Ein 42-jähriger Pole fuhr laut Polizei mit einem gestohlenen Audi in Richtung polnische Grenze. In den frühen Morgenstunden war der blaue A6 aus dem bayrischen Wenzenbach verschwunden. Der Wagen war in diesem Jahr erstmals zugelassen und hatte einen Wert von rund 85 000 Euro.

Pinnow/Schenkendöbern

Im Zuge der Polizeifahndung wurde bekannt, dass sich das Fahrzeug in Brandenburg befand. Es bewegte sich dabei in Richtung des Grenzüberganges in Bad Muskau. Die Brandenburger Polizei informierte die sächsischen Kollegen. Gemeinsam mit Beamten der Bundespolizei und des Zolls nahmen sie die Fahndung nach dem Audi auf.
Als sie ihn auf der S 127 zum Anhalten aufforderten, ignorierte dessen Lenker das und flüchtete mit stark überhöhter Geschwindigkeit.

Polizeistreife entdeckt Fluchtfahrzeug in Weißwasser

Eine Streife des Reviers Weißwasser entdeckte den Wagen auf der Berliner Chaussee in Bad Muskau. Auch auf die erneuten Anhaltesignale reagierte der Fahrer nicht.
Die Uniformierten legten einen Nagelgurt aus. Das Auto überfuhr diesen. Doch der 42-jährige fuhr zunächst mit nunmehr einem beschädigten Reifen weiter. Dabei touchierte er auf der Görlitzer Straße den BMW eines 81-Jährigen. Dieser blieb dabei unverletzt.

Flüchtiger Autodieb kracht gegen Baum

Zwischen Krauschwitz und Sagar endete die Flucht des Tatverdächtigen, als er in einer Rechtskurve gegen einen Baum stieß. Polizisten nahmen ihn vorläufig fest.
Er kam anschließend mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Der Sachschaden am Audi, dem BMW und am Baum summierte sich laut Polizei auf etwa 95 000 Euro.

Amphetamine intus und keinen Führerschein

Bei einem Test stellte sich heraus, dass der Beschuldigte offenbar unter dem Einfluss von Amphetaminen stand. Ebenso war der Pole nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Darüber hinaus entdeckten Polizisten eine Cliptüte mit kristallinem Inhalt im Fahrzeug.
Den entwendeten A6 stellten die Beamten sicher. Kriminaltechniker untersuchten ihn nach Spuren. Der Audi war mit Dubletten deutscher roter Kennzeichentafeln versehen. Diese zog die Polizei ein.

Polizei sucht Zeugen der Unfälle

Ein Haftrichter wird am Nachmittag über einen Antrag der Staatsanwaltschaft Görlitz auf Untersuchungshaft entscheiden. Das Kommissariat für Eigentum und Bandenkriminalität der Kriminalpolizeiinspektion hat die Ermittlungen übernommen.
Die Untersuchungen zum Unfallgeschehen führt der Verkehrsunfalldienst. Die Ermittler suchen Zeugen der Unfälle und der Fahrweise des Audi-Lenkers.
Wer Angaben dazu machen kann oder selbst durch den blauen Audi gefährdet oder geschädigt wurde, wird gebeten sich beim Unfalldienst unter der Rufnummer 03591 367 - 0 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.