Flüchtlinge in Krauschwitz
: Schleuser gestellt – er hatte nicht nur Menschen an Bord

Die Bundesbereitschaftspolizei kann direkt hinter der Neiße in Krauschwitz einen Menschen-Schmuggel stoppen. Der Schleuser hat einiges auf dem Kerbholz.
Von
Regina Weiß
Krauschwitz
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Der Schleuser kam mit seinem Fahrzeug über die Grenzbrücke in Krauschwitz.

Regina Weiß

Am Wochenende hat die Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf wieder Schleuser festsetzen können. So auch am Sonntag. Da kontrollierte gegen 12 Uhr eine Streife der Bundesbereitschaftspolizei auf der S 127 einen Opel Vivaro.

Zuvor reiste das Fahrzeug über den Grenzübergang Krauschwitz ein. Die Streife stoppte das Fahrzeug auf der S 127, bevor der Fahrer rechts auf einen Waldweg fahren konnte.

Polizei stellt Schleuser in Krauschwitz

Im Opel befanden sich insgesamt elf Personen, wobei zwei von ihnen im Kofferraum hockten. Der tschechische Fahrer (44) wies sich mit seinem gültigen tschechischen Reisepass aus. Einen Führerschein konnte er nicht vorlegen. Die zehn Insassen waren nicht im Besitz gültiger Reisedokumente. Bei den Geschleusten handelt es sich um sieben Syrer (39 bis 15), zwei Palästinenser (31, 13) und einen Jordanier (23). Der Schleuser wurde festgenommen. Bei der Durchsuchung des 44-Jährigen fanden die Beamten in seinem Reisegepäck eine Cliptüte mit Methamphetamin. Ein durchgeführter Drogenwischtest verlief positiv, so Pressesprecherin Ivonne Höppner.

Die 10 Flüchtlinge stammen aus der Slowakei

Ersten Ermittlungen zufolge nahm der Schleuser die zehn Männer in der Slowakei auf. Von da aus fuhr er sie, ohne größere Pausen einzulegen, nach Deutschland. Eine Anfrage bei den tschechischen Behörden ergab, dass dem 44-jährigen die Fahrerlaubnis entzogen wurde.

Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Einschleusen von Ausländern, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Görlitz wird auf der Grundlage der bisherigen Ermittlungsergebnisse einen Antrag auf Anordnung der Untersuchungshaft stellen.