Seit gut zwei Wochen sind am Freibad – dem Freizeitzentrum Skerbersdorf – etliche Freiwillige und Ehrenamtliche im Einsatz. Kein Wunder, stehen doch gleich drei Jubiläen im Dorf an. Und ein ganzes Wochenende soll zünftig gefeiert und auch erinnert werden: Vor 40 Jahren, am 17./18. Juli 1982 ist das Freibad eröffnet worden. Vor 15 Jahren ist es wieder eröffnet worden. Und vor genau 95 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr in Skerbersdorf gegründet worden. „Das ist doch einmal ein Grund, zu feiern“, sagt Antje Fettke vom Freizeitverein, der das Bad seit nunmehr 15 Jahren betreibt.
Wohl kaum jemand im Dorf kennt sich heute noch so gut mit der Geschichte des Freibades in Skerbersdorf aus wie Hans-Albert Kliemann. Dass nämlich der Bau des Freibades zwar schon 1979 in den Köpfen des damaligen Gemeinderates herumschwirrte, er eigentlich aber nur wegen einer Katastrophe zustande kam, wissen wohl die Wenigsten. Damals nämlich ist der Sportplatz, der noch heute in direkter Nachbarschaft des Freizeitzentrums ist, umgestaltet. „Und es gab die Notwendigkeit, einen Feuerlöschteich zu errichten, weil das Grundwasser wegen des Tagebaus abgesenkt wurde“, erinnert sich Hans-Albert Kliemann.

Katastrophe führt indirekt zum Bau des Freibades in Skerbersdorf

Schlussendlich hatte im Zuge der Ideenentwicklung für den Löschteich jedoch ein Neißehochwasser Skerbersdorf 1981 heimgesucht. Ein Damm an der Neiße war gebrochen und flutete ein Teil der Siedlung. Im Zuge der erneuten Befestigung „hatte mein Vater Kurt, der damals Fuhrunternehmer war, mit der beauftragten Tiefbaufirma eine Vereinbarung getroffen: Die benötigten Erdmassen für den Damm sind gleichzeitig der Aushub für das heutige Schwimmbecken“, erinnert sich Hans-Albert Kliemann. So hatte die eigentliche Katastrophe im Nachhinein für Skerbersdorf eine „Win-Win-Situation“ geschaffen und der Dorfentwicklung einen gehörigen Schub verpasst.
Gerade der Neißeradweg bringt einige Radfahrer durch das kleine Dorf an der deutsch-polnischen Grenze.

Bildergalerie Gerade der Neißeradweg bringt einige Radfahrer durch das kleine Dorf an der deutsch-polnischen Grenze.

„Ich erinnere mich, dass das halbe Dorf mitgeholfen hat, die ausgehobene Fläche mitzugestalten, zu betonieren und zu befestigen“, berichtet Kliemann. Schlussendlich hatte Skerbersdorf im Juli 1982 nicht nur ein Löschwasserteich, sondern auch ein Freibad. „Der Gedanke, ein Freibad zu errichten, damit war der damalige Gemeinderat schon länger schwanger gegangen“, erzählt er weiter. Schließlich haben damals die Dorfbewohner ausschließlich in der Neiße baden können – und als Grenzfluss war das nicht so einfach möglich. Mit Bojen musste ein Areal abgesteckt werden – und überhaupt war das alles andere als einfach.

Technik und Badbetrieb haben sich die Skerbersdorfer selbst angeeignet

Schließlich ist der neue Sportplatz samt Freibad Mitte Juli mit einem großen Fest samt Umzug eingeweiht worden. Noch heute schwingt Stolz über das Geleistete in Kliemanns Stimme mit. „Man muss aber dazu sagen, dass wir zunächst nur eine befristete Genehmigung für die Betreibung des Bades hatten. Und keiner kannte sich doch von uns damit aus, wie Wasser aufbereitet werden muss und was es alles für Bestimmungen gibt.“ So wurde im Nachhinein weiter an dem Freibad gearbeitet. 1983 etwa wurde ein Geländer um das Schwimmbecken errichtet, damit Badegäste zuvor eine Dusche durchlaufen, bevor sie sich abkühlen können.
In Marklleeberg saß zu DDR-Zeiten ein Betrieb, der sich mit Wasseraufbereitung auskannte. „Und von dem haben wir das Wissen erhalten, wie Wasser gefiltert und aufbereitet wird“, erzählt Hans-Albert Kliemann. So kam 1984 eine Schwapprinne um das Becken, 1986 große, neue Filter, die das Wasser reinigten. Nach der Wende, 1994, als Krauschwitz sich zur Großgemeinde mit den Neißedörfern zusammengeschlossen hatte, ist die Betreibung des Bades von den damaligen Feierabendbrigaden, die sich um das Bad gekümmert hatten, an die Gemeinde übergegangen.

Schließung und Wiedereröffnung des Bades vor 15 Jahren

Allerdings sind bis Anfang der 2000er Jahre die Kosten für die Betreibung immer weiter nach oben geschnellt. „Wir hatten im Gemeinderat damals keine Mehrheit und mussten hinnehmen, dass 2003 das Bad geschlossen wurde“, erzählt Hans-Albert Kliemann, der ebenfalls im Gemeinderat damals saß. Die Idee, aus dem Freibad ein Dorfteich zu machen, wurde jedoch nie umgesetzt. Denn die Jugend der umliegenden Dörfer wollte das Freibad erhalten – und hat schließlich einen Verein gegründet, dem der heutige Bürgermeister Tristan Mühl (Freie Wähler) vorstand. „Man kann den jungen Leuten nicht genug Respekt zollen, dass sie es vor 15 Jahren geschafft hatten, das Bad wiederzueröffnen, etliches zu sanieren und bis heute das Freibad offenzuhalten“, sagt Hans-Albert Kliemann. Zum Festwochenende wird die Geschichte des Bades noch einmal erläutert – und Kliemann sowie Bürgermeister Tristan Mühl werden am Sonntag ab 15 Uhr berichten, was sie über das Freibad wissen.
Skerbersdorf liefert seine Gaudi-Rutscher Rekord beim Schanzenspringen

Skerbersdorf

Am Samstag um 10 Uhr wird zunächst zum großen Feuerwehr-Wettkampf um den Neißepokal geladen. Um 17 Uhr beginnt das traditionelle Schanzenspringen. „Wir haben schon zwölf Anmeldungen und jeder, der noch Lust hat mitzumachen, kann sich eine Stunde vorher bei uns melden“, sagt Antje Fettke. Schon jetzt wird hinter den Kulissen an den Booten gebastelt. Allerdings bleibt bis zum Start geheim, was die Zuschauer zu sehen und zu hören bekommen. Am Abend wird zu Musik und Tanz geladen.