Garten im Winter pflegen
: Ein Gärtner aus Uebigau verrät, was man jetzt schon machen kann

Ein Gärtner aus Uebigau verrät, wie man den Garten im Winter pflegen kann. Welche Arbeiten anstehen. Und nennt eine Möglichkeit, unliebsame unterirdische Mitbewohner loszuwerden.
Von
Rico Meißner
Uebigau
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  • Etwas, über das sich Klaus-Peter Manig in jedem Jahr immer wieder erneut freuen kann: die ersten von Tausenden von Schneeglöckchen haben sich bereits im Schlosspark in Uebigau aus der Erde getraut.

    Etwas, über das sich Klaus-Peter Manig in jedem Jahr immer wieder erneut freuen kann: die ersten von Tausenden von Schneeglöckchen haben sich bereits im Schlosspark in Uebigau aus der Erde getraut.

    Rico Meißner
  • Maulwurfshügel im Garten sind etwas, das nicht jeden Gartenbesitzer zu Freudesprüngen veranlasst.

    Maulwurfshügel im Garten sind etwas, das nicht jeden Gartenbesitzer zu Freudesprüngen veranlasst.

    Rico Meißner
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Das erste, etwas längere, Winterintermezzo des Jahres ist gerade erst vorbei. Der Schnee ist schnell wieder abgeschmolzen und auch die Temperaturen liegen wieder im deutlichen Plusbereich. Zumindest vorerst. Da kommt bei dem einen oder anderen Grundstücks- oder Gartenbesitzer bereits die Vorfreude auf den Frühling auf. Endlich wieder draußen aktiv werden. Aber ist es kurz vor Ende Januar die richtige Zeit, sich mit solchen Überlegungen zu beschäftigen?

Gärtner Klaus-Peter Manig von der Uebigauer Staudengärtnerei gleichnamigen Namens, muss bei dieser Frage ein wenig lächeln. „Naja“, meint er. „Eigentlich ist es jetzt erst einmal noch eine gute Zeit, um Pläne zu schmieden und vielleicht zu überlegen, was man wie im kommenden Frühjahr und Sommer gestalten möchte. Schließlich ist gerade erst, zumindest momentan, der Schnee weg und der Boden auch stellenweise noch gefroren.“

Erste Rückschnitte können im Garten vorgenommen werden

Aber ein paar Dinge gibt es, die man auch jetzt schon ohne Probleme in Angriff nehmen kann. „Zum Beispiel können, neben Aufräumarbeiten aller Art, auch Stauden und Gräser zurückgeschnitten werden“, sagt der Gärtner. „Ebenso kann man bereits an das Verschneiden von Obstbäumen gehen.“ Zu dieser Arbeit hat Klaus-Peter Manig eine eindeutige Meinung. „Es ist sicherlich ausgesprochen sinnvoll, wenn man davon gar keine Ahnung hat, sich vielleicht zu einem Kurs anzumelden und zu lernen, wie man es richtig macht. So etwas bietet zum Beispiel der Verein Kerngehäuse e.V. aus Elsterwerda an. Aber auch Kleingartensparten organisieren so etwas immer wieder hier und da. Auch aus Büchern kann man sich eine Vielzahl von Tipps zum richtigen Umgang mit dieser Arbeit holen.“

Und wer es ohne einen Kurs und Ahnung selber trotzdem versucht? „Das schlimmste ist, wenn man gar nichts macht. Also würde ich sagen, lieber ein bisschen falsch als überhaupt nicht.“ Der Grund dafür? „Obstbäume sind Kulturpflanzen und damit auf den Schnitt angewiesen, damit sie ordentlich Früchte tragen. Im Gegensatz dazu schafft ein normaler Laubbaum auch eine Kronenausbildung ohne Eingriffe.“

Garten im Winter pflegen: Bäume nicht radikal schneiden

Von einem wirklichen radikalen Rückschnitt hält Klaus-Peter Manig nicht viel. „So etwas sollte man meiner Meinung nach möglichst vermeiden. Denn es geht nur an die Substanz des Baumes und fördert die Ausbildung von Wasserschossen.“ Auch hinsichtlich der Temperaturen für den Baumschnitt hat er eine klare Ansicht: „Dem Baum ist das in erster Linie egal, aber dem Gärtner wahrscheinlich nicht. Daher ist frostfrei vermutlich besser, aber das bezieht sich auf den Menschen, da es mehr Spaß macht, wenn es nicht so kalt ist. Lediglich das Holz beim Baum könnte bei Frost brüchiger sein als sonst.“

Setzen von Stauden im Garten nicht vor Mitte März

Für das Setzen von Stauden und anderen Arten sei es als Gartenarbeit ohnehin noch viel zu früh. „Ich würde sage, ab Mitte März, wenn der Boden schon wärmer ist, wäre es gut. Aber wem alles gerade zu grau ist, kann natürlich auch schon beispielsweise Kübel bepflanzen. Aber immer daran denken, diese bei Frost wieder ins Haus zurückzuholen.“

Auch für den Rasen auf dem Grundstück gebe es momentan nicht viel zu tun, der habe ja auch noch Winterruhe. „Aber gegen Abharken von altem Laub oder Astbruch spricht eigentlich nichts. Mit der Düngung sollte man aber auch noch bis Ende Februar oder März warten.“

Nun es soll es ja auch Menschen geben, die ihre Gemüsepflanzen für den Sommer nicht in der Gärtnerei kaufen, sondern selber aus Samen auf der Fensterbank ziehen. „Das ist natürlich auch eine schöne Sache“, so Manig. „Aber die Qualität einer Gärtnerei wird man mit den Pflanzen vermutlich nicht erreichen.“

Generell rät er dazu, solche Vorhaben ab etwa Mitte Februar anzugehen. Einer der entscheidenden Faktoren bei der Aufzucht im Haus sei das fehlende Licht. Den Ankauf von spezieller Anzuchterde dafür sieht er eher gelassen. „Eigentlich genügt dafür auch die Komposterde aus dem eigenen Garten, zumal sie in unserer Region meist auch einen gewissen Sandanteil aufweist.“

Maulwürfe können hartnäckig sein

So weit, so gut. Aber im Augenblick gibt es im Garten auch noch ein anderes Tier, das sich scheinbar schon auf den Frühling freut. Stellenweise wachsen fröhlich die Maulwurfshaufen in die Höhe und das ist bekanntlich etwas, was nicht jeden Rasenbesitzer in Entzückung versetzt. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass noch viele Flächen unter Wasser stehen und damit etwas höhergelegene Gärten ein beliebter Anlaufpunkt werden.

„Maulwürfe wirklich zu vertreiben, das ist schwierig“, lacht der Gärtner. Aber es gibt doch viele Gerätschaften, die beispielsweise über Töne das Tier verbrämen sollen? „Das funktioniert auf Dauer auch nicht wirklich. Die Tiere gewöhnen sich daran. Was man machen kann, ist ihnen quasi zu vermitteln, dass es am jeweiligen Standort ungemütlich für sie ist. Also beispielsweise die Hügel abtragen oder hin und wieder mal einen Gang öffnen.“

Erste Schneeglöckchen im Schlosspark Uebigau

Für die Schneeglöckchen im Uebigauer Schlosspark ist es hingegen momentan weniger ungemütlich. Die ersten Blüten zeigen sich bereits und wenn alle in voller Pracht stehen, wird dies in einigen Wochen sicherlich wieder ein beliebter Anlaufpunkt für Spaziergänger werden. Die Zahl der Pflanzen ist nicht mehr festzustellen. „Inzwischen müssen es zehntausende sein“, schätzt Klaus-Peter Manig. „Seit etwa 20 Jahren habe ich immer wieder welche gepflanzt, aber schon lange bestocken sie sich selbst.“ Und dies erfolgreich. In nicht allzu ferner Zukunft wird es wieder eine leuchtend weiße Wiese am Schloss geben. Auch ganz ohne Schnee.