Freizeitpark bei Görlitz: Darum ist die geheime Welt von Turisede eine Reise wert

Mittlerweile erstreckt sich die geheime Welt von Turisede in Zentendorf bei Görlitz sowohl über die deutsche, als auch über die polnische Seite der Neiße. Wegen der Grenzkontrollen empfielt sich aktuell die Mitnahme eines Ausweises.
Willy Klein- Die „geheime Welt von Turisede“ liegt an der deutsch-polnischen Grenze und vereint Freizeitpark und Freiluftmuseum.
- Besucher entdecken nachgestellte Traditionen des mysteriösen Volks der Turiseder und seltene Tiere.
- Highlights: 500 m unterirdische Gänge, Baumhaushotels, Escape-Rooms und Tiere wie Ziegen mit vier Hörnern.
- Festivals wie das „Folklorum“ feiern die Turiseder-Kultur; 2025 findet es zum letzten Mal statt.
- Eintritt ab 19,50 €, Übernachtungen ab 232 € – Sparmöglichkeiten in der Nebensaison.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Haben Sie schon einmal vom geheimnisvollen Volk der Turiseder gehört? Nein? Das könnte daran liegen, dass es bereits am Ende des 11. Jahrhunderts aus den Auen der Neiße verschwunden ist. Wohin, weiß keiner so genau. Fest steht nur, dass einige Turiseder in das polnische Zakopane ausgewandert sein müssen.
Jedenfalls finden sich dort einige der Traditionen wieder, für die das slawische Volk bekannt war, erklärt Jürgen Bergmann, Gründer der „geheimen Welt von Turisede“, einigen auch besser bekannt als Kulturinsel Einsiedel.
Einzigartig ist vor allem die Regierungsform der Turiseder, die von einem gewählten König regiert wurden. Grundvoraussetzung, damit dieser auch zur Wahl zugelassen wurde, war, dass er ein kindliches Gemüt haben muss. „Generell nahmen Kindern im Volk der Turiserder eine wichtige Rolle ein“, erklärt Bergmann.
Die Frage, ob es die Turiseder wirklich gab, hört Bergmann öfters und kann nur darüber lächeln. Er und seine Mitstreiter sind jedenfalls fest davon überzeugt. Ein Beweis: der weitläufige Freizeitpark, der gleichzeitig ein Freiluftmuseum ist. Über 500 Meter unterirdische Gänge wurden wieder freigelegt. Bunte Häuser, in denen dieses einzigartige Völkchen gelebt haben soll, bauten Bergmann und seinen Leuten originalgetreu nach, genau wie Schiffe, mit denen sie die wilden Fluten der Neiße bezwangen. Im Gegensatz zu den meisten Museen ist hier das Anfassen und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht.
Die Turiseder waren auch Tierfreunde und so hat das Team der Kulturinsel dafür gesorgt, dass es auf dem Gelände wieder viele der Tiere gibt, die einst dort gehalten wurden. Kakadu „Coco“ ist einer der Publikumslieblinge. Besonders seine markante Lache begeistert die staunenden Gäste. „In unserer deutsch-polnischen Büffel WG lebt ein Wasserbüffel mit ganz verrückten Hörnern“, erklärt Parkchef Bergmann. Außerdem gibt es Kängurus, Pfauen, auf dem Dach lebende Kühe und Ziegen mit vier Hörnern.

Die Turehser sind, laut Legende, eine Mischung aus Reh und Hase, die es bereits zu Zeiten der Turiseder gab.
Jürgen BergmannGanz besonders stolz ist Bergmann, dass es gelungen ist, die Turehser wieder zu züchten. „Diese fabelhaften Mischwesen aus Reh und Hase galten bei den Turisedern als Glücksbringer und waren beliebte Haustiere“, heißt es in den übermittelten Schriften. Auch Beutelboten, die an Stelle von Brieftauben eingesetzt wurden, gibt es wieder in Turisede. Doch heute sind sie im Ruhestand.
„Mensch, das wird ja ein Freizeitpark“ – wie alles begann
Doch wie entdeckte Jürgen Bergmann eigentlich diese wundersame Fabelwelt? Der gebürtige Zittauer hat zunächst in einem Forstbetrieb gelernt. Während dieser Zeit lebt er bei einem älteren Paar in einem Bauernhaus in Zentendorf, dem östlichsten Ort Deutschlands, das er später kauft. „Hier haben wir schon zu DDR-Zeiten so gelebt, wie man es sich in der kanadischen Wildnis vorstellt“, erinnert sich Bergmann.
Anfangs verdienten er und seine Freunde ihr Geld mit selbstgemachten Butterförmchen, die sie auf Kunsthandwerksmärkten verkauften. Ein Geschäft, das sich nicht rentierte. Er musste andere Einnahmequellen finden. Über Künstlersymposien bildet er sich weiter, wird zum Holzbildhauer. 1990 gründet sich er die Firma „Künstlerische Holzgestaltung Bergmann“ und baut Spielgeräte und Anlagen für Gemeinden oder Zoos. „Wir bauen große, verrückte Sachen aus Holz. Es gibt nur eine Regel: Es müssen alles Unikate sein“, erklärt der Holzkünstler.
Die Auftragsarbeit macht noch heute mehr als zwei Drittel seines Umsatzes aus. Doch die Aufträge gaben ihm und seinen Mitstreitern auch die Freiheit, zu bauen, was sie wollten. Da die hölzernen Unikate irgendwo einen Platz finden mussten, kaufte er auch die umliegenden Felder dazu, später sogar Flächen in Polen. „Irgendwann stand ich da, schaute mich um und dachte mir, Mensch, das wird ja ein Freizeitpark“, erinnert er sich Bergmann. Zwei Jahre nach der Unternehmensgründung eröffnet die Kulturinsel Einsiedel.

In der Welt von Turisede ist nichts von der Stange. Überzeugen kann man sich davon im Freizeitpark in Zentendorf bei Görlitz.
Willy KleinFestivals und Baumhaushotel wie bei den Turisedern
Neben den Bauwerken spielt auch die Kultur der Turiseder eine wichtige Rolle. Festivals, wie das Folklorum, erfreuen sich anfangs deutschlandweit großer Beliebtheit. Traditionen, Bräuche und Musik des geheimnisvollen Volkes werden hier zelebriert. Dessen Nachfolger, das Folgelorum, findet in diesem Jahr, am 9. August 2025, zum letzten Mal statt. Zu gering sei mittlerweile die Nachfrage.
Doch wenn sich eine Tür schließt, öffnen sich in Turisede in der Regel gleich mehrere. Es gibt eigentlich immer etwas Neues zu entdecken. Das weiß auch Berit Müller aus Berlin. Sie und ihr Partner sind bereits zum vierten Mal hier. Früher mit den eigenen, heute mit den Enkelkindern. „Wir waren sogar einmal ohne Kinder hier im Baumhaushotel“, verrät sie.
Übernachten im Baumhaus oder sogar im Baumaquarium wird immer mehr nachgefragt. Ein Highlight bei so einer Nacht im Park ist laut Jürgen Bergmann die Geisterstunde, die großen und kleinen Gästen sanft das Fürchten lehrt. Auch für ihn selbst sei das immer wieder eine Überraschung, wenn er nachts im Park, in dem er nach wie vor wohnt, unterwegs ist.
Fazit – Turisede muss man selbst erlebt haben
Wer jetzt noch immer nicht sicher ist, ob Jürgen Bergmann und seine Mitarbeiter sich das geheime Volk von Turisede nur ausgedacht haben, oder ob sie hier wirklich wissenschaftlich arbeiten, der kann sich bei einem Besuch in dem wohl weltweit einzigartigen Park sein eigenes Bild davon machen.

Auch das Essen kann in Turisede überzeugen. Sogar der Teller ist hausgemacht.
Willy KleinOb beim Bad im Kanibalenkessel, der Erkundung der vielen Geheimgänge, auf dem Wasserspielplatz, im neu geschaffenen Escape-Room, beim „Theater zum Essen“ oder einer der noch verbleibenden Veranstaltungen, hier wird für jeden etwas geboten. „Ich möchte, dass hier Erwachsene wieder ein Stück weit zum Kind werden“, wünscht sich Jürgen Bergmann.
Das kosten Übernachtung, Eintritt und Essen in Turisede
- Erwachsener: 19,50 Euro
- Kind: 14,50 Euro, Geburtstagskinder (4 bis 14 Jahre) frei
- Übernachtung im Baumhaushotel: ab 232 Euro
- Speisen: in allen Preisklassen, vom Imbiss bis zum hochwertigen Restaurant
Wer in der Nebensaison kommt, spart bei Eintritt und Übernachtung.


