Gedenktag an NS-Opfer in Weißwasser
: Bündnis ruft zur Demonstration für Demokratie auf

Traditionell gedenkt die Stadt Weißwasser am 27. Januar den Opfern des Nationalsozialismus. 2024 wird erstmals auch eine Kundgebung davor stattfinden, zu der ein parteiübergreifendes Bündnis aufgerufen hat. Das ist geplant.
Von
Jürgen Scholz
Weißwasser
Jetzt in der App anhören

Am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee wird der Opfer des Nationalsozialismus gedacht – so wie hier im Jahr 2023 in Weißwasser.

Christian Köhler (Archivfoto)

Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ wollen die Organisatoren an die bundesweit stattfindenden Demonstrationen anknüpfen. Die Kundgebungen hatten in den vergangenen Tagen in zahlreichen Städten stattgefunden, vor allem vor dem Hintergrund über Berichte zu rechtsextremen Überlegungen, wie unliebsame Menschen deportiert werden könnten.

Man wolle ein Zeichen setzen für Zusammenhalt und Demokratie, so Richard Hoffmann, Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro von Antonia Mertsching (Die Linke). Die Landtagsabgeordnete ist Anmelderin der Kundgebung. Der Aufruf zur Teilnahme wird getragen von den Wählervereinigungen Klartext, Für unser Weißwasser, KJiK sowie den Parteien SPD, CDU und Linke. Dazu kommen Kirchen und weitere Initiativen aus der Stadt.

Erst Kundgebung auf dem Marktplatz mit Demo

Geplant ist demnach um 10 Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz Weißwasser. Anschließend soll ein Demonstrationszug über die Straße der Glasmacher zu den Stolpersteinen in der Muskauer Straße führen, wo an die 1942 ermordete Familie Pese erinnert wird. Im weiteren Verlauf geht es über die Straße des Friedens, die Bahnhofstraße, Bautzener und Berliner Straße, Boulevard und Bautzener Straße zum Mahnmal an der Muskauer Straße.

Dann Gedenkveranstaltung der Stadt Weißwasser

Die dortige Veranstaltung wird wie jedes Jahr von der Stadtverwaltung Weißwasser organisiert und soll um 11.30 Uhr beginnen. Redner dort werden Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartetxt) und Ernst Opitz sein, der auch der Stolperstein-Initiative angehört. Die Stolpersteine erinnern an Orte, an den Einwohner gelebt haben, die von den Nationalsozialisten als Juden verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Es handele sich bei dem Gedenken an eine offene Veranstaltung, so Stadtsprecher Wulf Stibenz.

Am 27. Januar 1945 wurden die Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz von der Roten Armee befreit. Damit wurde das Grauen in den Lagern sichtbar. In Deutschland ist der Gedenktag für die Opfer des Holocaust seit 1996 ein gesetzlicher Gedenktag. Seit 2005 ist er auch international über die vereinten Nationen zu einem Gedenktag erklärt worden.