Die Gemeinde Großschweidnitz erhält rund zwei Millionen Euro Fördermittel vom Kultusministerium des Freistaates. Mit den Mitteln wird die Errichtung der Gedenkstätte zu Ehren der nationalsozialistischen Euthanasieopfer in Großschweidnitz bei Löbau gefördert, informiert das Ministerieum. Die Fördersumme beinhaltet 750 000 Euro vom Bund, der damit auch die nationale Bedeutung des Themas und des Ortes bekräftigt.

„Es ist wichtig, dass wir mit Gedenkstätten wie in Großschweidnitz an realen Orten der Opfer der Euthanasiemorde gedenken können“, sagt Kultusministerium Barbara Klepsch (CDU). Diese Gräueltaten dürften nie vergessen werden. Gleichzeitig werde die Gedenkstätte den Besuchern die Möglichkeit geben, „sich mit dem Thema der systematischen Tötung von sogenanntem „lebensunwertem Leben“ während des nationalsozialistischen Regimes auseinanderzusetzen“, so die Ministerin weiter.

Der Sächsische Landtag hatte vor acht Jahren beschlossen, die Gedenkstätte Großschweidnitz in das Verzeichnis der institutionell zu fördernden Gedenkstätten aufzunehmen. Anlass war die Novellierung des Sächsischen Gedenkstättenstiftungsgesetzes. Seitdem arbeiten Initiativen vor Ort, vor allem ein Förderverein und die Gemeinde an der Umsetzung dieses Vorhabens.

Zum Hintergrund: Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Großschweidnitz war in die Mordaktionen des nationalsozialistischen Regimes in vielfältiger Weise eingebunden. Während der Laufzeit der sogenannten „Aktion T4“ diente sie als Zwischenanstalt für die „Euthanasie“-Anstalt Pirna Sonnenstein, das heißt als Sammeleinrichtung für Patienten vor deren Weiterverlegung in eine Tötungsanstalt.

Etwa 2500 Frauen und Männer wurden über Großschweidnitz in den Tod transportiert. Nachdem die „Aktion T4“ aufgrund von Protesten der Bevölkerung und der Kirchen 1941 offiziell beendet worden war, wurden in der Phase der sogenannten dezentralen „Euthanasie“ in der Anstalt Großschweidnitz über 5000 meist in Sammeltransporten zugeführte Patienten durch Medikamente, Mangelernährung und Vernachlässigung gezielt getötet.