. Mai,
15 Uhr, Annenkapelle (Annenstraße/Steinstraße) Die Ausstellung wird bis zum 29. Mai zu sehen.

Eine Dokumentation der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein berichtet über ein dunkles, bislang unbekanntes Kapitel der schlesischen Geschichte: die Ermordung von psychisch Kranken und geistig Behinderten aus Schlesien in der NS-Diktatur. Die Ausstellung „Vergessene Opfer der NS-`Euthanasie“ ist Teil eines von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ finanzierten Projektes.

Ausstellung „Vergessene Opfer der NS-`Euthanasie“
Eröffnung am Freitag, dem 3. Mai, 19 Uhr, im Schlesischen Museum Görlitz (Brüderstraße)
Geöffnet bis zum 30. Juni

Außerdem zeigt das Schlesische Museum eine Sonderausstellung, in der erstmals umfassend der reiche Schatz an Münzen und Medaillen aus acht Jahrhunderten präsentieren wird. Die Schau „Kopf und Zahl. Die Geschichte des Geldes in Schlesien“ fächert die politischen, wirtschaftlichen und kulturhistorischen Aspekte des Geldes auf.  Auch Beispiele schlesischer Medaillenkunst werden gezeigt. Attraktion der Ausstellung ist der große Münzfund von Dębrznik (Krausendorf), der im Muzeum Tkactwa w Kamiennej Górze (Webereimuseum in Landeshut) aufbewahrt wird. Der aus mehr als 6000 Münzen des 15. und 16. Jahrhunderts bestehende Fund kann Dank einer Förderung durch ein europäisches Förderprogramm in Polen und Sachsen bis zum Jahr 2020 zu einem bedeutenden Teil konserviert und präsentiert werden.

„Kopf und Zahl.
Die Geschichte des Geldes
in Schlesien“
Eröffnung Sonntag, 5. Mai, 11 Uhr